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  #1  
Alt 22.06.2015, 08:18
Jessi33 Jessi33 ist offline
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Registriert seit: 26.01.2013
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 88
Standard Kleiner trauriger Einzelgänger :-(

Hallo liebe Frauen,

ich schreibe euch heute, weil ich gerade so traurig bin und meinem dreijährigen Sohn so gerne helfen möchte.

Folgendes ist das Problem: er ist ein eher ruhiges und abwartendes Kind. Wenn andere Kinder einfach losspielen, überlegt er erst einmal und schon spielen die anderen alleine. Es fällt ihm ziemlich schwer, von sich aus Kontakt zu anderen aufzunehmen. Kommt ein Kind zu ihm, spielt er in der Regel gern mit dem Kind, von sich aus würde er aber niemals zu einer Gruppe spielender Kinder dazugehen.

Wenn ich ihn mittags aus dem Kindergarten abholen, sitzt er IMMER allein in der Sandkiste. Das ist schon ein ziemlich trauriger Anblick. Bisher dachte ich, dass das aber eigentlich mein Problem sei - denn solange es ihm gut geht, hat ER zumindest kein Problem. Gestern hat er mir aber erzählt, dass er gerne mal mit anderen spielen wurde, dass er auch schon einige Male nachgefragt hat,aber abgewiesen wurde. Das tut mir natürlich schon leid und auch mein Sohn wirkte ganz, ganz traurig beim erzählen. Da war er schon mal mutig, und dann ohne Erfolg. Die Erzieherinnen warten ab und mischen sich da nicht ein. dabei denke ich, dass man ihm nach einem Jahr im Kindergarten vielleicht nun doch mal einen kleinen Schubs beziehungsweise Hilfestellung geben müsste, um mit anderen in Kontakt zu kommen?

Ich glaube aber auch, dass es in der Gruppe kein Kind gibt, dass du so "tickt" wie eher. Die meisten sind doch sehr "wild". Vielleicht ist das auch das Problem. Aber ein Gruppenwechsel ist ja auch nicht unproblematisch, von daher habe ich das bisher noch nicht in Betracht gezogen.

er kennt auch das große Kindergartengelände fast gar nicht, weil er sich nur bis zur Sandkiste traut. Wenn die anderen Kinder durch die Büsche toben oder rutschen gehen, bleibt er lieber an seinem sicheren Platz sitzen. Mir tut das so leid, aber ich weiß auch nicht, wie ich helfen kann.

Ich vermute, dass er auch schon die Rolle des stillen Einzelgängers hat. Wenn nicht in den Augen der Kinder, dann aber sicherlich in seinem eigenen Gefühl. Und da herauszukommen, ist bestimmt nicht ganz einfach. Wenn im Sommer das neue Kindergartenjahr startet, wird die Gruppe neu zusammengesetzt. Eigentlich eine gute Chance, bei der ich Ihnen gerne unterstützen würde.

Habt ihr eine Idee? Kann ich etwas mit ihm üben? Oder hat ihn anderweitig irgendwie stark machen?

Liebe Grüße
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  #2  
Alt 23.06.2015, 09:24
Beate71 Beate71 ist offline
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Registriert seit: 29.03.2005
Ort: Berlin.
Beiträge: 445
Standard

Liebe Jessi,

oh, das kenne ich auch.

Meine 1. Idee: Frag ihn doch mal, mit wem er gerne mal spielen möchte. Und dann verabredest Du Dich mit der Mutter/Vater und den Kindern nachmittags zum Spielen. Auf dem Spielplatz oder bei Euch zu Hause. In solch einer 2-er Situation ist es meistens auch für die ruhigeren Kinder einfacher ins spielen mit einem anderen Kind zu kommen. Und Du knüpfst gleich ein paar gute Kontakte Und wenn der erste Nachmittag noch kein großer Erfolg war, dann macht das nichts. Dann wird es einen anderen Nachmittag geben, wo das mit einmal geht.

Meine 2. Idee: Selbstbewusstsein stärken. Bei meinem war es Bewegung. Klettern, laufen, rennen. Laufrad fahren. Erfolgsmomente schaffen. Vielleicht ist es bei Deinem Schatz aber etwas anderes.

Das gute ist, dass sich in dem Alter alles so schnell wieder ändern kann. Die Kinder sind noch nicht so festgelegt. Und mit jedem weiteren Entwicklungsschritt verändert sich wieder so viel.

Ich drück Euch die Daumen!

Liebe Grüße
Beate

mit unserem Sonnenschein im prallen Leben (03/2009) und unserem * (09/2008) im Herzen
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  #3  
Alt 25.06.2015, 08:38
Jessi33 Jessi33 ist offline
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Registriert seit: 26.01.2013
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 88
Standard Danke....

...Liebe Beate!

Die nachmittäglichen Spielkontakte haben wir relativ regelmäßig. Die Sache mit dem Selbstvertrauen klingt gut. Bewegung ist leider nicht so Seins (was es bei anderen Kindern wiederum noch schwieriger macht, habe ich das Gefühl, weil die meisten Kinder ja so gerne rennen und toben), da muss ich mir mal was überlegen. Danke schon mal! Falls noch jemand Ideen hat: supergerne! :-)
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  #4  
Alt 25.06.2015, 11:19
Benutzerbild von Rahel
Rahel Rahel ist offline
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Beiträge: 2.562
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liebe Jessi,
als ich dein Posting oben gelesen habe, hab ich gedacht, das könnte mein Sohn sein...vor 10 Jahren.
Er ist hochsensibel. Die anderen Jungs waren ihm zu laut, zu körperbetont (raufen, das machte ihm Angst) und zu wild.
Mit dem Resultat, dass man ihn geplagt und gemobbt hat, jahrelang (Machos in der Klasse).
Wir wohnen in einem kleinen Dorf, nur 1 Spielgruppe, nur 1 Kindergarten, nur 1 Klasse pro Jahrgang in der Schule, also keine Ausweichmöglichkeit. Freunde sind ,aus Angst vor den Mobbern, nicht zu ihm gestanden. und haben ihn verteidigt
Jetzt ist er 14 und ist an seiner Vergangenheit gewachsen.
Er ist selbstbewusster geworden, hat 5 Freunde in seiner Klasse, hat Humor entwickelt.
ich hab ihm immer gezeigt, dass er selber aktiv werden muss, damit er Freunde findet.
Das kann er jetzt auch.

Letztens war ich mit ihm bei einer Kinesiologin, wegen ein wenig Prüfungsangst und kleinen Lernblockaden.
Vielleicht ist das etwas für deinen Sohn? denn seit der Behandlung (1 mal nur!) fühlt sich mein Sohn sehr befreit und traut sich viel mehr zu.

liebe Grüsse

Rahel

mit 3 Kindern an der Hand und 3 Sternenkindern im Himmel
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  #5  
Alt 26.06.2015, 11:43
Benutzerbild von Sonnen-Sonja
Sonnen-Sonja Sonnen-Sonja ist offline
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Registriert seit: 08.03.2009
Beiträge: 473
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Liebe Jessi,

oh, das kommt beim Lesen mein ganzes Gefühl mit meinem 5jährigen wieder hoch!!!
Rahel schreibt es auch von ihrem Sohn: mein Großer ist auch hochsensibel - und könnte der Zwilling vom Deinem Sohn sein!
Bis vor wenigen Monaten war das bei uns alles auch sehr schwierig und traurig. Phasenweise war er ganz zufrieden allein (da musste ich selbst stark differenzieren: ist es wirlich mein Kind, das traurig ist - oder bin ich es bei seinem Anblick "allein im Sandkasten".

Geholfen hat uns sicherlich seine sehr sensible Erzieherin. Sie hat ihn einfach liebevoll an die Hand genommen, ihn gefragt, was er möchte, mit wem er zusammen spielen möchte und hat mit ihm die anderen Kinder gefragt. Da waren anfangs viele "Absagen" der anderen Kinder. Aber einfach, weil sie schon im Spiel waren oder schon 4 waren für "Vater-Mutter-Kind" und nicht noch ein "Kind" dazuwollten.
Die Erzieherin hat auch darüber mit ihm gesprochen. Und wenn dann was passte, hat sie anfangs noch gekuckt, ob es klappt und sich dann zurückgezogen.
Und schon wenig später hat mein schüchternes Kind auf einem fremden Spielplatz eine Gruppe Kinder gefragt, ob er mit kicken kann!
ich war soooo baff und (saublöd, gell stolz auf meinen Sohn!!!
Hinterher fühlte es sich so einfach an, war aber ein wirklich langer, tränenreicher (auf beiden Seiten) Weg.

Kein wirklicher Tipp für Dich, aber ein Verstehen von Herzen!

Liebe Grüße

Sonja

Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht
chinesisches Sprichwort
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