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  #1  
Alt 21.05.2018, 20:05
Anne-Rieke Anne-Rieke ist offline
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Registriert seit: 22.11.2017
Beiträge: 2
Standard Eizellspende oder mit eigenen Eizellen weiter?

Hallo liebe Forumsmitglieder,

Ich lese schon seit einiger Zeit still mit und bin immer wieder ganz gerührt von der unaufgeregten Zugewandtheit, die hier im Forums-Miteinander gelebt wird. Jetzt stecke ich gerade fest auf unserm Kinderwunsch- Weg und bräuchte mal Euren Rat, Eure Unterstützung.

Vielleicht erzähl ich kurz von mir, bzw. uns: Mein Mann (32 J.) und ich (34 J.) versuchen seit 1,5 Jahren, schwanger zu werden. Da bei mir schon vor Jahren Endometriose festgestellt wurde (2 Bauchspielungen mit Zystenentfernungen, dann Pille im Dauermodus), haben wir uns bereits nach 3 Monaten erfolglosen Versuchen in der Kinderwunschpraxis vorgestellt. Dort wurde direkt eine Eileiterdurchlässigkeitsprüfung gemacht und festgestellt, dass beide Eileiter undurchlässig waren. Wir haben das damals (leider) nicht hinterfragt. Da unser Kinderwunsch immer stärker wurde, haben wir direkt im Januar 2017 mit der ersten IVF gestartet. Seitdem haben wir 5 IVF‘s und eine Kryo gemacht. Ich habe die Stimulationen eigentlich immer gut vertragen, die „Eizell-Ausbeute“ lag jeweils (nur) bei 5-8, zum Transfer an Tag 2-4 waren immer maximal 2-3 befruchtete Eizellen in B Qualität da. Leider bin ich damit bisher nie erfolgreich schwanger geworden.

Im Oktober 2017 war ich schwanger, aber leider stellte sich in der 6.SSW heraus, dass es sich um eine Eileiterschaft handelte. Ich hatte sehr super starke Schmerzen & musste notoperiert werden. Es war furchtbar, von jetzt auf gleich: alles vorbei. Bei der OP wurde der rechte Eileiter entnommen. Eine Woche später hatte ich erneut starke Schmerzen. Bei einer Nachuntersuchung wurde festgestellt, dass sich eine weitere Eizelle (wir hatten uns 3 zurückgeben lassen) im rechten Eierstock eingenistet hatte. Ich musste also sofort wieder operiert werden, in dieser OP wurde die Schwangerschaft im rechten Eierstock (eierstockerhaltend) entfernt und außerdem festgestellt, dass sich auch im linken Eileiter eine befruchtete Eizelle eingenistet hatte - der linke Eileiter wurde also auch entfernt. Noch heute, wenn ich daran denke, verfalle ich in Schockstarre: Drei kleine Krümmel wollten bleiben. Alle hatten sich eingenistet, alle an der falschen Stelle (obwohl doch die Eileiter eigentlich undurchlässig sein sollten...). Alles ging so schnell, alles war so schmerzhaft. Die Ärzte haben gesagt, sie haben so etwas selten erlebt.

Im Januar 2018 haben wir mit dem nächsten IVF Versuch weitergemacht. Ich glaube, wir brauchten das. Die schnelle neue Hoffnung, um über den Schmerz hinwegzukommen. Als der Versuch dann scheiterte, waren wir beide ziemlich traurig. Wir haben viel geweint und uns dann auch endlich richtig Zeit genommen, die Oktober Ereignisse zu verdauen. Ich habe mich körpertherapeutisch (Grinberg-Methode) begleiten lassen und über Akupunktur und Ernährung mir gutes getan. Wir haben viel Sport gemacht, uns gesund ernährt und endlich mal wieder an etwas anders gedacht.

Im April 2018 haben wir den nächsten Versuch gestartet. Der ist vor ein paar Tagen in einer biochemischen Schwangerschaft geendet. Der HCG wollte einfach nicht steigen und dann fingen die Schmierblutungen an.

Ja, und da stehe ich nun. Traurig und verzweifelt. Und ich merke heute, dass ich noch immer so traurig bin über die verlorenen Krümmel im letzten Herbst. Ich habe gerade in diesen Tagen nach der erneut erfolglosen Schwangerschaft richtig körperlich das Gefühl, dasss mir seit letzten Herbst ein Teil fehlt. Dieses schlagende Herz, das ich im Ultraschall gesehen habe... Viele von Euch haben ja Ähnliches erlebt. Wie seid Ihr damit umgegangen? Wie konntet Ihr den Schmerz verdauen? Was hat Euch geholfen?

Eigentlich hatten wir geplant, nach diesem Versuch, wenn er wieder erfolglos sein sollte,in Richtung Eizellspende nachzudenken. Um meinem Körper nicht noch weitere Stimulationen zuzumuten. Und uns die Chance zu geben, endlich schwanger zu werden. Ich dachte immer, mir macht das nichts aus. Fremde Eizellen. Gerade weiß ich das nicht mehr. Ich zweifele. Wie wird sich das anfühlen, eine befruchtete Eizelle im Körper zu haben, die nicht von mir ist? Wird sich das fremd, vielleicht sogar verkehrt anfühlen? Ich habe Angst. Gleichzeitig denke ich: was in meinem Körper wächst und durch die Liebe von meinem Mann und mir entsteht, dass kann ich nur lieben, das kann nur mein Kind sein. Wer von Euch hat Erfahrungen mit Eizellspende? Wie seid Ihr mit solchen Zweifeln umgegangen? Was hat Euch geholfen?

Puh, das ist jetzt echt lang geworden. Das tut mir leid. Aber irgendwie gehört alles dazu. Ich freue mich über Eure Tipps, Erfahrungen und Rückmeldungen.

Herzliche Grüße

Anne-Rieke
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  #2  
Alt 23.05.2018, 21:38
naja naja ist offline
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Beiträge: 27
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Liebe Anne-Rieke,
es tut mir sehr sehr leid, was du erleben musstest! Das klingt sehr traurig und hart! :-(
Ihr Armen!
Ich kann dir keinen Rat geben. Ich kann dir nur sagen, dass ich auf mein Bauchgefühl hören würde.
Ich selbst habe eine schlechte Prognose jemals mit meinen eigenen Eizellen schwanger zu werden und habe mir daher auch schon Gedanken gemacht. Zur Zeit ist das noch keine Option für mich. Vor ein paar Jahren war ich komplett gegen eine Eizellspende, v.a. weil ich es schwierig finde, dass es meist anonym läuft. Ich denke, dass jeder Mensch ein Anrecht darauf hat, zu wissen, woher er kommt. Von diesem Gedanken entferne ich mich gerade etwas. Schön fand ich die Aussage, dass es das Kind einer Eizellspende ja nur gibt, weil die zukünftigen Eltern sich das ganz genau überlegt haben und es unbedingt wollten... Ich merke dennoch, dass ich noch nicht soweit bin. Mir wurde gesagt, dass ich dafür noch alle Zeit der Welt habe und "nur" eine Gebärmutter brauche. Das hat mich sehr beruhigt und lässt mich das Ganze viel entspannter angehen. Entweder ich bin irgendwann soweit und kann ganz klar "ja" dazu sagen oder es ist nichts für mich und ich finde einen anderen Weg. Warum musst du das sofort entscheiden? Warum gibst du dir nicht erstmal Zeit- v.a. zum Trauern?
Bzgl. der Stimulierung musst du nur bedenken, dass sowohl du als auch eine andere Frau ja doch stimuliert werden müsst. Das ist also keine richtige Pause für deinen Körper.- oder habe ich das falsche verstanden?
Und eine Garantie, dass es mit fremden Eizellen besser klappt, hat du leider auch nicht:-(
Schön, dass du weißt, dass das Kind geliebt sein wird! Das wird es! Was für ein großes Glück für das Seelchen, egal von wo es zu euch kommen wird!
Och menno! Das tut mir immer so leid, zu lesen, dass es anderen auch so schlecht geht mit dem Kinderwunsch! Bei meinen Eltern schien es dir leichteste Sache der Welt zu sein... Schade! Ich würde dir gern helfen können!
Ich wünsche dir alles alles Gute!
Lieben Gruß,
Nadja
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  #3  
Alt 25.05.2018, 08:11
Anne-Rieke Anne-Rieke ist offline
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Registriert seit: 22.11.2017
Beiträge: 2
Standard

Liebe Nadja,

Danke für Deinen Beitrag und Deine Worte, die gut getan haben. Es tut mir sehr leid, dass Du so eine schlechte Prognose hast, mit eigenen Eizellen schwanger zu werden. Ich finde es aber richtig bewundernswert, mit welcher Ruhe und Gelassenheit Du offensichtlich mit dieser Diagnose umgehst! Toll! So wirst Du ganz sicher Deinen Weg zu Deinem Seelchen finden!

Du hast natürlich total recht: ich/wir sollten uns Zeit nehmen. Zu Trauern, zu Sortieren, den richtigen Weg zu finden. Aber genau das fällt mir so wahnsinnig schwer. Weil die Sehnsucht nach einem Kind so gross ist, fühl ich mich richtig getrieben. Die „Pausen“, also die Zeiten, wo wir nicht in Behandlung sind, sind für mich immer eine echte Qual. Wie gehst Du mit dieser Sehnsucht um? Ich hab das so noch nie erlebt, aber auf diesem Kinderwunsch-Weg vermisse ich etwas, was ich noch nicht hatte.

Das Thema Anonymität bei Eizellspende beschäftigt mich auch. Aber ich hab auch schon früh erfahren, wie wichtig neben der genetischen Herkunft die soziale Herkunft ist. Vielleicht könnte ich deshalb die Anonymität besser annehmen.

Alles Gute für Dich auf Deinem Weg!

Anne
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  #4  
Alt 25.05.2018, 17:54
Katharina1979 Katharina1979 ist offline
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Beiträge: 125
Standard Liebe Anne-Rieke

Liebe Anne-Rieke,


auch wenn meine Stolpersteine auf dem Weg zum Wunschkind andere waren, möchte ich nicht ohne Gruß vorüber gehen.

Mein Rat von außen wäre - so schwer das fällt- Dir unbedingt die Zeit zum Trauern zu nehmen. Und eben, so gut es geht, Ruhe zu bewahren.

Tu Dir was Gutes, wann immer es geht, sprich mit Deinem Partner.

Und wenn sich die Dinge in ein, zwei Monaten immer noch "falsch" anfühlen, dann solltest Du auch auf dieses Bauchgefühl hören.
Über die Suchfunktion des Forums könntest Du vielleicht ältere Beiträge zu dem Thema Eizellenspende finden. Aus vielen anderen Beiträgen kann ich jedenfalls berichten, das die Frage "wie weit geht man für den Kinderwunsch bzw. "Was ist für mich hierbei auch ethisch akzeptabe"l hier sehr, sehr viele Frauen beschäftigt. Und einige haben sich daher eben auch gegen vorgeschlagene Behandlungen entschieden. Hör auf Dich und Deinen Körper. Die Ärzte im Kinderwunschzentrum werden immer weiter machen und immer noch etwas vorschlagen, was ja auch ihr Job ist. Aber das Tempo und wie weit Ihr geht bestimmt ihr.

Ich wünsche Euch ganz viel Kraft für Euren weiteren Weg und drücke alle Daumen, das Ihr einen guten Weg finden werdet.

Alles Liebe, K
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  #5  
Alt 08.06.2018, 23:59
IngerT. IngerT. ist offline
aktiver Benutzer
 
Registriert seit: 02.07.2016
Beiträge: 53
Standard

Liebe Anne-Rieke,
ich habe eigentlich gar keinen Rat für dich, was die Eizellenspende betrifft. Ich kann nur berichten, dass meine Schwägerin zwei Mal mit einer Eizellenspende schwanger geworden ist und zwei tolle Kinder hat. Sie lebt aber sehr weit weg und ich habe mich mit ihr noch nie in Ruhe darüber unterhalten können, was es für sie bedeutet.
Eigentlich wollte ich dir aber schreiben, um zu sagen, wie gut ich deine Unruhe verstehen kann. Ich habe mal ein Buch gelesen, in dem stand: "Der Kinderwunsch ist wie ein wildes Tier." Ich fand das sehr passend. Dieses Gefühl kann so mächtig sein. Mich hat es komplett verschlungen, dabei musste ich eigentlich gar nicht lange warten, um schwanger zu werden. Aber mehrmals hat die Schwangerschaft nicht gehalten. Ich finde es tatsächlich schwer, sich vorzunehmen: Wir nehmen uns jetzt Zeit. Wir trauern. Wir machen eine Pause. Wenn man eigentlich denkt, das schlimmste Gefühl würde weggehen, wenn man endlich schwanger wäre. Es ist einfach ein echt verrückte und kraftraubende Zeit.
Ich drücke dir ganz fest die Daumen auf dem Weg zu deiner Schwangerschaft und deinem Kind!!!!
Inger
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  #6  
Alt 09.06.2018, 17:43
Benutzerbild von bettina63
bettina63 bettina63 ist offline
telefonbetreuerin & mod
 
Registriert seit: 30.03.2005
Ort: Offenbach, Hessen, D
Beiträge: 2.081
Standard

liebe anne-rieke,

meine freundin hat vor ein paar monaten ihren sohn geboren, ihr zweites kind das sie mit einer eizellenspende bekommen hat.
da ist nichts fremdes, es sind ihre kinder, sie sagt ihre gefühle sind keine anderen, die sie bei ihrem ersten kind hatte...

lieben gruss
bettina

es gibt nur einen weg
und der ist für jeden anders
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Stichworte
eileiterschwangerschaft, eizellspende

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