Frauenworte-Forum Foerdermoeglichkeiten  

Zurück   Frauenworte-Forum > Mutterseite > Forum der Mutterseite

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 19.06.2015, 22:10
Benutzerbild von enidan
enidan enidan ist offline
aktiver Benutzer
 
Registriert seit: 21.05.2013
Ort: Dorf in Sachsen Anhalt
Beiträge: 176
Standard Stiefkinder

Hallo ihr Lieben,
nach längerer Abwesenheit zieht es mich mal wieder hierher.

Auch wenn es mit den beiden Jungs nie reibungslos lief, bin ich jetzt an einem sehr resignierten Punkt angekommen, wo ich sogar meine Beziehung anzweifele...Vielleicht hat ja jemand "kluge" Worte für mich. Ich habe das Gefühl ich drehe mich nur noch auf der Stelle...

Kurz zu unserer Familienstruktur: Ich bin vor drei Jahren ziemlich kurz nach dem Kennenlernen zu meinem Partner und seinen damals 3 und 5 Jahre alten Söhnen gezogen. Habe alle Zelte abgebrochen und neu angefangen. Zu der leiblichen Mutter gab es nur noch selten Kontakt. Seit 1,5 Jahren hat sie den Kontakt ganz abgebrochen (Hat inzwischen auch noch eine TOchter ca. 2 Jahre alt). Eine gemeinsame Tochter wird von allen seit einem Jahr geliebt, Nummer Sechs ist unterwegs. Ach, und eigentlich bin ich der geldverdienende Part, und mein Freund versorgt Haus und Hof, doch wegen der Babypause(n) sind wir beide zuhause. Der Große zeigt regelmäßig Veraltensaufflligkeiten udn bräuchte eigentlich dringend professionelle Hilfe, aber ich kann da ja als NICHT-Sorgeberechtigte nix machen!

Die agressive, angespannte Athosphäre hat sich mit den Jahren von einem Auslöser zum anderen geschoben udn wohl langsam verfestigt. Ich kann nicht genau sagen was das Problem ist, es sind wohl zu viele. AUf jeden FAll stört mich am meisten MEIN regelmäßiges rumgezicke, schnelles anschreien, kompromisslosigkeit, ... Von Anfang an kam ich mit dem vorherrschenden Erziehungstil nicht klar. Die Jungs gehorchen nur, wenn Strafen drohen. Doch Papa ist seeehr inkonsequent und vergesslich. Daher treiben sie es immer weiter. und Bei mir gehorchen sie natürlich gar nicht. Erst wenn ich auch Konsequenzen durchziehe bzw. Papa zur Hilfe hole. Der darf übrigens schreien. ICh bin dann immer gleich zickig....

Nun sthe ich da, erziehe meine leibliche Tochter ganz anders. Wir reden und lachen viel. Körperkontakt ist wichtig. es gibt keine Strafen bzw. die ANdrohung davon. WIr handeln aus und natürlich gibt Mama nach bzw. findet eine tolle ABlenkung auf ein anderes Thema, wenn wir festgefahren sind. Wenn ich mit den Nerven fertgi bin habe ich sie auch hscon mal angeschrien und bestimmt auch schon ungerecht behandelt - aber insgesammt gesehen kann ich ganz anders sein.

In den letzten JAhren haben wir viel an unserer Partnerschaft und dem THema Erziehung gearbietet. Wir haben uns auch Hilfe von einer BEratungsstelle geholt.
Doch nun komme ich an einen Punkt, wo ich glaube, es macht keinen SInn mehr. Erst vor ein paar Monaten hatten wir uns fest vorgenommen den Erziehungstil komplett zu ändern, weil wir so nciht weiter kommen. Die Aggressivität spitzt sich immer mehr zu. Meinem Freund rutscht manchmal auch die Hand aus und die Kinder drohen uns...
Doch nun ist mein Freund wieder zu seinen alten Muster gekehrt. Der Partnerschaftliche Austausch sinkt gegen Null und ich habe keine Lust mehr gegen WIndmühlen anzukämpfen. Wenn ich es schaffe gelassen und freundlich zu sein, freue ich mich - ich weiß nie wie lange es anhält - Diskussionen mit den Jungs gehe ich möglichst aus dem Weg. Papa regelt das. Zwar gebe ich lautstark meinen Senf dazu. Doch Konsequenzen bzw. INkonsequenzen überlasse ich ihm. Höre ich ein "Nö" rufe ich "Verstärkung".
Wenn ich mit allen dreien nicht so gut drauf bin, fahre/geh ich mit meine Tochter einfach weg.

Unser Leben teilt sich immer mehr. In letzter Zeit haben wir sogar oft getrennt gegessen, weil keiner Rücksicht auf meine schwangerschaftsbedingten Empfindlichkeiten nehme wollte und ich dann für mich alleine kochen musste. (es gibt zwei Tage, wo mein Freund kocht, weil ich mit der kleinen Vormittags unterwegs bin.)
Es ist eine sch...situation. Wenn das so weiter geht, kann man die Familie lieber ganz teilen. Dann ist es für alle entspannter....ICh habe keinen Spießrutenlauf mehr und die drei Männer können wieder ihr Männerleben führen----

Eine traurig-entmutigte Nadine

Sebastian (12/2006) und Sören (09/2008) an dessen Leben ich teilhaben darf, obwohl ich sie nicht geboren habe
**********************************************
mein Dummerchen (ELSS, 13.2.2013) und ein Sternchen (6.SSW; 4.6.2013),
das kleine lebensfrohe von Ronja (* 9.5.2014) und das winzige Herzchen von Roland Robin (*9.12.2015)

Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 20.06.2015, 09:06
Benutzerbild von Anja2
Anja2 Anja2 ist offline
aktiver Benutzer
 
Registriert seit: 28.03.2005
Ort: Hessen, Deutschland.
Beiträge: 3.695
Standard

Liebe Nadine,

darf ich noch mal kurz nachhaken und fragen wie alt nun alle Kinder sind die bei euch leben?
Wenn ich mir das richtig zusammen reime, dann sind die zwei Stiefsöhne jetzt 8 und 6, euer gemeinsames Mädchen ist 1 Jahr alt und du bist wieder schwanger?

Da kann ich nur sagen, das wäre auch sehr anstrengend, wenn da alle eure gemeinsamen Kinder wären. Und dann wären eure Erziehungsstile als Eltern wahrscheinlich auch sehr unterschiedlich.
Und ich denke man kann einen Erziehungsstil nicht komplett umkrempeln. Man kann sicher an einzelne Probleme anders heran gehen,.aber jemand der schon immer inkonsequent war wird nicht zu jemand, der alles strikt durchzieht.

"Hand ausrutschen" ist meist ein Zeichen von Uberforderung und da sollte man zuerst dran, denn das geht gar nicht.

Es ist wirklich schwierig aus der Ferne etwas dazu zu sagen, geschweige denn zu helfen. Zumal ihr euch ja schon Hilfe von außen geholt hattet. Vielleicht wäre dies nochmal einen Versuch wert, aber als dauerhafte wöchentliche Hilfe, um besser am Ball bleiben zu können.

Wir hatten hier auch Patchwork und ich hab mich oft zwischen allen Stühlen gefühlt, mein großer ist jetzt erwachsen und wohnt nicht mehr bei uns. Wir hatten keine Megakrisen patchworkmäßig, da mein Mann sich sehr zurückgehalten hat und mich machen lassen hat, aber es ist gut, dass es jetzt vorbei ist.
Bei unserem gemeinsamen Sohn sind wir aber auch nicht immer einer Meinung , es ist aber leichter für mich anzunehmen, weil es halt nicht"Patchwork" ist.

Alles Gute für euch
Liebe Grüße Anja

Anja mit
Jonas (18.9.1995)
und
Moritz (08.04.2007)
an der Hand
und Lara (19.10.2001/24.SSW)
und den anderen Sternchen im Herzen
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 20.06.2015, 11:18
Benutzerbild von enidan
enidan enidan ist offline
aktiver Benutzer
 
Registriert seit: 21.05.2013
Ort: Dorf in Sachsen Anhalt
Beiträge: 176
Standard

Liebe Anja,
ja Du hast richtig gerechnet. Sicherlich wäre es auch so anstrengend, doch diese MAchtlosigkeit gegenüber den Jungs ist furchtbar. Ich habe Angst mit den beiden alleine. Einer alleine geht meistens. Doch zu zweit ist es eine sich immer weiter hochschaukelnde Front.
Mir ist klar, dass man als Eltern nicht immer einer MEinung sein kann und vllt auch sollte. Bei der Kleinen ist das ja so. Und wie Du sagst, es ist dann leichter anzunehmen. Aber bei gemeinsamen Familienregeln oder AUsflügen etc. sollte das nicht einer alleine mal eben so entscheiden, sondern sich vorher mit dem Partner absprechen.... Ja... nun sind wir wieder in einer Partnerproblematik....

Mit dem Zurückhalten und machen lassen---- würde ich ja gerne, wenn es nicht so viele Situationen gäbe, wo ich die leidtragende bin und Konflikte aushalten/tragen muss, weil mein Freund nicht anwesend ist oder es ihn nciht interessiert. Wenn die Jungs Mist bauen, sieht er es meist nciht. Soll ich dann auch jedesmal wegsehen??? SOll ich übersehen, dass der Große klaut, soll ich jeden MIttag und Abend mitansehen, dass sie GRoßen so laut sind und gegen Absprachen handeln, bis die Kleine wieder wach ist??? Sicherlich könnte ich hier und da gelassener sein, doch wo ist die Grenze? Was sollten sie eigentlich können, lernen können und mit welchen DIngen überfordern wir sie?

Ich weiß, dass ich meinen Freund nicht ändern kann. Daher rührt meine Resignation. Wie hat Dein Mann das ausgehalten? War es die männliche Gelassenheit?

Liebe GRüße
NAdine

Sebastian (12/2006) und Sören (09/2008) an dessen Leben ich teilhaben darf, obwohl ich sie nicht geboren habe
**********************************************
mein Dummerchen (ELSS, 13.2.2013) und ein Sternchen (6.SSW; 4.6.2013),
das kleine lebensfrohe von Ronja (* 9.5.2014) und das winzige Herzchen von Roland Robin (*9.12.2015)

Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 20.06.2015, 21:18
Benutzerbild von Anja2
Anja2 Anja2 ist offline
aktiver Benutzer
 
Registriert seit: 28.03.2005
Ort: Hessen, Deutschland.
Beiträge: 3.695
Standard

Liebe Nadine,

er hat es ausgehalten, weil er nur sehr wenig allein war mit ihm, weil wir gemeinsam von Anfang an klar gemacht haben, dass er meinem Sohn auch was zu sagen hat, wenn es das Zusammenleben betrifft (wichtige Entscheidungen über Schule etc.habe ich natürlich mit dem Vater besprochen), aber vor allem.lag es daran, weil auch mein Sohn still gehalten hat und meinen neuen Partner nie angefeindet hat. Also es ging von beiden Seiten recht friedlich zu und trotzdem habe ich es als total stressig empfunden. Ich glaube, so eine Situation wie bei dir ist extrem schwer auf Dauer zu halten .

Unser gemeinsamer Sohn ist ja auch acht, wie euer großer, es ist ein schwieriges Lebensjahr (War bei meinem großen auch so) , sie wollen vieles allein machen, wollen sich aber auch geborgen in der Familie fühlen. Im Grunde brauchen sie Stabilität in deren Grenzen sie austesten können.

Eine Frage habe ich noch, was hält dich davon ab mit den Jungs so umzugehen, wie du es für richtig hältst? Also hier ist es so, dass unser Sohn genau weiß, bei wem er sich was erlauben kann ......

Liebe Grüße
Anja

Anja mit
Jonas (18.9.1995)
und
Moritz (08.04.2007)
an der Hand
und Lara (19.10.2001/24.SSW)
und den anderen Sternchen im Herzen
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 20.06.2015, 23:43
Benutzerbild von DANIE74
DANIE74 DANIE74 ist offline
Wirbelwind
 
Registriert seit: 31.03.2005
Ort: Plankstadt, BW.
Beiträge: 714
Standard

Liebe Nadine,

auch ich will dir gerne ein paar Liebe Grüße schicken und dir sagen, wie gut ich Deine situation verstehen kann.

Es ist mit Sicherheit nicht einfach mit den Kids in diesem Alter, und das Patchwork macht es nicht unbedingt besser. Wobei auch ich der Meinung bin, dass es eventuell ebenso wäre wenn es alles Eurer beiden Kinder wären!

Bei mir war es auch sehr sehr oft turbulent, und uch ich kam manchmal auf Wege - die ich nicht gehen wollte. Schreien, Toben, ständig strafen, bzw. mit Strafen drohen - manchmal lag ich abends im Bett und weinte, weil ich mich so schrecklich fand. Zum Glück war das nur ein Phase, aus der ich wieder raus kam! Ich zog mich an schönen Kleinigkeiten hoch, versuchte den schönen Dingen Beachtung zu schenken und daraus meine Kraft zu ziehen.

Ich hatte mir damals eine "Überraschungs-Schlange" ausgedacht:
auf ein großes Papier hab ich eine Schlange gemalt, die bestand aus verschiedenen Feldern, ähnlich wie bei einem Brettspiel. Immer nach neun Feldern habe ich eine "Überraschung" in Form von einem gerollten Zettel ähnlich wie ein Los geklebt. Darin standen Dinge, die ich dann mit den Kindern gemeinsam eingelöst, bzw unternommen habe.
Für jeden Tag, an dem es gut lief, haben wir ein Feld ausgemalt - jedes Kind ein Feld. So haben sie erkannt, wenn sie sich unterstützen, kommen sie schneller an ihre Überraschung.
Das war eigentlich ganz nett - und auch als meine Rasselbande älter war, fragten sie manchmal danach, und sagten, schade dass wir das nicht mehr machen.

Ich empfinde es auch als sehr schwierig, wenn Dein Freund und Du nicht am gleichen Strang ziehen. Klar ist man nicht immer einer Meinung... aber wenn Du das Gefühl hast, gegen Windmühlen zu kämpfen, dann ist es ja schon keine Kleinigkeit mehr.

Mein Freund und ich leben nicht in einer Wohnung, sondern nur in der Nähe voneinander. Das macht für mich mit sicherheit das Patchwork um Einiges einfacher. Dennoch kenne ich die Schwierigkeiten, die das Patchwork mit sich bringt.
Aber es bringt auch gute Möglichkeiten - mir zum Beispiel war es schon sehr oft hilfreich, wenn mein Freund als quasi Außenstehender, der dennoch mitten drin statt nur dabei ist, mir zu manchen Dingen seine Meinung sagt. Natürlich muss ich zugeben, dass ich im ersten moment meist sauer bin und wie eine Löwenmutter kämpfen möchte oder am liebesten ihn als Gegenschuss mit seinen Unzulänglichkeiten konfrontieren möchte, doch wenn ich darüber nachdenke, hat er oft in Doingen recht, einfach weil er emotional nicht in meiner Haut steckt.
Und im umgekehrten Fall ist es was sein Kind betrifft ebenso.

Meine Meinung nach brauchen Kinder, vor allem welche die "Auffällig" sind (klingt so blöd, aber ich mein das nicht böse - einer meiner Jungs war permanent auffällig!!!) eine wirklich starke Mutter, bzw. starke Eltern. Das gibt ihnen unbewußt die Sicherheit, die sie brauchen.

Wie genau es bei Euch ist weiß ich nicht, aber vielleicht hilft es dir, wenn ich Dir erzähle wie es bei mir war - Du kannst dir ja einfach nehmen was für dich passt, oder vergessen was so komplett anders ist!
Ich hatte immer ein wenig Schuldgefühle weil ich mich von ihrem Vater trennte. Es tat mir sehr leid, dass er nach der Trennung (eigentlich auch schon vorher) seine Vaterpflichten eher schlecht als recht wahr nahm. Wenn er sie hatte machte er alles gut - aber er hatte und hat eben einfach andere Prioritäten. Außerdem hatte ich ebenfalls ein schlechtes Gewissen damals, dass ich ihnen finanziell nichts bieten konnte - nach der Trennung stand ich finanziell gesehen erstmal vorm Nichts!
Also entschuldigte ich so einiges, konnte keine klare Linie fahren in dieser Zeit. der "Auffällige" tat mir besonders Leid, also stelle ich mich immer vor ihn - und verstärkte so seine Auffälligkeiten immer mehr.
Aber ich wollte das so nicht, und fing an mein Rückrat zu entwicklen, eine klare Linie zu fahren - und es wurde Schritt für Schritt besser.

Da Dein Großer schon acht ist, wird es wahrscheinlich ein wenig schwieriger sein als bei einem Kleinen, ihn an Regeln und feste Rituale zu gewöhnen. Aber es wird gelingen. Wünschenswert wäre natürlich, dass Dein Freund mitzieht. Gemeinsam könnt ihr Euch doch mit sicherheit super unterstützen.
Vielleicht könnt ihr gemeinsam in eine Kur fahren und Euch dort richtig zusammen raufen???

Du wirst alles schaffen, an Deiner tochter sieht man doch genau, dass du weißt worauf es ankommt und in der Lage bist, genau so eine Mutter zu sein, wie Du sie gerne sein möchtest!!!!

Ich schicke Dir eine gaaaaaaanz große Potion Kraft, Liebe und Zuversicht!!!!

Ach, da fällt mir noch etwas ein. Ich habe mit meinem Sohn eine Therapie gemacht. Darin habe ich total super gelernt, mich selbst zu spüren und genau gelernt, wann er was braucht. Mir ging es stellenweise selbst nicht gut, da ist es schwierig wachsam zu sein und genau hin zu sehen, wie der Hase gerade läuft - aber es war so schön zu sehen, wie alles was ich an mir änderte sich positiv auf ihn übertrug.

Alles alles Liebe für Dich, Deine Tochter, Deine Stiefjungs und auch an Euen Bauchbewohner

Danie

Meine Rasselbande Alina (08/2000), Leon & Luca (11/2001)
mit Sternenschwester Chiara (6 SSW, 1999)

'Glaub an Dich!'
Jeder starke Baum war einmal eine kleine Pflanze und jede große Tat beginnt mit einem kleinen, guten Gedanken.
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 21.06.2015, 14:44
Benutzerbild von enidan
enidan enidan ist offline
aktiver Benutzer
 
Registriert seit: 21.05.2013
Ort: Dorf in Sachsen Anhalt
Beiträge: 176
Standard

Hallo Ihr Lieben!
DAnke für Euren einfühlsamen Worte. Auch wenn es so viele getrennte ELtern zu geben scheint, findet man selten Patchworkeltern als Austauschpartner. Und noch seltener, bzw. ich noch nie, findet man Frauen die zu einem alleinerziehenden Vater gezogen sind...
Irgendwie scheint diese Situation nämlich noch anders zu sein. Vllt weil Männer und Frauen doch unterschiedlich erziehen, weil doch meist die Männer außer Haus sind, weil...??? In der Zeit wo ich halbtags arbeiten war und mein Freund die Kinder und Haushalt hatte, war es anders - besser. ICh war ausgegliechener hatte (gefühlt) mehr Zeit ohne die Kinder und genoß z.B: die Fahrt zum Kiga und SCHule oder das ins BEtt bringen. Jetzt habe ich eigentlich genauso wenig / viel Zeit mit ihnen und dennoch gehen sie mir nur noch auf die Nerven und ich versuche ihnen aus dem Weg zu gehen. Körperkontakt ist für mich fast nicht mehr möglich. Sie tun mir oft sehr leid. Daran mache ich z.B. auch fest, dass es anders ist als bei eigenen Kindern. Sie fühlen sich soooo weit weg an- immer weiter weg...

Ja, ein starke Mutter bräuchten sie. Ihre leibliche hat sich total dünne gemacht, nachdem sie immer wieder KOntakt versprochen hatte und nach ewigem Verschieben für die Kinder nur Konflikte mit dem Papa oder "GEschenke" bereit hatte.
ANfangs habe ich versucht die starke Ersatzmutter zu sein, aber ich habe schmerzvoll lernen müssen, dass ich NIEMALS ihre Mutter sein kann. Und schon gar nciht die Mutter die sie sich wünschen oder die sie bräuchten!

Die Überraschungsschlange hört sich toll an. Ihr hattet bestimmt viele tolle STunden. Die Frage ist für mich nur, woran mache ich fest, ob "der tag gut gelaufen" ist?!

"Im Grunde brauchen sie Stabilität in deren Grenzen sie austesten können. " schreibsr Du Anja. Schöne Worte. Wenn nicht die olle Praxis so schwer wäre... Manchmal versuche ich mir zu sagen, dass meine Striktheit eine Form von Stabilität dastellt. Auch wenn Papa inkonsequent ist, wissen sie allmählich, dass ich das Gegenteil bin. Bei mir werden die Konsequenzen durchgezogen. Das finden sie natürlich nciht toll und es wird getestet und provoziert bis zum Umfallen. Manchmal versuche ich es als "Lob" zu nehmen. So heftige Streitereien fängt man ja nciht mit jedem an, sondern nur mit einer Person, von der man weiß, dass sie die Beziehung danach nicht abbricht.... Aber hört dieses Testen auch irgendwann mal auf???????

DIe Idee von einer gemeinsamen Kur habeich auch schon mal gehabt: Die Jungs und ich auf Mutter-Kind-Kur. (Damals gab es die Kleine noch nicht) Aber dabei macht der "Klammernde"Papa nicht mit. Er kann eigentlich keinen Tag ohne seine Jungs sein.

...
So jetzt bin ich wieder laut geworden, aber die Luft scheint momentan gereinigt.... ICh glaube es würde nie einen Tag geben, wo es "gut" laufen würde......

Liebe GRüße
Nadine

Sebastian (12/2006) und Sören (09/2008) an dessen Leben ich teilhaben darf, obwohl ich sie nicht geboren habe
**********************************************
mein Dummerchen (ELSS, 13.2.2013) und ein Sternchen (6.SSW; 4.6.2013),
das kleine lebensfrohe von Ronja (* 9.5.2014) und das winzige Herzchen von Roland Robin (*9.12.2015)

Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 22.06.2015, 12:19
Benutzerbild von DANIE74
DANIE74 DANIE74 ist offline
Wirbelwind
 
Registriert seit: 31.03.2005
Ort: Plankstadt, BW.
Beiträge: 714
Standard

Liebe Nadine,

fühl dich ganz lieb gedrückt!!!!

Du hast recht, es gibt kaum Patchwork Familien zum Austausch. Oft denke ich, es redet da auch niemand offen und ehrlich, weil sich niemand gerne die Schwierigkeiten eingesteht!
Wie bei vielen anderen Themen - oder wie viele Mütter hast Du schon getroffen die sagten "hört mal, pinkelt euer Kind auch noch ins Bett?"

Wir können unsere Situation nicht vergleichen, da der sohn meines Freundes ja bei seiner Mutter lebt. Er ist oft beim Vater, auch oft bei mir -bzw. meinen Kindern. Das macht manches einfacher, anderes schwieriger.

Aber es stimmt schon, es gibt ganz selten alleinerziehende Väter. Mit einem bin ich sehr gut befreundet, aber da ist es so, dass er das Sorgerecht beantragte, weil die Mutter so weit weg ziehen wollte...Aber es ist in all den Jahren auch nie eine neue Frau bei ihm eingezogen - schade, sonst hätte ich da mal nachfragen können!

Klar wirst du nie die Mutter ersetzen können, aber Du kommst der Rolle sehr nahe. Denn DU BIST DA!!!! Und ich finde, das ist gut für sie und gibt ihnen das, was sie eigentlich von ihrer Mutter erhalten sollten.
Meine drei Kids zum Beispiel haben kontakt zu ihrem Vater, sind so ca einmal im Monat im Schnitt übers WE mit ihm zusammen, ab und an auch mal länger in den Ferien. Er ist ihr Papa - aber definitiv ist mein Partner eine ganz wichtige Bezugsperson, vor allem von Alina. Denn er ist DA!!! Die Jungs und Alina schauen sich von ihm das Männliche ab, testen das Rollenverhalten und sehen unseren Umgang, das ist gut so.

Mit Kur meinte ich nicht Dich und die Kinder - sondern Euch alle. GEMEINSAM müsstet ihr fahren, um auch gemeinsam Euer Leben in die Richtung ändern zu können, die ihr möchtet. Was bringt es wenn Du dort lernst, wie du mit was umzugehen hast - aber es nicht MIT dem Vater lernst.... ruck zuck bist du wieder an dem Punkt, an dem Du jetzt stehst!!!
Bei meiner Kur war damals eine komplette Familie dort, deshalb fiel mir das ein.

Das der Papa klammert, liegt bestimmt "in ihm", da kommen von ihm Themen und Probleme hoch, die ihm wahrscheinlich nicht mal bewußt sind. Oft übertragen wir auf diese Art und weise etwas auf unsere Kinder.
Ich konnte in der Therapie damals mit Leon in diese Richtung sehr viel dazu lernen!

Außerdem wollte ich Dir gerne noch schreiben, dass ich verstehen kann, dass Du Dich am liebsten zurück ziehen würdest - wenn man immer macht und tut und das Gefühl hat dauernd gegen den Strom zu schwimmen - klar, das tut einem nicht gut!!!

Bei der Überraschungsschlange hatte ich mir überlegt, was für ein Ziel für jedes Kind gut sein könnte, was mich stört. Zum Beispiel bei Leon, dass er immer gleich schlug - für ihn gab es dann ein Stempel, wenn der Tag ohne schlagen klappte! Und da die anderen beiden ja wollten, dass es am Abend drei Stempel gibt - halfen sie ihm dabei, nicht in Versuchung geraten zum Schlagen. Sie unterstützten sich gegenseitig beim Erfüllen ihrer Aufgaben, was das Klima allgemein gut macht und mich natürlich sehr oft lächeln lies.

So schlechte Phasen gibt es doch mit Sicherheit in jeder Familie, auch in den Nicht-Patchwork-Familien. Man bekommt das nur nicht so mit.
Jeder der mich damals mit meiner Rasselbande sah, war völlig entzückt weil das alles immer so gut lief. Klar, die Schwierigkeiten die dahonter standen, dass es so lief, die sah man nicht immer auf den ersten Blick.
Heute lachen meine Kinder und ich über viele Dinge von damals, es ist erstaunlich wie viel ihnen noch einfällt! Meine Tochter ist inzwischen fast 15, die Jungs werden 14 - wir sind ein wirklich gutes Team, bei dem ich als Mutter aber definitiv das Sagen habe. Es ist schön für mich, das meine Kinder selber drüber lachen, wenn wir über den Ärger redeten, sie selbst sagen, es war schön damals, erzählen mehr gute Dinge als schlechte und bei den schlechte, sagen sie selbst "Du hattest ja keine Wahl!" Was hängen blieb war nicht die Schimpfe mutter, als die ich mich manchmal fühlte, was hängen blieb ist die Tatsache, dass ich immer das Beste für die drei wollte!
Und das wird bei Dir ganz sicher auch so sein!!!!

Und ich habe auch offen mit den Kindern drüber geredet, wenn ich genervt war oder ein Problem hatte - da sagte ich ihnen, das ich gereizt bin und nicht so "belastbar" was ihr Zeugs angeht.... so wußte jeder woran er ist und fühlte sich nicht gleich ungerecht behandelt!

Ganz herzliche Grüße an dich

Danie

Meine Rasselbande Alina (08/2000), Leon & Luca (11/2001)
mit Sternenschwester Chiara (6 SSW, 1999)

'Glaub an Dich!'
Jeder starke Baum war einmal eine kleine Pflanze und jede große Tat beginnt mit einem kleinen, guten Gedanken.
Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 22.06.2015, 13:48
Benutzerbild von Heidi_70
Heidi_70 Heidi_70 ist offline
Er tut mir gut :-)
 
Registriert seit: 18.10.2010
Ort: Bei Ravensburg
Beiträge: 605
Standard

Liebe Nadine,

ich reihe mich mal ein bei den Patchwork Familien, wobei auch eher klassisch, denn ich zog mit meinen beiden Töchtern zu meinem Mann, der da noch keine Kinder hatte. Nun haben wir einen gemeinsamen Sohn .

Wir sind nun schon fast 8 Jahre zusammen und haben auch immer mal wieder Partnerschaftsprobleme. Und bei meinen Töchtern hat sich mein Mann oft aufgeregt, wenn ich denen am frühen Morgen gesagt habe, sie sollten doch das Bad mal nicht so dreckig hinterlassen (lange Haare in der Dusche und alles noch nass, ich wollte aber auch duschen und musste dann erst mal putzen, das hat mich sehr geärgert und ich hab denen das am frühen Morgen, nämlich dann auch direkt, gesagt, weil ich es mittags vergessen hätte). Mein Mann fand das nicht toll, dass wir dann so aus dem Haus sind, obwohl er ja nicht mal betroffen war.

Ich kann Dich auch ein bisschen trösten, dass man auch beim gemeinsamen Kind dann nicht alles gleich sieht, jeder kommt aus unterschiedlichen Familien, hat was anderes an Erziehung "genossen" und ist anders geprägt, mit anderen Werten und Vorstellungen.

So nun aber zu Dir und zu dem was geschrieben wurde. Bei dem Begriff "starke Mutter sein" fällt mir ein, dass es so ein Programm gibt "Starke Eltern, starke Kinder" - Google das doch mal ob es das bei Euch in der Nähe gibt. Das sind Abendveranstaltungen, die man (am besten gemeinsam) besucht und sich auch mit andren Eltern austauschen kann. Es gibt das auch für verschiedene Altersklassen. Ein wesentlicher Punkt ist dabei auch, dass man das Positive am Kind erkennt, was läuft richtig gut (auch als Idee, wann ist ein Tag ein guter Tag - vielleicht darf es ja dennoch mal einen kleinen Ausrutscher geben am Anfang, sonst wird kein Tag ein guter Tag, und hinterher steigen dann die Anforderungen an die Jungs - nur so als Idee). Vielleicht, wenn der Tag überwiegend gut war? Aber zu dem Programm: da kann man dann auch als Eltern mal gemeinsam drüber reden (trotz Partnerschaftsproblemen, und die bleiben bei dem ganzen Stress ja auch nicht aus, finde ich zumindest) in der Gruppe, sich auch mit anderen Eltern austauschen...

Und es gäbe noch das Jugendamt als Erziehungsberatungsstelle (oder Caritas oder Diakonie), und es gibt da welche die arbeiten mit Videobeobachtung. Wer verhält sich wie, das wird analysiert und geschaut was kann man verändern. Die Jungs sind alt genug, dass sie da mitmachen können - bei der Maus ist es noch was früh ziemlich sicher.

Das mit der Kur weiß ich nicht wie das ist, wie seid Ihr da versichert? Eine Familienkur bekommt man eigentlich nur, wenn ein Familienmitglied Krebs hat. Und da es nicht deine leiblichen Kinder sind, ist die frage, ob dann nicht eher der Vater mit ihnen eine Kur bekäme, da er ja auch die Haupterziehungsverantwortung trägt? Geht er denn auch arbeiten? Was macht er den ganzen Tag - vielleicht ist er ja auch unzufrieden mit der Situation?

Und bis Du einen Kurplatz bekommst, dauert es oft ein halbes Jahr - da ist das nächste Baby dann auch schon da, und das macht eine Kur nicht einfacher. Hochschwanger nehmen sie oft niemanden mehr auf - also falls Du so was vorhast, dann ganz rasch einen Antrag stellen.

Es gibt ein Kurhaus in Zingst (Mutter-Kind / Vater-Kind Vorsorgeklinik Haus am Meer) - wenn die Kids über den Vater versichert sind, Du aber mit Tochter woanders, dann wäre es da vielleicht dennoch möglich gemeinsam hinzufahren? Sonst bieten die aber die Mitaufnahme von einem Erwachsenen an im Rahmen des Programms "starke Eltern"; entweder kommt der 2.Elternteil dann für 5 Tage dahin und zahlt 200 Euro, die bieten dann auch Familiengespräche an, oder er fährt da gleich mit und zahlt knapp 1000 Euro - schau mal auf die Seite von denen, wenn Du das nicht findest schick ich Dir das auch mal von Daheim, bin grad auf der Arbeit. Aber auch da gilt, einen Platz bekommst Du frühestens zum Jahresende. Wahrscheinlich macht ihr akut erst mal was ambulant - den Rest dann, wenn das nächste Kind so 2 Jahre ist, und bis dahin müsste man mal schauen, warum sich die Jungs so verhalten, und da würde ich sie auch mitnehmen zur Beratung, das ist ja nicht nur eine Paargeschichte.

Weiß nicht ich hoffe es ist was für Dich dabei - es sind alles nur lieb gemeinte Tipps von einer mitfühlenden Mama, die auch immer wieder an ihre Grenzen stößt.

Lieben Gruß0

Heidi

mit ** (12/2010, 10. SSW und 03/2012, 7. SSW )

Nun bist Du da - Bauchwunder, ET 03.09.2013, * 27.08.2013 in einer Blitzgeburt. Du bist zauberhaft und stellst unser Leben auf den Kopf
Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 23.06.2015, 21:57
Benutzerbild von enidan
enidan enidan ist offline
aktiver Benutzer
 
Registriert seit: 21.05.2013
Ort: Dorf in Sachsen Anhalt
Beiträge: 176
Standard

Hallo ihr Lieben!
Nun hat mich der Husten auch erwischt. Seit Tagen kämpft ROnja mit irgendwas und nun Husten wir beide und dazwischen ist sie fast nur am jammern. Wenn sie schläft, z.B. Auto kann ic ncht schlafen und wenn ich gern würde, will sie nur an der BRust nuckeln oder der Rest der Familie ist zu laut... Naja ein halbes Stündchen haben wir doch geschafft. Waren heute beim Arzt blabla. Kennt ihr ja solche Tage.
Das es eine Familienkur giibt wusste ich nicht - danke für die INfo. Ansonsten ist diese Option wohl gerade eher nichts für uns. Habe mich (durch Euch ein wenig gestärkt) gestern mal dran gemacht meine Freund von dem ganzen Frust zu erzählen und Freitag gehen wir wieder zur Beratung. Vielleicht bewegt sich ja wieder ein bißchen. Auch wenn man nicht sieht wie GRas wächst ist es irgendwann groß- oder? Sollten dann nciht auch die kleinsten BEmühungen irgendwann sichtbare Früchte tragen?

Danke Danie für die genauere Schilderung vond er Schlange, jetzt kan ich mir es besser vorstellen.
Als ich Deinen ZEilen von dem gemeinsamen Lachen über vergangene ZEiten las, kamen mir die Tränen. Wie sehr fürchte ich solche zukünftigen Tage, wo "abgerechnet" wird. Bislang stellte ich mir es grausam und genauso schimpfend vor. Alles was ich geschimpft habe, kommt dann geballt zurückDeine Worte von einem lachenden Beisammensein geben mir Hoffnung, dass es vllt doch nciht ganz so schlimm wird... Ich geba mir zwar Mühe, aber manchmal reicht das halt nicht.

Dir Heidi vielen Dank für die genauen Schilderungen von Kur und Kurs.
Den Kurs "starke Eltern-Starke Kinder" kenne ich, habe ihn z.T. selbst angeleitet. Aber natürlich ist theorie und PRaxis ja seeeehr unterschiedlich.. Da mich die kleine Maus noch nicht sehr lange fortlässt, und schon gar nicht abends, fällt das z.Z. noch aus. Auch die Kur .... Aber ich bin froh die Anbindung an die Beratungsstelle zu haben. Auch wenn der Alltag oft zu wenig ZEit zum reden lässt, ist dort wenigsten regelmäßig ein Ort, wo wir uns ZEit nehmen. Dazu kommt noch die Fahrt hin und zurück. Macht einen gemeinsamen Vormittag plus die Zeit davor, wo man überlegt, was man denn dort als THema ansprechen möchte. Meist platzt kurz vorher noch mal einer von uns beiden. und die Luft kann sich reinigen...

So nun muss ich hoch... Ronja ist wach und wir sind müde....
LG NAdine

P.S. Übrigens: der mittlere pinkelt immer noch manchmal ins Bett, insbesondere wenn TReffen mit seiner liebsten Thea (Kiga-freundin) anstehen oder er viel zu müde und spät ins Bett gegangen ist.

Sebastian (12/2006) und Sören (09/2008) an dessen Leben ich teilhaben darf, obwohl ich sie nicht geboren habe
**********************************************
mein Dummerchen (ELSS, 13.2.2013) und ein Sternchen (6.SSW; 4.6.2013),
das kleine lebensfrohe von Ronja (* 9.5.2014) und das winzige Herzchen von Roland Robin (*9.12.2015)

Mit Zitat antworten
  #10  
Alt 26.06.2015, 23:26
Benutzerbild von DANIE74
DANIE74 DANIE74 ist offline
Wirbelwind
 
Registriert seit: 31.03.2005
Ort: Plankstadt, BW.
Beiträge: 714
Standard

Liebe Nadine,

schön von Dir zu lesen!

Jaaaa....jeder kennt so blöde Tage.
Meine Tochter bricht seit drei Stunden, spätestens alle zwanzig Minuten. Gruselig, mein armes Mäuschen! Keine Ahnung wo sie sich das eingefangen hat....


Es freut mich sehr, dass Dir meine Erzählung Mut gemacht hat.

Mir ging/geht es genau wie Du es nennst: die Angst vor der "Abrechnung"...

aber glaube mir, da sind wir Mütter wirklich zu streng mit uns. Die Kinder spüren unsere Liebe, das kommt mit Sicherheit bei Ihnen an, auch in schwierigen Zeiten!

Zum Beispiel habe ich oft ein schlechtes Gewissen, weil ich viel Arbeiten bin und die Kinder viele Dinge einfach mithelfen müssen. Klar, ich weiß im Prinzip dass es ihnen nicht schadet und weiß auch, dass ich ja nicht zum Vergnügen losziehe sondern um Geld zu verdienen, dennoch tut es einem Leid wenn man einfach manche Dinge aus Zeitmangel nicht machen kann oder ablehnen muss, weil man noch zu nem Termin geht. Ich hatte das zu Beginn mit den Kindern besprochen - denn wenn wir wirklich Urlaub etc machen wollen, dann reicht halt keine Halbtagsstelle und wenn ich mehr arbeite, müssen sie mich eben unterstützen - sie wollten das und es klappt.
Mit elf Jahren war meine tochter für drei Wochen mit der Cariats in Italien. Als sie nach Hause kam, war ihr Geburtstag und die Verwandten wie auch ihr Papa waren schon da. Beim Abendessen meinte sie, alle von dort würden sie um ihre Mutter beneiden.... Ich fragte, wieso - und dachte wegen der vielen Briefe die ich ihr schrieb.
Da kam die Antwort: nein, die Briefe fanden alles witzig - aber sie beneiden mich weil ich erzählte, dass Du drei Jobs hast, nur damit Du uns was Schönes bieten kannst!!!

Da habe ich auch geweint....und war sehr erleichtert, dass nicht nur hängen blieb, dass sie die Spülmaschine ausräumen muss und Mama mal wieder weg muss statt zu spielen.

Und so wird das bei Euren Kindern auch sein!!!!

Mein Freund und ich hatten mal mit allen vieren einen Horrorurlaub. Es war einfach alles nur nervig. Sie stritten und lärmten dauernd, wollten abends nicht schlafen obwohl sie total müde waren, mein Freund und ich nervten uns an und alles war schrecklich. Ich machte mir auf der Heimfahrt fürchterliche Vorwürfe, wie schlimm doch alles war und dachte mir, herr je - was werden denn die Kinder den anderen Elternteil und Freunden etc berichten?
Und was glaubst Du???
Sie haben nur das Gute erzählt!!!! Mit strahlenden Gesichtern. Ihnen hat der Urlaub super gefallen..... von den Spannungen haben sie scheinbar nix mit bekommen, die Strafen die sie für ihr Benehmen kassierten fanden sie gerechtfertig und lachten darüber, wie sie mich in den Wahnsinn trieben mit dem Singen von immer wieder dem gleichen Lied....

Ich weiß, Kinder haben sehr feine Antennen und man kann ihnen nichts vor machen. Einer meiner Jungs ist da ein super Spiegel von mir - wenn er am Rad dreht, brauche ich nur zu hinterfragen, was bei mir gerade innerlich los ist!
Und dieses gute Gespür, das zeigt sich vielleicht nicht nur im Unwohl fühlen bei so richtig tiefen Problemen, manchmal schon bevor wir sie selbst erkennen... vielleicht zeigt sich das auch darin, dass sie solches Schimpfen und Motzen leichter weg stecken, weil sie unsere Liebe dahinter spüren?

Was die Schule oder andere wichtige Themen betrifft sage ich Ihnen auch manchmal, dass mir lieber ist, sie finden mich jetzt blöd und ich geh ihnen jetzt mit meinen regeln auf die Nerven - als das sie mit 25 sagen "hätte die sich mal lieber bisschen besser durchgesetzt!"

So.... ich wünsche Dir gute Besserung und auch eine Mütze voll Schlaf.... mal gespannt wie unsere Nacht hier wird. Während dem Text war ich glaube ich zwei oder drei mal bei Alina, der Armen....

Alles Liebe, schön dass ihr wieder in die Therapie bzw Beratung zusammen geht....
Danie

Danie

Meine Rasselbande Alina (08/2000), Leon & Luca (11/2001)
mit Sternenschwester Chiara (6 SSW, 1999)

'Glaub an Dich!'
Jeder starke Baum war einmal eine kleine Pflanze und jede große Tat beginnt mit einem kleinen, guten Gedanken.
Mit Zitat antworten
Antwort

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 02:46 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.8.2 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2018, Jelsoft Enterprises Ltd.