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  #1  
Alt 17.02.2018, 21:57
Jessi33 Jessi33 ist offline
aktiver Benutzer
 
Registriert seit: 26.01.2013
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 90
Standard Kind würgt und erbricht sich wegen Ekel/unangenehmen Gefühlen

Hallo liebe Frauen,

Lange war ich nicht mehr hier im Forum unterwegs. Mittlerweile habe ich zwei wunderbare Kinder, mit denen ich das Leben in vollen Zügen genieße.

Meine kleine Tochter (2) ist ein Sonnenschein und mit ihr ist alles so einfach und unkompliziert. Mein großer Sohn (6) hat mich schon von klein auf auf besondere Art "gefordert". Anfangs habe ich das nicht realisiert und habe ganz einfach intuitiv so gehandelt, wie ich gefühlt habe, dass er es braucht. Das wurde von einigen in meiner Umgebung (vor allem meiner Schwester und meiner Mutter) nicht verstanden. Sie hatten wohl das Gefühl, ich würde ihn verhätscheln und viel zu sehr auf ihn eingehen. Jetzt im Nachhinein ist mir eigentlich erst klar geworden, dass er vermutlich hochsensibel ist und es einfach genauso brauchte.

Vielleicht ist es für mein aktuelles Problem wichtig, dass ihr ihn ein bisschen einschätzen lernt: Mein Großer ist ein eher ruhiges, beobachtendes, zurückhaltendes Kind. Zumindest in Situationen wie im Kindergarten oder wenn er / wir zu Besuch bei jemandem sind. Bei uns zu Hause und bei seinen Großeltern zu Hause kann er auch ganz wild, aufgedreht und aktiv sein.

Er ist sehr clever und weiß und versteht vieles. Seine "Baustelle" ist das soziale: Blickkontakt hält er (wenn überhaupt) nur flüchtig und es fällt ihm schwer, mit anderen Kindern in Kontakt zu treten. Laute und unstrukturierte Spiele und "wilde Kinder" hasst er, zudem hat er so seine gewissen liebgewonnenen Gewohnheiten und ein ausgeprägtes Schmerzempfinden. (Ich war kürzlich auf einem Vortrag über Autismus und habe mitgeschrieben, welche der dort vorgestellten Merkmale auf meinen Sohn zutreffen. Die oben genannten sind es…vielleicht spricht das für eine Form von Asperger...)

Schon immer hat er bei Ekelgefühlen leicht gewürgt. In den letzten Tagen hat sich das aber massiv verschlimmert. Heute hat er sich tatsächlich mehrmals übergeben (wobei meist nicht wirklich viel rauskam, eher ein bisschen Magensaft mit Spucke vermischt): zuletzt beim Zudecken im Bett (die Decke!!! Zu warm!!!), davor beim Zähneputzen (ich kann ich Zähneputzen! Ich will nicht!), davor beim Schließen der Jacke mit dem Reißverschluss (Engegefühl), davor beim Probieren einer (!!!) Erbse, wobei er Erbsen immer mochte (und diese neben Möhren das einzige Gemüse ist, was er überhaupt isst. Deshalb hatte ich ihn gebeten, von den Erbsen zu essen.)

Eben im Bett war er wirklich verzweifelt, weil er das Gefühl hatte, nicht schlafen und liegen zu können, ohne sofort spucken zu müssen. Aus diesem Grund schreibe ich hier jetzt auch. Bislang war dieses Würgen eher mein Problem (ich finde es furchtbar), jetzt aber habe ich das Gefühl, dass es nun tatsächlich seins geworden ist.

Habt ihr Ideen, was ich machen könnte?

Vielleicht reflektiert er auch meine aktuelle Verzweiflung. Ich habe in den letzten Wochen und Monaten zunehmend mehr das Gefühl bekommen, dass ich, was ihn anbelangt, für alles und jedes kämpfen muss. Er ist ein Denker und reflektiert jede mögliche Gefahr, bevor er irgend etwas ausprobiert. Das führt dazu, dass er vieles gar nicht erst ausprobiert und dass ihm dadurch wichtige Erfahrungen entgehen, die andere Kinder tagtäglich machen. Ich muss dafür kämpfen, dass er sich traut, eine Rutsche runter zu rutschen, ich muss dafür kämpfen, dass er sich mal verabredet, dass er sich sportlich betätigt, dass er die einfachsten gesellschaftlichen Normen mitmacht (und sei es, beim Einkaufen einen guten Freund kurz mit "Hallo" zu grüßen). Das steht hier alles exemplarisch für gefühlt Tausende Dinge, die ich in die Hand nehmen muss. Was das anbelangt, fühle ich mich gerade wirklich ausgebrannt.

Sorry, das ist gerade sehr lang geworden. Es tut mir aber gerade gut, mir das mal von der Seele zu schreiben. Und wenn von euch noch ein paar Tipps und Ideen kommen, was ich ihm (und mir) in der Situation Gutes tun kann, wäre es umso schöner.

Ganz lieben Dank und lieben Gruß von Jessi
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  #2  
Alt 23.02.2018, 11:19
claudiamitlisa claudiamitlisa ist offline
aktiver Benutzer
 
Registriert seit: 01.04.2005
Ort: .
Beiträge: 2.044
Standard Liebe Jessi

Liebe Jessi,

Das ist bestimmt ganz schön belastend. Als ich deinen Text gelesen habe, bin ich mit meinen Gedanken auch bei Hochsensibilität und dann Asperger...gelandet, bevor ich es schon von Dir gelesen hatte. Aber Ahnung habe ich nicht wirklich und habe leider auch keinen direkten Rat.

Hast du vielleicht mal überlegt nach Internetforen zu gucken, wo Betroffene Familien sich austauschen?

Sei ganz lieb gegrüsst
Claudia
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  #3  
Alt 24.02.2018, 16:56
Cindy2012 Cindy2012 ist offline
aktiver Benutzer
 
Registriert seit: 18.01.2013
Ort: Sachsen
Beiträge: 534
Standard

Hallo,
wenn du an Hochsensiblität und Asperger Autist denkst, dann wäre www.rehakids.de vielleicht was für dich (Moderatoren, wenn ich dies hier nicht schreiben darf, dann bitte löschen). Ist zwar ein Forum vorallem für Eltern mit Kindern mit Behinderung, aber auch für welche die keine Diagnose haben.
LG
Cindy
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  #4  
Alt 25.02.2018, 16:27
Benutzerbild von Franzi2009
Franzi2009 Franzi2009 ist offline
Sternenmama
 
Registriert seit: 23.09.2013
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Standard

Hallo Jessie, als ich deinen Beitrag las habe ich gedacht du berichtest über meine Tochter.
Ja auch ich bin mir sicher sie ist Hochsensibel. Ich habe dazu schon ein gutes Buch gelesen. Das hat mich bestätigt und vor allem auch etwas beruhigt. Denn zunächst war ich sehr unsicher, was ich tun kann oder muss.
Mit dem Buch könnte ich vieles besser verstehen.

Ich glaube, dass du sehr Angst behaftete Folgeschwangerschaft sich auf sie übertragen hat. Und eben einfach ein bisschen Veranlagung denn auch ich bin so eine sensible Haut. Rieche mehr und besser als andere.

Aber das was du über würgen berichtest klingt wirklich Besorgnis erregend.
Ich kenn das von Johanna nur wenn sie einen Trotzanfall hatte, arg geweint hat und dann husten müsste. Dann hat sie das manchmal bis zum Erbrechen gemacht vor aufregeung. Aber eben nur in diesen Trotzphasen.

Wir haben hier eine Psychologische Klinik für Kinder und Jugendliche. Da kann man ambulant ein beratungstermin ausmachen. Um dann zu schaun was sinnvoll ist. Vielleicht gibt es in eurer Nähe auch so eine Beratungsstelle bei der du dich erstmal beraten lassen kannst.
Hast du schonmal den Kinderarzt darauf angesprochen?

Ich wünsche euch, dass ihr einen Weg findet mit diesem Problem umzugehen. Dass euch jemand hilft.
Ich freue mich wenn du berichtest, denn auch ich bin mit diesem Thema hochsensibel sehr allein hier.

Lg Franzi

Auch wenn Du so klein warst bist Du immer in meinem Herzen! Krümelchen *21.09.2013
Johanna seit dem 12.09.2014 fest an der Hand und seit dem 18.04.2017 Konrad Heinrich im Arm
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  #5  
Alt 26.02.2018, 11:03
Jessi33 Jessi33 ist offline
aktiver Benutzer
 
Registriert seit: 26.01.2013
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 90
Standard

Hallo liebe Frauen,

zwischen aufräumen, Mittagessen kochen und zum Kindergarten fahren möchte ich euch erst mal ganz lieben Dank aussprechen, dass ihr mir geschrieben und Mut gemacht habt!

Zum Würgen gibt es eine Neuigkeit. Ich glaube jetzt, dass ich weiß, woran es liegt beziehungsweise lag. Ich habe meinem Sohn nämlich Globuli gegeben, die wir vor einiger Zeit mal vom Heilpraktiker bekommen haben gegen kleine Pickelchen auf der Haut. Graphites C 30. Seit ich ihm diese Kügelchen gegeben habe, fing das Würgen verstärkt an, und seitdem ich sie nicht mehr gebe, ist es (fast) weg. Sowas Blödes! Ich meine, das mit dem Würgen kannte ich ja, aber nicht so extrem. Nur sind wir wieder auf "normalem Niveau", also ab und zu kommt es mal vor. Aber das ist erträglich.

All die anderen Verhaltensweisen bleiben aber natürlich. Ich hab jetzt einen Termin zum Beratungsgespräch bei einer KinderPsychologin gemacht, die sich mit Autismus auskennt. Vielleicht kommt etwas dabei heraus, vielleicht nicht. Aber zumindest haben wir es dann abgeklärt. Außerdem habe ich meinen Großen zu einem Sozialtraining angemeldet. Das beginnt schon in drei Wochen und darauf bin ich so richtig gespannt. Es bedeutet zwar circa 80 km Fahrt pro Strecke und das elf Wochen lang jeden Dienstag, aber da setze ich wirklich große Hoffnungen hinein.

Ich halte euch auf dem Laufenden.

Liebe Grüße, Jessi
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  #6  
Alt 28.02.2018, 20:53
claudiamitlisa claudiamitlisa ist offline
aktiver Benutzer
 
Registriert seit: 01.04.2005
Ort: .
Beiträge: 2.044
Standard Liebe Jessi

Liebe Jessi,
Das freut mich, das es euch besser geht. Ich wünsche Euch, dass die Kinderpsychologin und das Sozialtraining Euch weiterhilft.
Liebe Grüsse
Claudia
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  #7  
Alt 01.03.2018, 14:04
Benutzerbild von Franzi2009
Franzi2009 Franzi2009 ist offline
Sternenmama
 
Registriert seit: 23.09.2013
Ort: Mitten in Hessen
Beiträge: 1.525
Standard

Liebe Jessi, das klingt doch gut. Ich hoffe, dass ihr nun einen Weg findet mit diesem Problem klar zu kommen.
Alles gute für euch,

Auch wenn Du so klein warst bist Du immer in meinem Herzen! Krümelchen *21.09.2013
Johanna seit dem 12.09.2014 fest an der Hand und seit dem 18.04.2017 Konrad Heinrich im Arm
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