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  #1  
Alt 01.08.2009, 09:17
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Kerstin B Kerstin B ist offline
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Standard erfolglose ICSI - gute Freundin schwanger

Hallo Ihr Lieben,

ich habe mich lange nicht gemeldet. Ursprünglich war der Grund eine Krise in der Kinderwunschzeit vor der ICSI-Behandlung. Ich spürte, dass ich Abstand brauchte und nicht von anderen Forumsthemen abgelenkt und evtl. zusätzlich belastet werden wollte. Die Krise war gemeistert und hatte auch den Eindruck mich wieder bei euch melden zu wollen. Aber ich spürte, dass mir die Pause gut tut und einfach mein eigenen Weg zu gehen. Ich bin ihn sehr gut gegangen, habe gut für mich gesorgt, zumindest meistens und habe viele positive innere Bilder mit mir getragen und mit ihnen gearbeitet. Dann habe ich bzw. wir mit viel Zuversicht und anderen guten Gefühlen die Hormonbehandlung begonnen. Soweit habe ich alles gut vertragen und es kam der Tag der Punktion. Ich habe super gut um mich gesorgt, alles lief bestens. Zur Mittagszeit kurz bevor wir die Ki-Wu-Praxis verlassen wollten, kam die erste Katastrophe. Zuvor hatte ich noch erfahren, dass ich wie wahnsinnig viele Eizellen produziert habe, was an sich ein gutes Gefühl war. Als wir aber dann Mittags etwas taktlos von der Arzthelferin erfahren haben, wie es um die Spermien steht, ist die eben diese erste Katastrophe ausgebrochen. Zuhause hat dann jeder für sich und gemeinsam über seine bzw. unsere trübe Gedanken nachgegangen. Nachdem wir uns körperlich gestärkt hatten, habe ich dann am Nachmittag in der Praxis angerufen und erfahren, dass weitere Spermien gefunden wurden und wir konnten die Situation erst mal gut stehen lassen. Leider haben wir dann am nächsten Tag erfahren, dass sich von den elf Eizellen die mit Spermien zusammengebracht wurden keine einzige sich hat befruchten lassen. Eine Welt ist für uns, für mich zusammengebrochen. Nicht eine einzige. Auf der einen Seite war ich froh, dass ich mir nicht zwei Wochen lange „falsche“ Hoffnung gemacht habe, auf der anderen Seite macht es unwahrscheinlich unsicher für die weitere Zukunft, wenn es schon so ganz am Anfang nicht klappt. Nachdem die Nachricht vom Kopf in den Bauch gerutscht ist, war große Verzweiflung groß. An diesem und am nächsten Tag wusste ich nicht wie ich den Schmerz aushalten soll. Für mich fühlte es sich an, als wenn ich jetzt schon mein Kind verloren hätte. Es war durch meine inneren Bilder schon so präsent, so greifbar. Ich habe viel emotionale Unterstützung von vielen lieben Menschen bekommen. Was eine sehr gute Erfahrung war und mich getragen hat. Auch konnte ich mir ganz unkompliziert geistlichen Beistand holen. Zuvor hatten wir die Eizellen und die Spermien von der Praxis abgeholt. Ich habe sie in ein Bauwolltuch eingewickelt. Mit meinem bzw. unserem Bündelchen haben wir uns dann mit einem ganz lieben Pfarrer getroffen. Die Trauer bei diesem Zusammensein und die tröstenden Worte haben mir und ich glaube auch meinen Mann sehr gut getan. Ich wurde wieder freier. Ich konnte gut ins Wochenende gehen und hatte meine Höhen und Tiefen u. a. mit der Sehnsucht nach meinem Kind gut leben können. Das Bild mein Kind verloren zu haben hat sich verändert und ich hatte dann eher das Gefühl, dass es noch wie vor da ist, dass wir einfach noch eine Umleitung bzw. Umweg zusätzlich gehen müssen. Die Arbeitswoche anschließend mit ihrer Normalität und Alltag hat mir gut getan. Aber heute am Samstag bin ich mit trüben Gedanken aufgewacht. Mich beschäftigt ein Thema noch zusätzlich, mit dem ich nicht weiß wie ich umgehen soll. Ein paar Tage bevor die Punktion durchgeführt wurde, habe ich von einer meiner besten Freundin erfahren, dass sie schwanger ist. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich es gut hören, da ich bzw. wir in voller Zuversicht in unseren Ki-Wu-Behandlung waren. Diese Freundin hat auch einen langen Ki-Wu-Weg hinter sich und hat auch all die Höhen und Tiefen erleben müssen. Von daher hat es mir sogar Mut gemacht, dass es sogar noch nach der Schulmedizin klappen kann. Nach kurzer Zeit hat dann aber wieder so eine doofe Stimme in mir gesagt, na bei denen sind ja trotzdem die Vorraussetzungen besser, da ihr Mann kein Rheuma und die zugehörigen Schwierigkeiten wie Medikation etc. hat. Wir hatten soweit einen schönen Abend miteinander. Aber auf der Heimfahrt ging ein altes blödes Programm in mir los. Ich habe verglichen und ratet mal wer da besser weg gekommen ist. Natürlich die Freundin. Der Neid hatte mich. Tja und jetzt weiß ich nicht wie ich mit den Neid, dem Gefühl der Ungerechtigkeit, des zu kurz Kommens zurecht kommen soll. Ich kenne diese Gefühle und es kommt aus einer nicht sehr behüteten Kindheit. Mit meiner Freundin kann ich sehr offen darüber reden, was ich sehr schätze. Sie lässt mir auch Zeit. Wir haben vor Jahren so eine ähnlich Situation schon mal in einem anderen Bereich gehabt. Haben sie überstanden, aber ich habe den Eindruck, dass ich zu dem damaligen Thema „es“ besser in den Händen hatte. Das Schwanger werden und Kinderkriegen hat man nicht in seinen Händen. Wie ich schon länger weiß und ich einfach wieder erfahren musste. Ich gönne ihr das Kind, das schwanger sein. Aber der Zeitpunkt ist für mich so undenkbar ungünstig. Vor der Hormonbehandlung konnte ich bei einer guten Bekannten gut in ihrer Schwangerschaft mitgehen, so wie früher eben. Kein Babybauch-Neid, keine Berührungsängste. Es war schön, dies wieder als normal erleben zu können. Oftmals haben mich die Bäuche anderen weh getan und eben dieses Neidgefühl ausgelöst die mit Sicherheit viele von uns langjährigen Kinderwunschfrauen kenne. Wie es dann mit der Behandlung konkreter wurde konnte ich dann auch bei fremden Frauen mir sagen, so ein Bauch wirst du auch bald haben. Aber jetzt? Es ist zwar Hoffnung da, aber trotzdem ganz viel Angst und Zweifel. Vom Ki-Wu-Arzt ist uns empfohlen worden ein viertel Jahr zu warten bis wir wieder eine ICSI in abgewandelter Form starten. An sich ist dies für mich mittlerweile soweit okay. Allerdings geht es dann in meiner schwächeren Jahreszeit hinein, in den Herbst bzw. Winter. Und der Entbindungstermin meiner Freundin wird so um meinem Geburtstag im Januar sein. Also Mitten im Winter. Der letzte Winter war der erste Winter nach vielen Jahren ohne Winterdepression. Ich bin dankbar, dass ich ihn erleben durfte, aber haben noch nicht das Vertrauen, dass die weiteren Winter ohne diese depressiven Phasen verlaufen. Und jetzt eben noch die zusätzlichen „Belastungen“. Also dieses Rundumpaket mit der schwangeren Freundin, im Herbst mit der nächsten ICSI zu starten aber auch mit dem Rheuma etc. hätte ich echt nicht gebraucht. Gestern hat eine liebe Bekannte zu mir gesagt, dass man sich manchmal das Leben halt gnädiger wünscht, aber es halt dann doch teilweise so geballt kommt. Habt ihr die ihr euch so tapfer durch diesen sehr langen Beitrag gelesen habt, ein paar tröstliche, hoffnungsvolle und klärende oder auch andere Gedanken für mich. Das Gefühl Neid kann ich mittlerweile relativ gut annehmen. Aber das Thema mit meiner Freundin beschäftigt mich zu sehr und raubt mir unnötige Kraft und macht mir auch irgendwie Druck, auch für die nächsten Versuche. Und lange wird es nicht mehr dauern und ihr Bauch wird das wachsen beginnen. Sie ist eine tolle Freundin und ich möchte diese Freundschaft nicht verlieren, weiß aber nicht wie ich diese Freundschaft in der nächsten Zeit leben kann. Mir würde die Trauer um den missglückten Versuch langen, mit der ich gut umgehen kann und da auch gut meinen Weg finde. Aber in diesem Bereich sind nur Fragezeichen und ungute Gefühle in mir.

Vielen vielen Dank fürs Lesen. Vielleicht hat von euch jemand ein paar Worte für mich. Ich würde mich sehr freuen.

Liebe Grüße von einer momentanen gefühlsmäßigen „verwirrten“ bzw. unsicheren

Kerstin
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  #2  
Alt 01.08.2009, 10:53
Anne80
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Liebe Kerstin,

ich möchte Dich mal ganz fest in den Arm nehmen.

So gut verstehe ich, wie es Dir geht!

Bei mir war es ähnlich. Meine Beste Freundin erzählte mir letztes Jahr dass Sie schwanger ist. Sie erzählte es mir als einer der ersten, sie wusste von unserem Kinderwunsch. Ich musste die Nachricht erstmal sacken lassen. Und habe geweint und geweint. Ich wollte es Ihr nicht neiden. Nein. Aber es tat trotzallem weh. Wir haben viel geredet und ich habe Ihr gesagt, dass es mir nicht immer leicht fallen wird den wachsenden Bauch zu sehen. Sie hatte und hat viel Verständnis. Ich muss sagen dass unsere Freundschaft durch diese Situation noch fester geworden und noch mehr gewachsen ist.

Kurz dannach stand auch bei uns die erste IVF an. Die nicht so verlief wie "gewünscht". Ich habe trotz niedriger Stimulation extrem reagiet. 24 Eizellen wurden punktiert. 16 wurden befruchtet. Diese liegen auf "Eis". Durch die Überstimulation lag ich zwei Wochen auf der Wöchnerinnenstation im Krankenhaus. Meine Freundin hat mich mit Babybauch besucht. Es tat mir trotzallem gut. Einmal haben wir noch einen Kryoversuch gemacht, der leider auch negativ war.

Ich habe derzeit viele Tiefs. Kann auch oft einfach nicht mehr an unser Wunder glauben. Ich kann derzeit auch keine weitern Schulmedizinischen Versuche machen. Weiß auch nicht.

Sehr geholfen hat mir eine Psychologin. Hat mir teilweise die Augen geöffnet, ist da wenn es nicht weitergeht. Vielleicht ist das auch ein Weg für Dich?

Leider kann ich Dir nicht wirklich helfen wie es besser wird / erträglicher. Mir haben nachwievor die offenen Gespräche mit meiner Freundin geholfen. Wenn ich Sie nun besuche kann ich die Kleine auch in den Arm nehmen. Und mich am Lachen freuen. Und dann einfach hoffen, dass auch wir nach dem langen steinigen Weg belohnt werden. Außerdem gestehe ich mir auch zu einfach mal traurgi sein zu dürfen. Auch wenn es anstrengend ist.

Eine feste Umarmung schicke ich Dir.

Anne
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  #3  
Alt 01.08.2009, 11:11
Benutzerbild von Anne68
Anne68 Anne68 ist offline
...hofft weiter...
 
Registriert seit: 25.04.2009
Beiträge: 1.332
Standard Ich kann Dich sooo gut verstehen...

Liebe Kerstin,
ich kann Dich sooo gut verstehen. Es würde ja schon reichen, was man während der ICSI-Behandlung so alles mit macht, und wenn man dann noch einen Misserfolg nach dem andern verkraften muss, ist diese ganze Sache sowieso schier unerträglich. So jedenfalls gehts mir. Bei mir kommt dazu, dass nicht die beste Freundin, sondern die Schwester im gleichen Haus schwanger ist. Ungewollt. Zu Beginn hab ich´s ganz gut weggesteckt. Ich selbst war "guter Hoffnung", dass sich unser lang ersehnets Wunschkind mit ICSI einschleichen würde. Bei meiner Schwester hat man nichts gesehen (wir wären bei meiner ersten ICSI fast zeitgleich gewesen!). Je mehr ihr Babybauch gewachsen ist, desto weniger wollte ich sie sehen. Derzeit ist Funkstille, ich geh ihr total aus dem Weg. Sie hat in 2 Wochen ET. Ich eine ausgeschabte Gebärmutter.

Du schreibst:
Aber das Thema mit meiner Freundin beschäftigt mich zu sehr und raubt mir unnötige Kraft und macht mir auch irgendwie Druck, auch für die nächsten Versuche.

Genau das ist es!!! Du triffst den Nagel auf den Kopf! Ich hab leider keinen Tipp parat. Das einzige, was mir einigermaßen hilft, ist verkrümeln. Möcht mir gar nicht ausmalen, wie es ist, wenn das Kind da ist. Musste schon zuschaun, wie unser Kinderbett (also wo wir Geschwister alle aufgewachsen sind) hergerichtet wurde, Mama die süße Bettwäsche dafür rausgruschte, in der unteren Wohnung die Babykataloge ins Haus geflattert kommen und und und... Und dann noch Babygeschrei im Haus? Und erwartet die Umwelt von mir etwa auch noch, dass ich einen Anstandsbesuch auf der Entbindungsstation mache?
Und für eine dritte ICSI, da ist mir momentan alles verleidet worden. Nur zuschaun, nicht nehmen. Das ist verdammt hart.

Leider kann ich Dir nicht helfen. Bin neugierig, was andere Frauen hier für Tipps haben...
Liebe Grüße
Anne
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  #4  
Alt 01.08.2009, 12:27
Inken Inken ist offline
Auf dem Weg
 
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Liebe Kerstin,

ach menno, es ist so unglaublich gemein! Ich kann sehr gut nachfühlen, wie es dir geht. Es ist schlimm und es gibt eigentlich keine Worte dafür.
Es fühlt sich sooo ungerecht an.
Bei unserer ersten ICSI hatten wir nur eine befruchtete Eizelle (von 9 injiziierten). Die Ärztin erzählte mir nach dem Verlust meines Embryos etwas von "nicht so optimalen Eizellen". Na toll, alles Vertrauen in mich, meinen Körper und meine Fruchtbarkeit waren erstmal dahin. Das Spermiogramm war sowieso alles andere als optimal.
Meine Angst, dass es beim 2. Mal wieder so wird oder sich vielleicht gar keine EZ befruchten lässt, war unbegründet: von 20 injiziierten EZ liessen sich 9 befruchten. Die ersten 3 haben mich gestern leider wieder verlassen, aber jeder Behandlungszyklus kann anders verlaufen!

Eine gute Arbeitskollegin und Freundin hatte auch Schwierigkeiten mit dem Schwanger werden, wir starteten anfang des Jahres etwa gleichzeitig mit der KiWu Behandlung. Sie ist jetzt im 3. Monat und wird es demnächst bei der Arbeit erzählen. Dann wird sich alles nur um Schwangerschaft, Kinder, ach wie schön das alles ist, drehen.
Ich stehe dann da, mit meinem leeren Bauch....

Sie weiß, wie es mir geht, aber natürlich darf sie sich trotzdem über ihren wachsenden Bauch freuen. Sie ist 29, ich werde Ende des Jahres 36. Ich finde, ich wäre an der Reihe gewesen, ich warte schon sooo viel länger. Aber so funktioniert das Leben halt nicht.

Manchmal ist es zum verzweifeln, lass uns weinen und trauern. Und wenn es so weit ist, geht es weiter und vielleicht mit einem wunderschönen Ergebnis.
Das wünsche ich dir.

viele liebe mitfühlende Grüße
von
Inken
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  #5  
Alt 01.08.2009, 13:18
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Kerstin B Kerstin B ist offline
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Liebe Anne68, liebe Anne 80, liebe Inken,

es tut so gut von euch zu lesen, auch wenn manchmal die Tränen dabei fließen, die vorher noch nicht so recht ihren Weg gefunden haben. Ich werde demnächst noch zu euren Antworten schreiben. Jetzt erst mal vielen Dank für eure mitfühlende Worte.

Ich freue mich über weitere Rückmeldungen von den vielen Leserinnen (siehe Hits - Antworten), auch wenn evtl. keine konkrete Tipps dabei sind. Es gibt halt keine Patenrezept, aber das mitfühlen und das verstanden werden alleine tut schon so gut.

Vielen Dank,

Kerstin

Geändert von Kerstin B (02.08.2009 um 11:30 Uhr).
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  #6  
Alt 02.08.2009, 21:24
Saskia71 Saskia71 ist offline
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Hallo Kerstin,

du schreibst, dass du dich über viele Antworten freuen würdest, auch wenn diese keine Patentlösungen bieten können.
Die habe ich sicherlich auch nicht für dich. Doch kann ich deine Gefühle gut verstehen - die vielen Zweifel und Fragen, die hinter all dem stehen. Warum klappt es bei den anderen, warum bei mir nicht? Wird es bei mir überhaupt jemals klappen? Nun habe ich doch so viel während meines Kinderwunschweges auf die Beine gebracht, hatte so ein tolles Gefühl - und wieder nicht! Und dann die vielen dicken Bäuche, die einen umgeben. Ich glaube, in der Zeit, seitdem ich mir Kinder wünsche, sind mittlerweile mehr als 50 Kinder in meinem Kollegium auf die Welt gekommen. Ich erinnere mich noch an den Tag, als ich von 3 neuen Schwangerenmeldungen hörte (an einem Morgen!!!) und ich hoffte mal wieder, dass es bei mir geklappt hat... am Mittag bekam ich dann meine Mens...
Und bis heute kann ich damit sehr unterschiedlich umgehen - doch der Kontakt zu diesen Kolleginnen ist geringer geworden - es dreht sich so vieles dieser Mütter und Väter um die Kinder, es wird von der Planung des 2. oder 3. geredet, mit Kümmernis erzählt, dass es doch tatsächlich 4 Monate gedauert hat, bis das 2. unterwegs war, dass das 3. nicht geplant war usw.
Ich finde es für mich schade, dass ich mich nicht einfach nur an dem Kindersegen anderer erfreuen kann und somit auf diesem Wege Kinder erleben kann. Mein Mann ist so, der freut sich einfach über jedes Baby und jeden dicken Bauch, den er sieht. Aber ich schaffe es nun mal einfach nicht und habe daher eher den Rückzug gewählt.
Bis auf den Kontakt zu einer Familie - dort bin ich Patentante von einem Mädchen geworden. Und das ist ganz seltsam. Weil ich bei diesem Mädchen eine andere Rolle habe, war ich nie traurig, dass in dieser Familie schon das 2. Kind auf die Welt gekommen ist. Es sticht mich auch nicht, wenn mir meine Freundin erzählt, dass sie sich auch gut noch ein 3. Kind vorstellen können. Vielleicht liegt es daran, dass das Mädchen auch "mein" Kind ist, halt "mein" Patenkind.
Du schreibst, dass du sehr offen mit deiner Freundin reden kannst und sie aus eigener Erfahrung sogar die Höhen und Tiefen des Kinderwunschweges kennst.
Ich spinnere gerade so rum.... ich weiß nicht, ob man darum bitten kann, Patentante zu werden, eigentlich wird man das ja gefragt, aber warum soll das nicht anders herum gehen?
Wie würde es sich denn für dich anfühlen, wenn du wüßtest, dass sich da gerade dein Patenkind in einem Bauch gemütlich macht? Nicht irgendein schwangerer Bauch mit irgendeinem Kind, den du da "ertragen" musst, sondern dieser immer dicker werdende Bauch ist die kuschelige Höhle von deinem Patenkind. Und so ein Patenkind, das braucht doch schließlich etwas ganz gemütliches, in dem es aufwächst, oder? Und eine Patentante, die mit der Mama mitfühlt und sich mit ihr freut...

... so das waren ein paar Gedanken von mir...

Lieben Gruß

Saskia
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  #7  
Alt 04.08.2009, 18:38
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Kerstin B Kerstin B ist offline
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Liebe Saskia,

vielen Dank für deine Gedanken. Die Ideen mit dem Patenkind spricht mich an, da ich schon immer ein Patenkind haben wollte. Ich habe zwar immer wieder mal Kontakt mit Kindern, aber nie so oft oder regelmäßig wie ich gerne hätte. Ich gehe immer richtig auf, wenn ich bzw. wir Kinderbesuch habe und den dann sogar noch evtl. über Nacht. Einfach toll. Ich werde den Gedanken mit dem Patenkind mal noch weiter auf mich wirken lassen dann bei Gelegenheit mich mit meinen Mann besprechen und evtl. dann meine Freundin fragen. Ich weiß nur noch nicht wie ich mit einem evtl. Nein umgehen würde bzw. ob ich mir so eine Patenrolle auch mit jemanden teilen möchte. Mal sehen, ein Schritt nach dem anderen. Im Moment ist es nicht mehr so akut. Irgendwie hilft mir auch das Bild, dass meine Freundin eben eher angefangen hat und somit eher durch die Ziellinie ging. Klar, weiß ich das es nichts mit Zeit und abarbeiten zu tun hat, aber der Gedanke hilft dem Kopf und auch etwas dem Bauch.

Deinen Beitrag zu Abschied/Trauer habe ich gelesen und er hat mich berührt. Ich finde dich sehr mutig, wie du deine verschiedene Wege gehst. Ich wünsche dir bzw. euch alles gute auf dem Weg Familie zu werden. Es wird gut!

Liebe Grüße,

Kerstin
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  #8  
Alt 05.08.2009, 11:37
Saskia71 Saskia71 ist offline
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Hallo Kerstin,

schön, dass ich dir mit der Patentante einen Anstoß geben konnte. Ich bin übrigens auch nicht die einzige Patentante, wir sind zu zweit. Die 2. Patentante wohnt im Nachbarort von meinem Patenkind, daher hat sie halt viel mehr Kontakt zu der Kleinen. Ich bin eine gute Std. mit dem Auto von der Kleinen entfernt. So sehe ich sie nicht allzu oft. Aber dafür telefoniere ich öfter mit der Mama und höre von den Fortschritten der Kleinen. Ich freue mich schon darauf, wenn sie alt genug ist, bei uns auch mal über Nacht zu bleiben.

Ja unser Weg ist zur Zeit sehr spannend und ich bin schon ganz zappelig, wann endlich die Reise nach Russland losgeht. Ich hoffe wirklich sehr, dass es dieses Jahr noch klappt.

Lieben Gruß

Saskia
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  #9  
Alt 06.08.2009, 18:25
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Kerstin B Kerstin B ist offline
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Liebe Anne80,

ich wollte mich ja noch mal melden. Mir geht es wieder besser und die Situation hat sich für mich entspannt. Deinen Beitrag zu lesen tat mir sehr gut. Es ist auch schön zu lesen, dass eure Freundschaft durch diese Situation sogar noch gewachsen ist. Das macht Hoffnung.

„Schräg“ fand ich, dass du wegen der Überstimulation auf der Wöchnerinnenstation lagst. Gab es da nicht eine andere Möglichkeit? Aber auch hier war wieder schön zu lesen, dass der Besuch deiner Freundin, trotz Babybauch, dir gut getan hat.

Ich kann mir gut vorstellen, dass man nach diesen Misserfolgen erst mal Pause bzw. Abstand von der ganzen „Behandlerei“ braucht. Gönn sie dir und sei gut zu dir. Ich finde den Spruch so gut: Ich bin es wert gut zu mir zu sein. Ich habe mich gefreut, dass ich in der letzten Zeit so gut für mich sorgen konnte und ganz besonders am Punktionstag. U. a. habe ich darum gebeten, dass mein Sonneblumenbild an die Decke im OP gehängt wir. Und es war einfach gut so u. a. auch weil wir etwas auf dem Arzt warten mussten. Ich habe mich auch getraut nach der Hand der lieben Arzthelferin zu fragen.
Ich wünsche dir dass du auch in der schwierigen Zeit, in den Tiefs, gut für dich sorgen kannst. Spann ruhig auch Freunde mit ein bzw. dass sie dich bestärken und erinnern eben gut für dich zu sorgen. Ich hoffe, dass es dir nicht zu viel der gut gemeinten Ratschläge war.

Ja, ich denke, dass auch bei unserer Freundschaft die bewährte Offenheit und Ehrlichkeit mir helfen wird, mit der Situation zurechtzukommen. Wie gesagt, es ist jetzt schon etwas besser, auch wenn wir uns bisher nicht mehr gesehen haben. Die Gedanken beschäftigen sich aber nicht mehr so intensiv mit dem „blöden“ Zeitpunkt ihres Schwangerseins und ist nicht mehr so negativ.

Vielen Dank auch für deine Umarmung. Ich schicke dir ganz viele hoffnungsvolle und warme Grüße und wenn du möchtest auch eine feste Umarmung.

Kerstin
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  #10  
Alt 06.08.2009, 18:44
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Standard Danke für dein Verständnis

Liebe Anne68,

wie versprochen möchte ich auch dir noch schreiben.
Mensch, dass die Situation mit deiner Schwester finde ich hart. Es wäre schon schwierig genug für mich, wenn meine Freundin im selben Haus wohnen würde, aber die Schwester ist dann bestimmt noch mal was besonderes. Ich glaube ich würde sogar über Auszug nachdenken. Oh man... Wenn du möchtest würde ich dich gerne mal in den Arm nehmen.

Vielen Dank für dein Verständnis, das du mir in deiner Antwort entgegen gebracht hast. Sie hat mir sehr gut getan. Ja, mir geht es auch so, dass ich mir denke, dass das Nichtklappen der ICSI alleine schon genügt hätte, aber dann auch noch die Schwangerenmeldung und dann auch noch von einer Freundin bzw. wie bei dir deiner Schwester. Ich denke, dass dein Umwelt, wenn sie wenigstens etwas einfühlsam ist, nicht von dir erwarten kann, dass du dich mitfreust und so ohne Probleme einen Besuch machen kannst. Hör auf dein Bauchgefühl. Wenn es dir zu viel ist, geh lieber nicht den Besuch machen. Davon wird keiner etwas haben, deine Schwester wird spüren, dass der Besuch aus einem Pflichtgefühl heraus gemacht ist, wenn es dir nicht danach ist. Du schreibst, dass momentan Funkstille ist. Konntet ihr etwas über deine Situation reden und konnte sie etwas Verständnis aufbringen? Oh man, ich wünsche dir so dieses Verständnis von ihr und deiner Umgebung.

Auch hat mir geholfen, dass du vom „sich verkrümeln“ geschrieben hast. Normalerweise tut mir Ablenkung und unter Menschen sein gut, mich mitteilen. Aber es hat mir eben auch in dieser besonderen Situation gut getan mich bewusst zurückzuziehen. Irgendwie hat mich dein Satz bestärkt auf dieses Gefühl zu hören.

Ich wünsche dir trotz der schwierigen Zeit alles Gute und möchte auch dir warme und hoffnungsvolle Grüße schicken.

Kerstin

Geändert von Kerstin B (06.08.2009 um 19:24 Uhr).
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