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  #1  
Alt 05.12.2013, 01:49
KatharinaSeelsorge KatharinaSeelsorge ist offline
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Standard "Kleine Geburt" - ein Hoffnungsmacher

Ihr Lieben,

weil der Beitrag so lang geworden ist, hier die Zusammenfassung: Ich hatte gerade in der 11. SSW einen natürlichen Abgang eines Embryos, der ca. in der 6. Woche das Wachsen eingestellt hat. Fruchtblase ca. 2cm. Ich hatte keine Schmerzen, bin ganz froh und erleichtert und möchte gerne alle ermutigen, die sich diesen Weg zutrauen. Zwei wichtige Punkte: prophylaktische Antibiotikaeinnahme könnte helfen und Brustzwirbeln kann helfen, den Abgang einzuleiten.

Jetzt die Langfassung: es ist schade, dass ein solcher Beitrag immer noch nötig ist, aber die Ärzte in Deutschland haben so wenig Erfahrungen mit "kleinen Geburten", dass es kaum vernünftige Hilfe und Unterstützung gibt. Daher hier meine Geschichte. Ich bin keine Medizinerin, aber Wissenschaftlerin mit gutem biologischen Grundwissen. Daher ist bitte alles, was ich sage, als Einzelfall anzusehen und kein medizinischer Ratschlag, aber hoffentlich hilft es Euch.

Ich habe Mitte der 10ten Woche erfahren, dass der Embryo sich nicht weiter entwickelt hat. Es war ausgeschlossen, dass die Schwangerschaftswoche nicht stimmte. Natürlich fing mein FA gleich an mit "da müssen wir was tun" und "wir brauchen eine zweite Diagnose vor der Ausschabung". Glücklicherweise hatte ich mir schon vor langer Zeit überlegt, dass - sollte ich in einer solchen Situation sein - ich mir erstmal Bedenkzeit ausbitte. Das hat der FA auch unterstützt, fing aber schon mit diversen Horrorszenarien an: "Kann große Blutmenge abgehen, dann kann sich das entzünden und dann können Sie unfruchtbar werden!". Es ist sehr schwierig, direkt in einer solchen Situation standzuhalten, daher hat mir die eine Woche als Bedenkzeit geholfen.

Dann bin ich, so wie Ihr jetzt, ins Internet gegangen und habe da ein paar Berichte von Frauen gesehen, die mir Mut gemacht haben, es meinen Körper selber machen zu lassen. Man liest aber tatsächlich von Schmerz, zum Teil auch langen Wartezeiten, und psychischer Belastung.
Nach ca. einer Woche war ich wieder beim FA, nichts war gewachsen, kein Herzschlag. Diagnose: Wachstumsende ca. in der 6. Woche. Was mir Mut gemacht hat: Die Fruchtblase war nur 2,1 cm groß, das klang machbar! Dann der Arzt wieder: "Wenn das blutet, könnte sich das entzünden und dann könnten Sie unfruchtbar werden!" Auf meine Nachfrage, wie hoch denn dafür die Wahrscheinlichkeit wäre, konnte er mir keine Zahlen nennen. Die Wahrscheinlichkeiten, dass bei einer Ausschabung etwas schief geht, schätzt er dagegen auf 0!! Aus seiner Sicht wäre "ein Ende machen", "fünf Minuten Vollnarkose und alles ist vorbei, Sie können in eine neue Phase gehen" die völlig klare Entscheidung.

Meine Einschätzung ist anders: eine Vollnarkose ist nie ohne Gefahr, auch wenn diese geringer ist bei einer 5minütigen als bei einer langen. Es kann zu Narbenbildung oder Durchstoßungen kommen - auch durch diese kann man unfruchtbar werden.

Für mich gab es vor allen Dingen Vorteile bei der natürlichen "kleinen Geburt":
- mein Körper hat bisher alles prima hingekriegt. Ich vertraue ihm, dass er auch das schafft.
- ich brauche jetzt das Erfolgserlebnis, das mein Körper das kann. Keinen "schnellen" Schlussstrich.
- ich gehe nicht gerne gesund in ein KH und komme krank wieder heraus.

Der FA redete weiterhin von den großen Gefahren einer Entzündung. Daraufhin fragte ich ihn, warum er mir nicht prophylaktisch Antibiotika verschreibt. "Hmm, ja, das kann man machen" (AHA!). Die HCG- und Entzündungswerte wollte er nicht messen. Seiner Meinung nach ist eine Entzündung der Gebärmutter vor allen Dingen deshalb schwierig, weil man sie erst merkt, wenn sie schon stark vorangeschritten ist (kann ich nicht beurteilen). Dann fragte ich nach medikamentöser Unterstützung: "Nein, dann kann man die wehenartigen Schmerzen, die durch das Myfogen ausgelöst werden, nicht von einer Entzündung unterscheiden. Außerdem brauchen Sie das nicht, ist ja so klein und wird bald abgehen." (AHA!) Und dann hatte er doch noch eine Statistik für mich, nämlich dass bei einem natürlichen Abgang nur bei 20% ein vollständiger Abort zu erwarten sei, also einer, bei dem vor allem alles Plazentagewebe abgeht. Nach wievielen Tagen das gemessen wurde und in welchem Land (da in Deutschland das ja kaum eine macht, kann es kaum eine deutsche Statistik sein), konnte er mir nicht sagen. Dann nochmal die Erwähnung, warum das mit dem vollständigen Abgang der Plazenta so wichtig ist: "Sonst KANN es zu Blutungen kommen, die KÖNNEN zu Entzündungen führen, die KÖNNEN unfruchtbar machen" . Soweit ich es aber verstanden habe, können Plazentareste im US sehr gut diagnostiziert werden, aus meiner Sicht gibt es daher keine allzu große Eile.

So, dann kam glücklicherweise nachmittags eine erfahrene Hebamme. Wir haben besprochen:
1) Die Fruchthöhle ist wirklich noch sehr klein und ich bin ansonsten gesund. Sie hat nur regelstarke Blutungen erwartet und wenn, dann wenig Schmerzen.
2) Eine Entzündung hält sie für unwahrscheinlich, wenn "man nicht gerade mit den Fingern hinein geht". Die Antibiotika-Unterstützung hält sie für sinnvoll, auf jeden Fall nicht schädlich.
3) Eine US-Diagnose nach dem Abgang und eine nach der ersten Regelblutung danach ist sinnvoll, dann kann man nochmal entscheiden, ob eine Ausschabung nötig ist, oder nicht.
4) Sie riet mir, meine Brustwarzen zu stimulieren. Dadurch wird Oxytocin ausgeschüttet, das führt zu Kontraktionen der Gebärmutter.

An diesem Nachmittag hatte ich dann noch ein Gespräch mit meiner (amerikanischen) Schwägerin, die einmal ein nicht mehr lebensfähiges Baby in der 13. SSW natürlich zur Welt gebracht hat, ein schmerzhafter Prozess, insgesamt 12 Tage nach Diagnose, davon 4 im Bett verbracht. Die Fruchtblase hatte ca. die Größe einer Orange. Ob ich mich das noch getraut hätte, weiß ich nicht, aber ich wusste nun, man kann es schaffen!

Und wirklich: Nach dem Brustzwirbeln am Abend vor dem Fernseher kam in drei Schüben, OHNE SCHMERZEN, eine tischtennisballgroße Blase mit einem Schwung frischen Blut. Alles gar nicht schlimm, so einfach hätte ich es mir nach all den Schilderungen im Leben nicht vorgestellt. Heute ist alles "normal" und es geht mir einfach gut. Mein Körper konnte mir zeigen, dass zwar die Schwangerschaft nicht geklappt hat, aber er immer noch in der Lage ist, damit umzugehen. Ich kann Euch nur ermutigen, solange die Fruchtblase klein ist, Ihr gesund seid, und diesen Weg gehen wollt: es kann auch ganz leicht sein. Die antibiotische Unterstützung finde ich persönlich sinnvoll, das vielleicht deplatziert anmutende Brustwarzenzwirbeln scheint zu helfen.
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  #2  
Alt 05.12.2013, 02:13
KatharinaSeelsorge KatharinaSeelsorge ist offline
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Daumen hoch Nachtrag: Ich habe noch eine Studie gefunden

Hier noch ein paar echte Zahlen aus einer ärztlichen Studie, durchgeführt in Großbritannien, veröffentlich 2001:

1) Die Ärzte haben 108 Schwangere mit Missed Abortions (verhaltenem Abort, also kein Herzschlag, Kind viel zu klein für die SSW) oder leerem Fruchtsack ("Windei") vor die Wahl gestellt, ob sie abwarten wollten oder eine Ausschabung möchten. Die erste sensationelle Zahl ist, dass (bei dieser Beratung) 85 lieber abwarten wollten und nur 37 die schnelle Ausschabung wollten. In Deutschland waren es bei einer AOK-Befragung im letzten Jahr noch 85% der Frauen, die eine Ausschabung hatten (aber meistens wird ja auch die Alternative gar nicht vorgestellt).
2) Die Frauen waren alle höchstens in der 12. SSW und hatten eine Fruchtblase mit einem Durchmesser zwischen 1 und 5 cm.
3) Von den 85 Frauen, hatten 54% innerhalb von 7 Tagen einen kompletten Abgang, und bei 84% (!!!) war innerhalb von 28 Tagen alles abgegangen. Diese Frauen brauchten keine Ausschabung mehr! War bei den anderen Frauen auch nach 5-7 Tagen noch Plazentagewebe zu sehen, wurde allerdings zu einer Ausschabung geraten.
4) Nun die interessanten Zahlen bezüglich der Komplikationen:
a) Bei der abwartenden Behandlung mussten in 5 Fällen eine Notfallausschabung gemacht werden (zu viel Blut, zu große Schmerzen); bei 3 Fällen stellte man einen Blutverlust fest, der behandelt werden musste; eine Patientin (von 85) bekam eine Infektion.
b) Bei den Patientinnen mit einer Ausschabung war insgesamt der relative Anteil an Patientinnen mit Komplikationen genauso hoch: eine mit behandlungswertem Blutverlust, eine mit Infektion, und zwei Patientinnen, die eine zweite Ausschabung benötigten.

Insgesamt ist die Anzahl der Patientinnen noch recht klein, aber man kann erstmal festhalten, dass das Infektionsrisiko bei abwartendem Verhalten nicht grundsätzlich größer zu sein scheint als bei schneller Ausschabung. Die "abwartende Gruppe" blutete im Durchschnitt zwei Tage länger, bezüglich Schmerzen oder psychischer Belastung gab es keine nennenswerten Unterschiede.

Dann erwähnen die Autoren noch einen interessanten Befund: Wenn man im Ultraschall schon eine Blutung erkennen kann, ist die Wahrscheinlichkeit besonders hoch (4 von 5 Patientinnen), dass ein vollständiger Abgang in den nächsten Tagen zu erwarten ist. Aber Vorsicht: es handelt sich immer um Wahrscheinlichkeiten, das heißt, bei einer von fünf Patientinnen ist der Fall anders.

Die Autoren kommen zu dem Schluss: "Diese Ergebnisse zeigen, dass bei einer großen Anzahl von Patientinnen [in den ersten 12 SSW] auf eine Kürettage [=Ausschabung] verzichtet werden kann, ohne dass dadurch größere Risiken für die Frauen entstehen."
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  #3  
Alt 05.12.2013, 22:34
Renate82 Renate82 ist offline
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Liebe Katharina,

vielen Dank fürs Mut machen! Ich selbst habe mich auf den selben Weg gemacht... Und es ist einfach sehr sehr schwer zu warten.
Allerdings hatte ich das Glück, dass meine Ärztin mir die Wahl gelassen hat, sodass ich mir in Ruhe Gedanken machen konnte und nichts überstürzen muss.

DANKE nochmal, ich bin jetzt echt sehr viel beruhigter!

Liebe Grüße
Renate
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  #4  
Alt 06.12.2013, 12:43
KatharinaSeelsorge KatharinaSeelsorge ist offline
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Standard Ich wünsche Dir viel Kraft!

Liebe Renate,

sei ganz fest gedrückt! In Deutschland ist dieser Weg wirklich so ungewöhnlich, und kaum jemand hat Erfahrung damit - eigentlich ja absurd, oder?

Wenn wir mehr Erfahrung hätten, dann wüssten wir auch, wie lange man warten muss, wie lange die Blutungen dann dauern, und so weiter. Ich kann Dir nur sagen, dass mich der natürliche Abgang wieder sehr mit meinem Körper versöhnt hat: er hat das ganz alleine geschafft, und mir geht es gut. Ich wünsche Dir von Herzen eine gute Unterstützung durch eine Hebamme, so wie ich sie hatte, und ganz viel Kraft und das alles "gut geht", so weit man das in dieser Zeit sagen kann.

Lies auch nochmal die vielen, vielen Berichte, die gesagt haben, dass sie nach einer FG ganz schnell wieder schwanger geworden sind. Insbesondere bei einem natürlichen Abgang!

Gottes Segen,
Katharina
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  #5  
Alt 06.12.2013, 16:19
LindaB. LindaB. ist offline
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Liebe Katharina,

ich habe auch eine kleine Geburt hinter mir und bin froh darüber, diesen Weg gewählt zu haben.

Ich muss aber dazu sagen, dass es pro und Nachteile geben kann.
Bei mir ging der Abgang recht gut voran, allerdings nicht wie bei dir "in einem" sondern leider Stückchenweise. Das sollte man sich auch bewusst machen, bevor man sich dafür entscheidet. Danach ging es mir recht gut, die Blutungsmenge hielt sich in Grenzen, die Schmerzen ebenso. Und dann der Schock: Es war noch nicht alles draußen. Ich hatte dann erst nach und nach starke Schmerzen und konnte kaum noch gehen. Die Ärztin im KH malte mir natürlich alle möglichen Horrorszenarien aus, die Gottlob nicht eingetreten sind. Aber die Schmerzen waren zum Ende hin (bis alles komplett draußen war), wirklich stark und ich war (obwohl immer gegen eine OP), drauf und dran den Rest noch ausschaben zu lassen.


Liebe Grüße,

Linda
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  #6  
Alt 07.12.2013, 02:03
KatharinaSeelsorge KatharinaSeelsorge ist offline
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Beiträge: 10
Standard Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben...

Liebe Linda,

Du hast völlig Recht, ich war etwas zu optimistisch. Heute nachmittag kam es völlig überraschend zu relativ starken Schmerzen (ca. 45 Minuten, vorwehenartig). Insbesondere da ich darauf nicht vorbereitet war, war das recht erschreckend, ansonsten eigentlich auszuhalten. Dann habe ich für ca. 2,5 Stunden wirklich stark geblutet - so etwas habe ich noch nicht erlebt - eigentlich nur im Bad aufgehalten, bestimmt 40 Binden verbraucht. Am Ende der Zeit auch nochmal recht starke Krämpfe. Dabei ist es aber wohl so, dass diese Kontraktionen auch dabei helfen, die Blutung zu beenden, insofern waren die gut erträglich. Beide Schmerzsorten waren z.B. nicht so stark, dass ich mich krümmen musste, aber schon so, dass ich lieber in Ruhe gelassen werden wollte und diese "wegatmen" musste.

Die Blutungen sind sehr stark, schwallartig und bringen viel Material mit sich. Ein Kontrollanruf bei der Hebamme sagte, dass ich nach ca. 3 Stunden mal im KH vorbeigucken sollte - bis dahin ging es bei mir aber wieder, d.h., immer noch viel Blut, aber eine deutliche Verbesserung zu der Phase davor. [Die 3 Stunden sind sicher typabhängig, sie hat mich ja die letzten Tage kennengelernt. Bitte bei diesen Dingen unbedingt die eigene Hebamme fragen!!] Auf jeden Fall war ich nicht zittrig (aber mir war ein bisschen schwummrig), mir war nicht kalt - dies wären typische Symptome gewesen, bei denen ich sofort ins KH gegangen wäre. Ich habe nebenbei viel getrunken (3 große Gläser). Insgesamt haben diese Blutungen ca. 5-6 Stunden gedauert, Höhepunkt nach ca. 2 Stunden (da kam ich aus der Dusche gar nicht mehr raus), jetzt seit 2 Stunden fast ruhig. Ich hoffe sehr, dass das morgen nicht nochmal los geht.

Trotzdem: hätte ich etwas mehr gewusst, was mich erwartet, wäre alles ganz in Ordnung gewesen. Die Schmerzen waren (bei mir) wirklich erträglich, nur war mir nach 90 Minuten mit diesen Blutungen unheimlich, wie lange das noch so weitergehen kann, und ab wann ich dann doch mal ins KH gehen sollte. Vielen Dank für Deinen Bericht, Linda, Du hast völlig Recht, da nochmal zu warnen. Ich würde allerdings gerne mal wissen, wie denn die Blutungen/Schmerzen von Patientinnen mit Kürettage sind - laut den Studien ist das nämlich nicht so viel besser.

Ich wäre jetzt auf jeden Fall ziemlich beleidigt (mit wem auch immer ;-)), wenn der Arzt noch irgendwas findet. Mein Plan ist, das Ende der Blutungen abzuwarten und dann zu einem ersten US, dann nochmal nach erster Regelblutung.

Insgesamt: jede soll den Weg so gehen, wie sie möchte und wie es für sie richtig ist. Wir haben die wunderbaren Lebensumstände, dass wir grundsätzlich beides tun können in Deutschland, wenn wir auch bei der kleinen Geburt mehr Unterstützung durch FAs und Hebammen brauchen könnten. Ansonsten ist alles da: ein wirklich gut ausgebautes Krankensystem, genug Blutreserven auch für Notfälle, Antibiotika, hygienische Bedingungen, ein eignes Klo/Bad. In all dem Unglück bin ich auch sehr dankbar, dass es mir hier und heute passiert ist. Nicht zuletzt auch in einer Zeit, in der wir uns hier gegenseitig begegnen und einander helfen können, obwohl wir uns sonst vielleicht nie getroffen hätten.

Mit den besten Wünschen an alle Betroffene für ein gutes Wochenende, Katharina

Geändert von KatharinaSeelsorge (07.12.2013 um 02:03 Uhr). Grund: bessere Verständlichkeit der Ironie durch Smiley-Zugabe
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  #7  
Alt 07.12.2013, 09:42
Benutzerbild von -Silke-
-Silke- -Silke- ist offline
Glückskind
 
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Guten Morgen Liebe Katharina,
ich verfolge Deinen Beitrag jetzt schon ein bisschen - bin selbst Naturwissenschaftlerin und daher sehr interessiert an Deiner Herangehensweise. Die Studie fand ich super interessant.
Zunächst einmal möchte ich Dir aber sagen, dass es mir sehr leid tut, dass auch Du Dein Kind verloren hast Ich hoffe, das die kleine Geburt bei Dir jetzt bald überstanden ist.
Ich hatte im Mai eine Kürettage nach missed abortion und habe sie gut vertragen. Es hat wirklich nur 5 min gedauert und danach war ich relativ fit. Ich hatte glaube ich Propofol zur Narkose, weil sich das gut steuern lässt. Der Anästhesist hat es mir erklärt, aber es war ja so eine Ausnahmesituation, da bin ich mir grad nicht mehr sicher. Nach der Ausschabung, eigentlich war es eher eine Aussaugung mit stumpfem Instrument, habe ich ein paar (3-4?) Tage nicht allzu heftig geblutet. Das ist sicher auch individuell unterschiedlich, bei mir war es etwas mehr als Regelstärke und stetig abnehmend, nicht wellenartig. Schmerzen hatte ich keine, Tabletten habe ich keine gebraucht (außer standardmäßig Antibiotikum). Die psychische Belastung, mein Kind verloren zu haben, war eigentlich viel schlimmer. Ich sollte mich wegen der Verletzung körperlich schonen und keine Wärmflasche verwenden, das war blöd.
Ich hoffe, Dir geht es inzwischen etwas besser und das Schlimmste ist überstanden. Ich habe damals Lindas Erfahrungen schon verfolgt und bin mir nicht sicher, wie ich entscheiden würde, wenn es mir nochmal passiert (bisher zur Glück nicht ). Vielleicht würde ich auch die kleine Geburt wählen, dann würde ich meinen Arzt unter Druck setzen, ob er mich dabei begleitet oder nicht. Ich denke, er würde da mitmachen.
Wegen der komfortablen Situation stimme Dir ich absolut zu, wir haben es wirklich gut hier und in der heutigen Zeit. Unsere Großmütter haben das sicher anders erlebt.
Alles Gute wünscht Dir
Silke

mein Krümel - Du hast mir meinen Weg aufgezeigt - ich danke Dir dafür
kleiner Waschbär in unseren Armen (06/2014)
Kleines Läuschen gesund und munter gelandet (12/2016)
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  #8  
Alt 07.12.2013, 10:39
LindaB. LindaB. ist offline
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Guten morgen liebe Katharina,

mir tut es übrigens auch sehr leid das du das nun hinter dir hast. Stehe gerade wg. meinem Hormonchaos etwas neben mir, entschuldige.

Zitat:
Zitat von KatharinaSeelsorge Beitrag anzeigen
...eine tischtennisballgroße Blase mit einem Schwung frischen Blut.
kam bei dir heraus. Sollte das Fruchtsäckchen wirklich komplett gewesen sein, dienen die Kontraktionen eigentlich nur noch dazu das die Gebärmutter wieder ihre Ursprungsgröße erreicht.

Zitat:
Ich wäre jetzt auf jeden Fall ziemlich beleidigt (mit wem auch immer ;-)), wenn der Arzt noch irgendwas findet. Mein Plan ist, das Ende der Blutungen abzuwarten und dann zu einem ersten US, dann nochmal nach erster Regelblutung.
Ich war auch etwas enttäuscht als ich erfuhr dass doch noch eine ganze Menge in der Gebärmutter war. Bei mir wurde daher jede Woche am gleichen Tag, ein Schwangerschaft Test (per Blutuntersuchung) gemacht. Das ist der sicherste Weg.

Halte uns auf den laufenden ... Ich drücke dir ganz fest die Daumen das du es damit überstanden hast.

Liebe Grüße,

Linda
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  #9  
Alt 07.12.2013, 12:36
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Franzi2009 Franzi2009 ist offline
Sternenmama
 
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Liebe Katharina,

Mit Erstaunen habe ich Deinen Bericht gelesen. Es tut mir leid, dass auch Du ein Kind verloren hast. Aber, dass Du die Kraft hast eine kleine Geburt zu wollen und du es darin auch noch schaffst dir diese sehr professionellen Gedanken zu machen, bewundere ich sehr.

Auch ich habe im Septmeber ein Baby verloren (ich mag die Ausdrücke Fehlgeburt und vor allem Missed Abortion nicht, auch wenn ich sonst großen Wert auf Fachbegriffe lege).
Ich hatte eine Cürretage genauso wie Silke wurde die Narkose mit Propofol eingeleitet. Das Mittel kenne ich schon von einer Gastroskopie, da fand ich das Mittel wirklich toll, bin so schön eingeschlafen und war nach kurzer Zeit wieder fit. Auch bei der AS war das so, und ich kann Silke nur voll zustimmen, die körperlichen Beschwerden waren im Vergleich zum Seelenschmerz wirklich gering. Blöd fand ich nur, dass ich vor der OP da ich auf die Cytotec Tabletten so heftig reagiert habe, eine Infusion bekommen habe. Deshalb musste ich nach der OP dringend auf Toilette durfte aber noch nicht aufstehen und hätte so gerne noch ein bisschen geschlafen. Als ich dann auf den Toilettenstuhl konnte tat es so weh, weil ich es so lange eingehalten hatte. Aber das war eben ein sehr spezielles eher unangenehmes Problem. Die Blutungen nach der AS waren bei mir auch nur 4 Tage dann nochmal kurz zwei Tage später Schmierblutung. Die Blutung war bei mir nicht so stark so gar weniger wie meine normale Mens. Und Schmerzen hatte ich wirklich keine, habe keine Tabletten genommen. Den Tag nach der AS war ich allerdings müde und schlapp, ich glaube aber dass es wirklich nur an der Aufrgeung gelegen hat und gar nicht mal so sehr an den Nebenwirkungen der Narkose.
Ich kann also sagen im Vergleich was ich hier so über die kleine Geburt gelesen habe, war es bei mir persönlich wirklich einfacher. Im muss aber auch ehrlich sagen, dass ich großes Glück mit dem Krankenhaus bzw. Den Ärzten und vor allem Schwestern hatte, die waren alle sehr sehr einfühlsam, das hat es natürlich auch leichter gemacht. Ich habe mich für die AS entschieden und freiwillig den nächst möglichen Termin genommen, an einem Samstag denn da wusste ich dass mein Mann die ganze Zeit bei mir sein kann. Beim Warten auf die kleine Geburt wäre das nicht möglich gewesen, davor hatte ich zu viel Angst. Hatte gar keine Kraft mir über eine kleine Geburt Gedanken zu machen, habe mich aber nie von Ärzten unter Druck geßetzt gefühlt. Auch nach dieser Erfahrung würde ich es wieder so machen und bereue es nicht, das ist gut und hilft mir sehr. Ich bin froh dieses gute Gefühl in dieser schrecklichen Sitaution haben zu dürfen, denn leider habe ich hier schon Frauen kennen gelernt, die dies nicht haben.

Ich finde es sehr gut, dass wir hier so offen und detailliert über unsere Erlebnisse sprechen können und ich hoffe, dass somit alle hier den richtigen Weg für sich finden, egal wie der aussieht.

Ich Wünsche uns allen, dass uns diese Erfahrung so traurig sie ist etwas positives im Leben lehrt und wir so ein Schicksal nie mehr erleben müssen.

Liebe Grüße Franzi

Auch wenn Du so klein warst bist Du immer in meinem Herzen! Krümelchen *21.09.2013
Johanna seit dem 12.09.2014 fest an der Hand und seit dem 18.04.2017 Konrad Heinrich im Arm
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  #10  
Alt 07.12.2013, 18:37
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Isis Isis ist offline
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Beiträge: 5.357
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liebe katharina,

es tut mir sehr leid,dass du dein kleines hergeben mußtest...

du hast recht, der körper schafft es meist allein ein kleines verstorbenes wesen gehen zu lassen. für den körper und die seele ist das oft auch der bessere weg.
ich selbst habe auch eine kleine geburt hinter mir, die allerdings viel länger dauerte.
ein anderes mal war es viel schwieriger, ich war in der 10.ssw und bekam extrem starke blutungen- wurde noch nachts operiert. näheres steht in meinem profil.
deshalb möchte ich frauen ermutigen in sich rein zu horchen um zu schauen war sie wirklich wollen und was sie sich zutrauen.
am wichtigsten finde ich , dass bei einer missed abortion kein grund zu eile besteht- viele ärzte drängen die frauen zu einer schnellen ausschabung.
alles liebe und gute für dich !

Liebe Grüße
Iris mit 8 Mäusen bei mir und 5 Sternen im Himmel und Herzen

Ich glaube,dass wenn der Tod unsere Augen schließt, wir in einem Lichte stehen, von welchem unser Sonnenlicht nur der Schatten ist.
( Arthur Schopenhauer)
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