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  #111  
Alt 02.12.2017, 14:19
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Maggie1978 Maggie1978 ist offline
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Zitat:
Zitat von Eva A. Beitrag anzeigen
Danke liebe Maggie,

oft denke ich, unsere Gesellschaft tut wirklich viel dafür, dass keine Kinder zu uns finden. Bei mir war es so, dass ich mir schon lange zumindest ein Kind wünsche. Ich hatte viele Beziehungen zu Männern, denen ein Kind einfach zu teuer war, und die deshalb verhütet haben.
Ist das jetzt ein zentrales Thema? Je nach Betrachtungsweise...
Ich wünsche mir so oft, in einer "gesunden, lebendigen Gesellschaft" zu leben, hadere mit der Realität...

Zentrales Thema ist für mich, wie kann ich es trotzdem schaffen, in dieser ungünstigen Umgebung einen einladenden Raum für ein Kind zu gestalten.

LG Eva
Liebe Eva,

danke für deine Antwort. Gerade eben habe ich ein Video gesehen und der Interviewte sagte sinngemäß vielleicht ist unsere Gesellschaft dabei sich "gesund zu schrumpfen". Zumindest sollte es so sein. Der Geburtenrückgang ist ein gutes Zeichen. Anscheinend wird das in der Öffentlichkeit anders wahrgenommen.

Meine Gedanken waren dazu, dass es auf der einen Seite natürlich sein kann, weil unsere "Unfruchtbarkeit" hausgemacht ist. Erst durch die Pille und dann durch die vielen Umweltgifte/Medikamente/Hormone im Wasser/Fleisch u.a. Vor kurzem habe ich gelesen, dass unfruchtbare Paare vor ca. 100 Jahren (also in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts) sehr selten war. Vielleicht bei 3% oder so. Andererseits ist der Wunsch nach einem Kind etwas so natürliches und während bei uns die Bevölkerung schrumpft, wächst sie in anderen Teilen der Erde immer mehr. Ich habe in letzter Zeit auch immer mehr Paare wahr genommen, die keine Kinder haben und auch schon Ende 30 sind. Ich habe keines der Paare darauf angesprochen. Manche entscheiden sich freiwillig für keine Kinder. Ich möchte in kein Fettnäpfchen treten.

D.h. du versuchst momentan schwanger zu werden mit einem Partner, der sich jetzt auch mit dir ein Kind wünscht?

Liebe Grüße
Maggie

"Wer an Wunder glaubt, ist ein Realist." (David Ben Gurion)



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  #112  
Alt 02.12.2017, 21:56
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Maggie1978 Maggie1978 ist offline
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Standard Hürden und Brücken bauen

Liebe Anne,

auch dir danke ich für deine Antwort. Deine Umarmung nehme ich gerne an. Es tut wirklich sehr gut sich hier im Forum einfach mal fallen lassen zu können und es ist immer jemand da der einen auffängt. Danke auch dafür.

Ja, es hat mich tatsächlich jede Menge Mut und Überwindung gekostet diese Schritte zu gehen. 2011 und 2012 habe ich auch in der Kiwu schon mit Hormonen stimuliert und das war schon schwierig. In der Zeit wussten - anders als jetzt - einige Menschen darüber Bescheid und ich habe mich damals sehr getragen gefühlt. Ausgerechnet zu der Zeit erkrankte der Opa von meinem Mann und verstarb nach kurzer Erkrankung aber das liess die Liebe und das Band der Familie in der Zeit unheimlich wachsen. Es war eine traurige Zeit trotzdem voller Wärme und Mitgefühl. Wir haben immer ein Kerzchen als Einladung für unser Seelchen angezündet und gleichzeitig als Gedenken an den Opa.

Als ich mich vorletztes Jahr an die Kiwu gewandt habe, wollten sie sofort IVF machen aber ich habe mich trotzdem erst für IUI entschieden. Das war mein Weg auch wenn die Ärztin es anders gesehen hat und mich sehr erstaunt angesehen hat, als ich ihr das so mitteilte. Unsere Kiwu hat sehr gute Erfolge zu verbuchen, sagte mir auch meine Frauenärztin. Deswegen hoffe ich natürlich weiter.

Ich kann mit deinen Überlegungen etwas anfangen, liebe Anne.

Zu Variante 1: Diese Idee bringt mich in Bedrängnis etwas tun zu müssen. Das fühlt sich nie gut an. Ich komme dann in ein Angstgefühl rein, dass sich im Bauch versammelt und denke ich an Biggi und ihre Art und Weise mit Angst umzugehen und die Angst verstärkt sich bei mir und sie wird richtig körperlich spürbar mit Übelkeit bis hin zu Schwindelgefühlen...selbst meine Sicht verschwimmt mir etwas. Vielleicht ist es für einen Angstpatienten keine gute Idee Ängst so weit zuzulassen. Oder ich übe noch mal.

Letzte Woche dachte ich mal wieder ich kann bestimmt auch ohne Kind mit meinem Mann glücklich sein und mir/uns geht es doch gut so wie es ist. Ich zweifelte sogar schon an der Entscheidung für die nächste IVF. Und dann habe ich weiter in den Gedanken hinein gespürt und so ganz ohne Wehmut und Trauer bin ich dabei doch nicht.

Variante 2: Klingt nicht nach meinem/unserem Kind. Biggi sagte ja schon häufiger, dass unsere Kinder besondere Kinder sind und besondere Zuwendung brauchen. Wenn ich das Wort auseinandernehme bedeutet es im Klartext wohl, dass ich/wir uns ihm uns wirklich zuwenden sollen. Es willkommen heißen. Ihm eine Brücke bauen. Das klingt alles ganz wunderbar und scheint doch so schwer zu sein und die Verbindung kann so schnell wieder abreißen/die Brücke einstürzen. Ich habe oft den Eindruck, dass ich nicht richtig bin so wie ich bin für unser Kind. Vielleicht bin ich manchmal zu cool und dann wieder zu "agressiv". Ich glaube manchmal, wenn unser Kind mich so wahr nimmt, dann will es gar nicht zu mir/uns. Das ist verrückt, weil andere Eltern auch nicht frei von Fehlern sind und dann bin ich wieder es leid und denke mir warum muss ausgerechnet ich "perfekt" sein und irgendwann versuche es gar nicht mehr. Es mischen sich ganz häufig diese Gefühle von Trotz/Frustration/Wut in diese Gedanken. Und letzendlich lande ich immer wieder bei der Trauer.

Variante 3: ...ist für mich momentan sehr schmerzlich. Das Bild von Biggis Schalttafeln mit den Steckverbindungen kenne ich nicht oder es fällt mir momentan nicht ein. Und zum jetzigen Zeitpunkt ist sie für mich kein Trost. Es ist etwas was ich mir nicht vorstellen kann. Selbst wenn die Zeit abläuft.

Zumal ich weiß, dass ich eine gute Mutter sein kann. Wir haben ein Patenkind. Die "Kleine" ist mittlerweile 16 Jahre. Ich habe sie und ihre Mutter kennen gelernt, als ich schwanger war und ein paar Tage danach habe ich unser Baby verloren. Sie war oft sehr präsent in unserem Leben und wir haben eine sehr enge Bindung. Sie sagt wir sind ihre Pateneltern und wenn sie es sich hätte aussuchen können, wäre sie lieber unsere Tochter. Wir haben seit einigen Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter aber in einer Notsituation letztes Jahr hat sie fast 2 Monate bei uns gewohnt. Es war eine schöne Zeit - nicht immer einfach - aber wir haben sie danach sehr vermisst. Jetzt lebt sie in einem Mädchenwohnheim und wir sehen sie nicht mehr so regelmäßig aber Kontakt über WhatsApp/Telefon ist natürlich häufig. Und wenn wir unterwegs sind bzw. selbst unsere eigenen Mütter sagen, dass ich große Ähnlichkeit mir ihr habe und sie hat seltsamerweise soviele Eigenschaften von uns. Es fühlt sich manchmal auch an, als sei sie unser Kind. Früher dachte ich es wäre anziehend für eine Kinderseele aber mittlerweile denke ich vielleicht denkt sie der Platz ist schon besetzt.

Und ich habe den Eindruck, dass die ursprüngliche Kinderseele "aufgegeben" hat evt hat sie woanders ein zuhause gefunden, es fühlt sich für mich so an als ob eine andere im Anmarsch ist. Vielleicht täusche ich mich auch. Früher habe ich oft von einem Mädchen geträumt. Mittlerweile aber häufiger von einem Jungen.

Das ist jetzt alles ziemlich viel stelle ich fest. Ich komme immer so schnell in einen Schreibfluss und da muss dann einiges raus.

Ich wollte noch was zu dem Thema Schritte schreiben: Unser Kinderwunschweg verlief in Etappen und genauso bin ich für mich am logischsten und gesündesten das Thema IUI und IVF angegangen. Immer ein Schritt nach dem anderen. Ich habe nie den ganzen Berg gesehen sondern immer nur die nächste Etappe. Mein Mann hat mir auch die Spritzen gegeben. Ich könnte das nicht. Ich habe nämlich auch Angst vor Spritzen. Auf diese Weise gelingt es mir ganz gut damit umzugehen obwohl die "Nebenwirkungen" und Schmerzen trotzdem ziemlich bedrücken können. Ich habe z. B. 4 Kg zugenommen in einem Zyklus. Mein Hunger war größer und nach dem Transfer unserer Kleinen bekam ich Verstopfung durch das Progesteron. Die Periode war auch länger und schmerzhafter als gewöhnlich obwohl die Blutung selbst geringer war. Das Loslassen fiel mir trotz der Akzeptanz etwas schwer.

Eine weitere Hürde ist für mich auch die Veränderung meines Körpers. Trotz des Wunsches habe ich etwas Bammel davor wie sich mein Körper während der Schwangerschaft verändern wird. Er verändert sich schon stark während der Stimulation und danach. Natürlich bin ich bereit meinen Körper mit unserem werdenden Leben zu teilen und dennoch habe ich Respekt vor den Beschwerden, die auf mich zukommen können.

Also habe ich das Gefühl, dass da einige Hürden zwischen mir/uns und dem Wunschkind stehen. Ich denke in erster Linie werde ich es wieder mit dem Kontakt zu unserer Kinderseele versuchen und als zweiten Schritt mal wieder in die Ängste hineinhorchen.

Liebe Anne, ich hoffe ich überrolle dich nicht mit allem. Das Schreiben hier im Forum hat wieder eine Lavine in Gang gesetzt und die ganze schöne Ruhe ist dann plötzlich futsch. Naja, irgendwann wird sie sich ausgerollt haben und vielleicht habe ich bis dahin die Brücke mit einem roten Teppich ausgelegt damit unser Kleines bequem auf die andere Seite gelangen kann.

liche Grüße
Maggie

"Wer an Wunder glaubt, ist ein Realist." (David Ben Gurion)



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  #113  
Alt 07.06.2018, 23:50
Mine 77 Mine 77 ist offline
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Ich habe mir alle Beiträge vom Anfang bis jetzt durchgelesen, ich bin gerührt von den Darstellungsformen, verzaubert von kleinen Wundern und ich bin erstaunt wieviel hier steht was auch in meinem Herzen vor sich geht.


Bin ganz neu hier und es tut so gut, nicht allein zu sein, mit all den Gedanken, den unterschiedlichen Phasen, Hoch und Tiefs und mit allem dazwischen.



Das Thema des absoluten Punktes bingt einen zurück zum Ursprung, es fühlt sich an wie eine "Reset"-Taste.
Nicht umsonst gibt es das Sprichwort (sinngemäß) "Dass ein Kind entsteht braucht man Vater, Mutter und Kind".


Hier wird schon seit so vielen Jahren geschrieben, wie geht es Euch denn jetzt mit Eurem Kindewunsch?
Ist seit dieser Zeit das eine oder andere Kinderseelchen in Euer Leben gesprungen?


Bis vor kurzem war ich so unendlich traurig, dass unser Sohn noch kein Geschwisterchen hat und vielleicht nie eins bekommen wird, ich wollte dieses Thema des Kinderwunsches ausblenden, wegschieben, habe mir gewünscht Ihn einfach nicht mehr zu haben. Ich konnte den Schmerz nicht mehr ertragen.


So habe ich nach Linderung gesucht und habe dabei dieses Forum entdeckt....


Vor einigen Jahren wurde hier das Thema diskutiert, sich eher mit sich zu beschäftigen, sich als eine Art Mittelpukt zu sehen.
Ich war an diesem Punkt, doch gerade die vielen Beiträge haben mich wieder aufgeweckt. Man sollte sich wirklich von sich selbst wegbewegen hin zum Kind.
Vielen Dank an Euch alle, ich habe mich wieder erinnert, was ganz am Anfang von diesem großen Wunsch steht und durfte Neues dazu lernen.


Vorallem Biggi, deine Sensibilität für dieses Thema ist erstaunlich.
Deine Worte haben so viel Tiefe, sind so fein so zeitlos, wie die Seelen auf die wir alle warten.
Ich habe zwei Bücher von dir gelesen, schon da war ich so gerührt.
Auch dir vielen Dank, für deine wunderbare Arbeit.



Nun bin ich neugierig und gespannt, was kommt.

Die Zeit bevor das Kindlein im Bauch ist, ist so etwas Besonderes. Ich möchte diesen Gedanken verinnerlichen.

Jede Seele ist so unterschiedlich.

Mein Sohn hat so eine Klarheit und Stärke, schon bevor er in meinen Bauch einzog durfte ich das spüren.

Das zweite Seelchen war unendlich zart, manchmal kaum zu spüren und dann mit so einer großen Freude spürbar. Auch als es gegangen ist, wusste ich noch vor dem körperlich Abbruch, dass es geht.

Im Moment bin ich mir nicht sicher, ob so ein Schatz in meiner Nähe ist. Manchmal denke ich ja und dann ist da nichts. Na bei Ihrem Tanz zwischen Welten, ist das wahrscheinlich auch kein Wunder, :-)).


Ich habe jetzt einiges geschrieben, mir vieles von der Seele "geredet", ich hoffe das ist in Ordnung. Bin ja noch ganz unbekannt hier.....


Liebe Grüße,


Mine 77
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