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  #1  
Alt 12.12.2016, 06:19
rosie0390 rosie0390 ist offline
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Unglücklich Heute Kontrolltermin nach notfallmäßiger Ausschabung am 3.12.

Guten Morgen
Ich bin hier noch relativ frisch angemeldet. Wollte immer mal wieder einen Beitrag verfassen, aber konnte mich bisher nicht dazu durchringen. .
Ich habe, nach längerer Hinhalte-technik meiner Gynäkologin, am 2.12. erfahren, dass ich einen missed abort habe. Ich war zu dem Zeitpunkt in der rechnerisch 12. Ssw. Es wurde dann ein Termin für den 5.12. zur Ausschabung vereinbart. Am nächsten Tag haben allerdings starke Blutungen und Wehen eingesetzt. Es halfen keine Schmerzmittel mehr und so hat meine Mutter mich am 3.12. (Geburtstag von meinem Partner) ins Krankenhaus gebracht. Dort wurde noch am selben Abend die Ausschabung durchgeführt (bei jetzt inkomplettem abort, denn vieles war schon zu Hause abgegangen und hatte laut Arzt 'sich schon auf den Weg gemacht ).
Ich hatte so schreckliche Schmerzen, dass ich einfach nur froh war, als die OP hinter mir lag..
Am nächsten Tag hatte ich nur die anstehende Entlassung im Kopf und war dann über glücklich das Krankenhaus verlassen zu können.
Als ich wieder zu Hause war, bin ich auf diese Seite gestoßen und habe mir am darauf folgenden Tag direkt die homöopathischen Mittel zur 'Erstversorgung' besorgt. Dann hab ich mich damit beschäftigt, wie man am besten seinen Zyklus anregt etc.. Ich hatte vor der Schwangerschaft einen sehr unregelmäßigen Zyklus und es bestand sogar Verdacht auf pcos. Das alles hat mich sehr abgelenkt, aber nach etlichen kopflose Bestellungen im Internet, hatte ich so langsam auch diesen Verdrängungsmechanismus erschöpft. Und um direkt bei 'erschöpft' zu bleiben : genau so fühle ich mich jetzt. Ich habe das Gefühl als kommt die Trauer erst jetzt richtig bei mir an. Ich fühle mich gelähmt.. gefangen in meiner Traurigkeit. Ich hatte von Anfang an große Sorge um diese Schwangerschaft, obwohl mir jeder sagte sie sei unbegründet..
Heute hab ich den Kontrolltermin bei meiner Gynäkologin. Körperlich geht es mir gut. Die Blutung ist fast weg und Schmerzen habe ich garnicht. Aber dafür nimmt jetzt die Trauer Einzug. Ich kann noch immer nicht richtig realisieren, dass die Schwangerschaft beendet ist, obwohl ich doch das Ende dieser Schwangerschaft nie vergessen werde.
Ich bin so froh, wenn der Termin heute überstanden ist, denn dann Wechsel ich die Gynäkologin. Heute endet meine AU. Ich werde aber morgen zu meinem Hausarzt gehen und ihm meine Trauer schildern. Ich habe das Gefühl ich benötige noch eine weitere Schonung.. Gerade jetzt wo Weihnachten und Silvester bevor stehen und ich mir die Tage dieses Jahr so besonders und so anders vorgestellt habe..
Ich hoffe sehr, dass mein Hausarzt mich noch für ein paar Wochen krank schreibt (auch wenn es dann ins Krankengeld geht; ich war schon während der Schwangerschaft krank geschrieben ) . Mir fehlt zur Zeit einfach die nötige Konzentration und so könnte ich zwischen Weihnachten und Neujahr für ein paar Tage mit meinem Partner ans Meer (er hat da nämlich Urlaub ). Ich habe das Gefühl, dass wir das beide dringend nötig hätten.
Irgendwie ist dieser Text doch länger geworden als ich dachte.
Es tut aber gut sich das mal von der Seele zu schreiben. .
Ich hoffe dass es im neuen Jahr für mich wieder aufwärts geht!
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  #2  
Alt 12.12.2016, 13:11
Melanie_16 Melanie_16 ist offline
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Liebe Rosi,

ein leises Willkommen, es tut mir sehr leid dass Du diese furchtbare Erfahrung machen musst. Gut dass Du Dich hier angemeldet hast, denn bei den meisten Menschen ist dieses Thema so tabuisiert oder sie haben erst gar kein Verständnis für unsere Situation, so dass hier oft wichtige Hilfe kommen kann.

Ich kann so gut nachempfinden, wie es Dir jetzt geht. Ich selbst habe eine Ausschabung in der 11. SSW nach missed abortion hinter mir (es ist jetzt 8 Wochen her). Morgen werde ich wieder anfangen zu arbeiten, und ich kann Dir nur raten Dich ebenfalls weiter krankschreiben zu lassen. Du brauchst die Zeit um zu trauern, das Erlebte zu verarbeiten, Dir etwas Gutes zu tun und zu neuen Kräften zu kommen. Ich bin lange nicht bereit für das normale Leben, und ich werde auch diese zwei Wochen bis Weihnachten irgendwie herumbringen, danach habe ich ein paar Tage Urlaub.

Vielleicht (oder ganz sicher?) begegnen Dir auch Menschen wie mir, die sagen "Ja, in den ersten 12 Wochen passiert das ja so oft" - ich fühle mich dann immer vollkommen unverstanden, als dürfte ich nicht traurig sein, weil es ja in den ersten 12 Wochen passiert ist.

Gab oder gibt es denn eine Bestattung Eures Kindes?

Fühl Dich einfach mal umarmt,
ganz liebe Grüße
Melanie
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  #3  
Alt 12.12.2016, 15:50
rosie0390 rosie0390 ist offline
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Hallo Melanie!
Danke für Deine liebe Antwort!
Du bist hoffentlich nicht allzu sehr nervös oder aufgeregt morgen wieder mit der Arbeit zu beginnen? Vielleicht magst Du ja von Deinem ersten Arbeitstag morgen berichten?
Ich war ja jetzt auch schon was länger nicht arbeiten, weil es mir in der Schwangerschaft nicht allzu gut ging und da ich Krankenschwester bin, hatte ich nicht immer so die Möglichkeit mich bei Beschwerden raus zu ziehen. So langsam quält mich auch das schlechte Gewissen bzw ich fürchte mich vor negativen Reaktionen wegen meiner langen Fehlzeit. Auf der anderen Seite merke ich aber, genau wie Du berichtest, dass ich noch eine Auszeit benötige.. Habe auch Angst einen Fehler zu machen, weil ich mich nicht richtig konzentrieren kann und / oder zu wenig psychisch belastbar zu sein (was ich in meinem Job als selbstverständlich vorraus setze).
Wie ich es drehe und wende ist es wohl besser mit einem schlechten Gewissen zu hause zu bleiben , als zu früh wieder arbeiten zu gehen.
Die Möglichkeit mein Baby bestatten zu lassen, wurde uns nicht aufgezeigt. Ich habe mich zu hause sehr lange mit den Wehen gequält und (jetzt auch histologisch bestätigt ) "die Fruchtanlage bereits zu hause ausgestoßen".
Die Gynäkologin war sehr freundlich und hat mir alles erklärt und war für Fragen offen. Allerdings sind Fragen wie "Lag es an einer Gelbkörper-Schwäche?" unbeantwortet geblieben.
Im Moment interessiert mich das aber auch nicht. Zu oft habe ich Fragen wie diese in irgendwelchen Foren gestellt und gefühlt tausend unterschiedliche und unbefriedigende Antworten bekommen.
Ich möchte so etwas nie wieder erleben aber mein Kinderwunsch besteht weiterhin. Ich weiß noch garnicht ob ich das Risiko einer Fehlgeburt wieder eingehen will durch eine erneute Schwangerschaft. . Ich bin im Moment so hin und her gerissen..
Und mein Respekt vor Frauen, die schon mehrere Abort hinter sich haben, steigt ins unermessliche.
Wie denkst Du über einen erneuten Versuch nach?
Habt ihr euer Baby bestatten können?
Den Spruch von den 12 Wochen kenne ich auch zu gut. Getoppt wird er nur von dem Satz "das Baby wäre bestimmt schwer krank oder garnicht lebensfähig geboren". Das sind typische Sprüche, die wir wohl über uns ergehen lassen müssen. Das doofe ist, sie sind wahr aber helfen uns kein Stück. Meist kommen diese Sätze immer dann, wenn die entsprechenden Personen nicht weiter wissen.

Ich wünsche dir viel Erfolg an Deinem ersten Arbeitstag und denke morgen an Dich

Geändert von rosie0390 (12.12.2016 um 15:58 Uhr).
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  #4  
Alt 12.12.2016, 17:49
Melanie_16 Melanie_16 ist offline
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Ich möchte auf jeden Fall wieder schwanger werden, das ist die Hoffnung, die mich aufrecht hält. Dieses Kind wird nicht ersetzt werden können, aber es soll Geschwisterchen bekommen. Bestimmt ist da Jeder/Jede anders. Ich versuche es nicht nur negativ zu sehen, sondern möchte die Dankbarkeit im Herzen behalten. Die wenigen Wochen der Schwangerschaft waren wunderschön, und ich bin unserem kleinen Sternchen sehr dankbar dafür dass er bei uns war.

Für mich war es eben auch wichtig, die Trauer verarbeiten zu können, um besser damit leben zu können. Ich denke es wäre sonst irgendwann wieder hoch gekommen, ganz ohne es zu durchleben könnte ich das nicht.

Da ich weiß, dass die nächsten Arbeitstage sicher nicht allzu fies werden (meine Kollegen haben großes Verständnis), habe ich kein sehr schlechtes Gefühl. Dennoch gibt es irgendwie Sorgen dass es zu viel wird, und ich werde sicher nicht so ruhig einschlafen können heute Abend...

Den Rest hast Du per PN :-)
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  #5  
Alt 19.12.2016, 17:17
nina030 nina030 ist offline
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Liebe Rosie,

auch ich bin neu hier und habe es noch nicht einmal geschafft, meine eigene Geschichte aufzuschreiben.

Da Du aber so schreibst, wie ich auch gerade empfinde, möchte ich Dir sagen, dass es mir sehr leid tut, dass Dein Baby zu den Sternen gegangen ist.

Ich hatte eine Fehlgeburt mit Ausschabung am 6.12. (14. SSW) und habe den Eindruck, dass ich auch in meiner Trauer feststecke. Ich bin stark für meinen 10-jährigen Sohn, bringe den Tag um, habe aber z.B. erst ein einziges Mal sehr geweint. Das fühlte sich auch gut und wichtig an, aber ich bin wie gelähmt. Manchmal vergesse ich, dass ICH es bin, der das Ganze passiert ist und schaue wie ein Beobachter auf alles.

Gott sei Dank habe ich eine liebe Frauenärztin, die mich so lange krankschreibt, wie ich es brauche, denn eine Rückkehr in meinen Bürojob kann ich mir auch bisher so gar nicht vorstellen. Ich gehe morgen hin, um die AU zu verlängern.

Ich wünsche Dir, dass Dein Hausarzt Verständnis zeigt und Du noch krankgeschrieben wirst! Gern können wir uns auch per PN austauschen, vielleicht tut das gut...?

Liebe Grüße
Nina

mit Sternenkindern Dave (13.09.2005/22. SSW) und Amelie (05.12.2016/14. SSW) und Erdenkind Kjell (*09.07.2006/29. SSW)
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Stichworte
fehlgeburt, trauerprozess

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