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  #1  
Alt 18.11.2016, 09:23
Benutzerbild von Biggi
Biggi Biggi ist offline
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Registriert seit: 19.04.2005
Ort: Tremmen, Brandenburg, Deutschland.
Beiträge: 3.337
Standard Die Oasen im Alltag

Liebe Gabi,

welch ein schöner Begriff.

Den nehme ich gleich mal auf und komme mit einer Kernfrage daher:

Wie erkenne ich sie?
Und wie setze ich es um, wenn ich sie dann mal erkannt habe?

Ganz ehrlich, ich gehöre zu den Menschen, die sie nur schwer erkennen.
Und wenn ich dann mal merke, hier oder dort wäre eine Lücke im Alltag,
die ich mir stibitzen könnte, sie nur für mich allein nutzen,
dann tu ich das meistens nicht.

Entweder lenkt mich der Geschirrspüler ab oder das Handy,
oder ich habe gar nicht mehr die Kraft, mich loszueisen.

Ganz nach dem Motto: " Ich hab jetzt keine Zeit, mich auszuruhen".

Den meisten Menschen, die ich kenne, geht das ebenso.
Oder ?

Gestern schien hier bei uns im Norden eine halbe Stunde lang die Sonne.
Mitten an einem regnerischen und nebeligen Tag.
Ich dachte, Mensch, die Sonne will ich nutzen.
Ich geh mal ne Runde raus.
Doch dann habe ich es nicht getan.

Gemerkt habe ich es erst, als es wieder regnete.

Wie blöd von mir.

Wie machst Du das?
Wie machen das die anderen.

Wie löst man sich aus dem Trott und ist mal ganz bei sich selbst.

Wie gelangt man leichter in seine Oase?

lieber Gruß

Biggi


Birgit Zart

http://www.kinderwunschhilfe.de

Von mir ausgebildete Therapeuten in Eurer Region findet Ihr hier:
http://www.die-fruchtbarkeitsmassage.de

Auch auf Facebook könnt Ihr mich finden:
Kinderwunschhilfe Birgit Zart
sowie
Die Fruchtbarkeitsmassage- das Original nach Birgit Zart
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  #2  
Alt 18.11.2016, 11:50
Benutzerbild von gabibernauer
gabibernauer gabibernauer ist offline
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Registriert seit: 09.12.2009
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Beiträge: 423
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Hallo Biggi,
danke für deine Fragen!
Da muss ich selber nachdenken!
Und komme darauf, so selbstverständlich ist und war das nicht mit den Oasen im Alltag.
In einer Phase, wo mein Körper und meine Seele nur Schutz bedurfte (du kannst es auch depressiv nennen!), gab mir eine Psychotherapeutin den Rat, am Abend schreibst du in ein Buch drei schöne Dinge die dir heute aufgefallen sind.
Täglich begab ich mich auf die Suche um meine "Aufgabe" zu erfüllen. Ich weiß heute noch, wie ich einen Fasan beobachtet habe.
Dieses Buch war nie wieder so voll mit hellen Dingen, als in meiner dunklen Zeit.
Ja, und diese Suche habe ich mir behalten. Zum Glück hatte ich einige Monate Zeit zum Üben.
Das war mein Glück zum "Über die Runden" kommen.

Zu deiner Sonnenphase wärend des Regens: du hast die Sonne gesehen und die Sehnsucht gespürt. So fein! Das nächste Mal gib dich nur noch deiner Sehnsucht hin.
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  #3  
Alt 18.11.2016, 11:50
grit36 grit36 ist offline
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Registriert seit: 05.02.2011
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Ihr Lieben,

ich habe das neue Forum vor ein paar Tagen entdeckt, bin immer rumgeschlichen. Hatte natürlich auch grade nie Zeit, hier zu schreiben.
Wie so oft.
Zeit für etwas, was man tun möchte, weil es vielleicht gut tut. Freude macht. Weil man einfach Lust drauf hat. Ihr nennt es die Oase. Das hört sich gut an.

Ich sagte gestern zu meinem Kind, als wir von Arbeit/KiGa heimkamen: Jetzt essen wir was, und nachher gehen wir gleich raus, spazieren, vielleicht in den Wald.
Und dann... stapelte sich in der Küche alles, da stand das Obst das verarbeitet werden wollte... und die Zeit verging.
Als es schon dunkel wurde, sind wir noch schnell in den Garten und dort in der Dämmerung herumgestolpert.

Und ich hab mich soooo über mich geärgert. Warum mache ich das?

Dieses Gefühl, immer "zu müssen". Da sein müssen, funktionieren müssen, sich um vieles meist allein kümmern müssen, mit den eigenen Gefühlen klarkommen müssen, alles immer verstehen müssen,...

Da kommt in mir zur Zeit manchmal meine "wilde Seite" raus, die am liebsten den ganzen Krempel einfach mal lassen würde. Abtauchen, sich bewusst rausnehmen. Aber so richtig gelingt es mir nicht. Weil alles ja nur aufgeschoben ist, und nachher wartet umso mehr auf mich.

Schön, daß es dieses neue Forum gibt. Ich bin gespannt.

Lieben Gruß

Grit
mit Sternentochter im ganz nah & kleiner Schnecke bei mir im Leben

Am Ende wird alles gut, und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende
-Oscar Wilde-
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  #4  
Alt 18.11.2016, 12:09
Benutzerbild von gabibernauer
gabibernauer gabibernauer ist offline
aktiver Benutzer
 
Registriert seit: 09.12.2009
Ort: Österreich, Suben
Beiträge: 423
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Hallo Grit,
deine Beschreibung kenne ich nur zu gut. Und wenn ich mich freischaufle kommt noch ein "wichtiger" Anruf!
Du bist gespannt wie sich das hier mit dem Mut und den Oasen entwickelt...ich auch.
Ich weiß nur, wir sollten unglaublich gnädig zu uns selber sein.
Du bist abends noch rausgestolpert, ich stell mir da so eine Igelfamilie vor. Danke für dieses Bild mit dem rausstolpern, hat mich echt beeindruckt und mich zum Lachen gebracht.
freu mich auf Ausstausch Gabi
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  #5  
Alt 19.11.2016, 00:08
Susie Susie ist offline
Moderatorin
 
Registriert seit: 27.01.2008
Ort: Berlin
Beiträge: 132
Standard Oase im Alltag / Entschleunigung

"Wie machst Du das? Wie machen das die anderen.
Wie löst man sich aus dem Trott und ist mal ganz bei sich selbst.
Wie gelangt man leichter in seine Oase?"

Liebe Biggi,

Es gibt so viele Ansätze / Methoden, in diese Oasen zu gelangen. Die meisten davon fangen im Kopf, im Denken an. Kannst Du Dich an den Film Mrs. Doubtfire erinnern? Da verkleidet sich ein amerikanischer Mann als weibliche Putzhilfe / Babysitter. In einer Szene wird er beim Staubsaugen gezeigt. Was tut dieser Mann nun anders als die bundesdeutsche Hausfrau?
Er betrachtet diese Hausarbeit nicht als lästig, nicht als etwas, was auf der heutigen zu-erledigen-Liste steht, sondern als Spiel. Also, erst einmal die richtige Musik auflegen, die zu Staubsaugen passt. Dann tanzen. Dann den Sauger in die Hand nehmen und mit ihm tanzen. Den Körper nach der Musik bewegen, im Körper sein, nicht im Kopf, nicht überlegen, was sonst noch zu tun ist, nicht auf die Uhr schauen, sondern einfach mit dem Staubsauger tanzen. Und wenn die Gedanken kommen "Du solltest aber..." dann die Gedanken ändern, beispielsweise singen den Text der Musik, oder Ausgedachtes, oder in jedem Zimmer schauen, was es gibt, wofür Du dankbar sein könntest und das besingen (ich singe so falsch, dass es besser ist, der Staubsauger ist an). Oder in den Körper hineinspüren, wie fühlt es sich an, wenn ich schneller bin, oder langsamer oder überhaupt andere Bewegungen mache? Schon bist Du aus dem Kopf draussen und in einer Oase.
Die Buddhisten kennen das als Arbeitsmeditation. Das ist ganz einfach und macht bestimmt viel mehr Spass als über die Lästigkeit des Staubsaugens nachzudenken.

".....lenkt mich der Geschirrspüler ab......."
gerade den Geschirrspüler ausräumen ist mein Lieblingstanz. Da muss der eine Topf hierhin, die Teller dahin, frau tanzt durch die ganze Küche. Deshalb braucht frau ja auch kein Fitnesscenter, es gibt genug zu tanzen an jedem Tag.

Eckhart Tolle macht uns noch einen anderen Vorschlag: bei jedem Teller (Arbeit oder Aufgabe) sagen, was Du tust. Laut. "Ich stelle den Teller, ach ja der ist ja von der Oma, süsse Blümchen, in den Geschirrschrank." Auch damit bist Du aus dem Kopf, aus der Denk-Schiene und bist voll im Augenblick, im Jetzt, in der Zeitlosigkeit, in einer Oase.

Alles Liebe von Susanna,
die noch immer kein handy besitzt.

Dr. med. Susanna Lübcke
http://www.emotionalkoerpertherapie.de/
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  #6  
Alt 19.11.2016, 15:24
Benutzerbild von Anne111
Anne111 Anne111 ist offline
aktiver Benutzer
 
Registriert seit: 04.04.2013
Ort: Rheinland
Beiträge: 317
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Hallo in die Runde,

ich freu mich sehr, dass es dieses neue Forum gibt - Danke dafür!

Dieses "ich würd am liebsten (weiß genau, was mir grad guttäte)... mach das aber später" - und dann am Ende des Tages dochnicht kenn ich auch gut. Und das hinterlässt bei mir oft eine kleine Traurigkeit, weil offenbar so viele andere Dinge wichtiger/dringlicher sind als ich selbst. Da stimmt was in der Verhältnismäßigkeit nicht und das Erkennen UND Nutzen von kleinen Oasen ist bestimmt eine schöne Weise, da mal anzusetzen.

Eure Beispiele gefallen mir: Tanzen & Singen bei der Hausarbeit werde ich ausprobieren. Und das tägliche Aufschreiben von 3 schönen Dingen spricht mich auch an. Dass dieses Buch nie wieder so voll mit hellen Dingen war wie in Deiner dunklen Zeit liegt vielleicht daran, dass gerade auch die schweren, schmerzhaften und dunklen Phasen im Leben das Potential haben, den Blick für (kleine) Dinge zu schärfen, die ein bißchen glücklich machen. Wie Glühwürmchen an einem dunklen Abend. Gerade weil man in solchen Zeiten vielleicht auch sensibler ist. So geht es mir jedenfalls.

Mir gelingt es bisweilen, die kleinen Oasen im Alltag zu finden und zu genießen, wenn ich meine kindliche Seite mal machen lasse - impulsiv und egal, ob das grad angemessen/gesellschaftskonform ist oder nicht. Ich hab z.B. im Büro auf meinem Schreibtisch eine Brille mit pinken Gläsern liegen. Die sieht wirklich verboten aus (so 80er-Jahre-Colt-Sievers-mäßig). Aber wenn ich die anziehe, ist die Welt für einen Moment faktisch rosarot. Das hilft mir, wenn ich merke, "Achtung, hier läft grad was aus der Kontrolle - ich bin gestresst, ich ärger mich... usw.". Zack, Brille an, zurücklehnen, durchatmen und ja - auch das Gefühl genießen, dass ich grad ausseh wie Atze und es mir ganz egal ist. Dann noch husch ein paar Seifenblasen hinterherschicken (Pustefix steht auch griffbereit auf dem Schreibtisch), ihr leichtes Schweben und die schillernden Farben betrachten. Und schon gehts mir besser und das "seriöse", erwachsene Ich kann wieder übernehmen. Das dauert nur eine Minute, hilft UND macht Spaß.

Besonders gut klappt das "Oasen-Finden" bei mir, wenn ich mal keinen Zeitdruck hab und ohnehin in entspannter Stimmung bin (was leider viel zu selten der Fall ist). Dann entdecke ich z.B. im Wald einen Bergmolch in einer Pfütze und freu mich wie ein Schneekönig, dass ich den Kerl gefunden hab. Oder ich stehe minutenlang wie gebannt unter einem herbstlich bunten Baum mit grün-gelb-orangenen Blättern, die vor einem knallblauen Himmel flimmern und rauschen. Solche Momente geben mir Energie, die ich aufsammele in eine innere Schatzkiste - für blöde Zeiten.

Liebe Grüße
Anne

Auf den Spuren des Maikäfers - den Sternchen entgegen...
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  #7  
Alt 20.11.2016, 11:26
Benutzerbild von Stefanie*76
Stefanie*76 Stefanie*76 ist offline
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Registriert seit: 12.07.2011
Ort: Schleswig Holstein
Beiträge: 703
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Hallo ihr Lieben!

Ich staune gerade über dieses neue Forum und finde es ganz großartig! Vielen Dank dafür! Zufällig betrifft mich dieses Thema auch gerade sehr. Mein Mann und ich finden uns recht gut mit der ungewollten Kinderlosigkeit ab. Wir arbeiten sehr viel und genießen das abendliche Entspannen.

Meine Freundinnen und Kolleginnen wuppen meisterhaft alles. Den Job, die Kinder, den Haushalt.... da kommt in mir viel Respekt auf und die Kinderlosigkeit tut nach wie vor weh. Wenn ich dann Zeit und Raum für mich habe, suche ich mir zu oft Arbeit, anstatt mir selbst etwas gutes zu tun. Manchmal ist das schon eine Art Selbstbestrafung, Verdrängung...

In den letzten Jahren zwang mein Körper mich immer wieder zu Auszeiten und ich lernte ganz gut, besser mit mir umzugehen. Mittlerweile habe ich mir Oasen geschaffen und auch das Gefühl, es echt verdient zu haben! Gleich zu Wochenbeginn schaue ich auf meinen Schichtplan wann meine Yogaauszeiten, oder das Bogenschießen Platz finden. Das intuitive Bogenschießen ist definitiv meine wilde Seite! Vor allem wenn ich in der Natur übe, spüre ich ganz viel Kraft und Ruhe.

@Anne und Susie: das sind tolle Ansätze! Momentan gibt es bei uns im Dienst arg viel Stress und Kompetenzgerangel. Sich überall kleine Ablenkungsstrategien/Oasen einzubauen, finde ich großartig! Ich werde morgen gleich mal schauen, was ich tun könnte. Wie gern würde ich Dich mit der pinken Brille sehen, Anne!! Ich habe ein großes Foto von meinem Patensohn im Spind hängen. Es wurde kurz nach seiner Geburt aufgenommen. Jedesmal wenn ich mich umziehe, erfüllt mich sein Anblick mit so viel Liebe und Glück!


Ich wünsche euch allen einen schönen Sonntag!

"Das Schicksal zeigt Dir manchmal Wege, die Du gehen kannst und nicht die, die Du gehen möchtest".
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  #8  
Alt 20.11.2016, 21:57
Benutzerbild von Rebi
Rebi Rebi ist offline
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Beiträge: 170
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Oh schön ein neues Forum da Schleich ich mich doch glatt mal hier herein.

Ein fröhliches Hallo,

mir springen gerade ganz viele Gedanken durch den Kopf. Ich durfte bisher so vieles lernen in meinem KiwuWeg und das hat mich bestärkt, bin fröhlicher und liebevoller zu mir selbst. Und ich komme immer auf den selben Punkt, ganz gleich welche Methode ich schon angewendet habe: sich selbst Lieben zu lernen, allen und sich zu vergeben und zu vertrauen das alles so kommt wie es kommt und die Hoffnung ist stehts ein Begleiter.

Wie ich das mache? Erst einmal ganz tief durchatmen, egal ob ich kurz davor bin unpünktlich zu sein, gerade dann fahre ich ein Gang runter, und so komme ich pünktlich und ruhiger an. Und ich habe meine Gedanken geändert, dahingehend was mir gut tut und nicht was eventuell die anderen denken oder meinen könnten. Und mir selbst damit den Druck rausgenommen habe. Wenn ich irgendein Druck oder Ungeduld verspüre, atme ich erstmal tief ein und überdenke meine Gedanken und schaue sie mir an und dann entscheide ich mich für das leichte Gefühl, wo ich mich entspannt fühle und dann steht eben das Geschirr rum oder der Wäscheberg wird etwas höher. Wenn es dem Man stört, kann ja auch aufräumen oder wenn es einen selbst stört, dann kann man sich auch Unterstützung dafür holen, um eben mehr Zeit für sich einzuräumen.

Ich finde wir dürfen noch ganz viel von der Selbstliebe lernen. Die ist irgendwie so etwas in den Hintergrund geraten. Wir haben doch sehr viel von unseren Eltern gelernt, erst auf andere zu achten und dann irgendwann mal auf uns selbst? Wenn das überhaupt dann noch möglich war. Und dann steht man da und fragt sich, was hab ich eigentlich heute für mich getan? Und das finde ich ein ganz wichtiger Punkt, da ich denke, dass man erst bereit ist Liebe zu geben und zu empfangen, wenn man sich selbst erst liebt und achtet. Und dabei kann man jeden Tag so viel lernen und als erstes auf seine Gedanken achten und schauen, wo steckt da was unfreies oder blockiert mich irgendwo bzw ist eher negativ eingestellt. Und da gibt es so viele Möglichkeiten.

So, ich hoffe ich konnte meine Gedanken soweit plausibel erklären und euch ein wenig aus meinen Erfahrungen mitteilen.

Ich freue mich auch auf ein regen Austausch mit euch.

Das Leben bleibt spannend

Viele Grüße
Rebi

Geduld wird stets belohnt!
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  #9  
Alt 22.11.2016, 13:54
Benutzerbild von Zora*
Zora* Zora* ist offline
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Registriert seit: 02.02.2012
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Wow, was für ein tolles neues Forum! Ich bin grade sehr mit meiner wilden Seite beschäftigt, weil mir klar geworden ist, dass ich die aus Harmoniegründen ordentlich weit weg gepackt habe. Und wie sehr ich darunter leide, einen wichtigen Teil von mir abzuschneiden.

Dieses Jahr habe ich eine künstlerische Fortbildung gemacht und da meine wilde Seite sehr nähren können. Sie hatte Raum, durfte sein, ich musste mich nicht selbst zensieren, so wie ich das im Alltag oft tue. Nun frage ich mich, wie ich diese Freiheit in meinen Alltag integrieren kann und denke: Es geht nur mit Übung. Mit Zeit nehmen, mit Raum nehmen. Statt meine kläglichen Meditationsversuche weiterzuführen, will ich stattdessen eine Übung aus der Fortbildung praktizieren: Sei 15 Minuten mit dir. Nehme wahr, was gerade los ist, folge deinen Impulsen, mach, was dein Körper grade will und braucht. Ich bin gespannt, ob ich mir diese Zeit tatsächlich regelmäßig nehmen werde, aber erst einmal ist es ein guter Plan, der mein Gespür für meine Bedürfnisse, Impulse, Spontanität und Lebendigkeit wach hält.

Aber so konsequent braucht das auch Mut. Denn für eine Beziehung kann es schon mal schwierig werden, wenn plötzlich die lieben, angepassten und harmoniebedürftigen Seiten etwas kleiner werden. Weil die Wilde gesehen und gewürdigt werden will. Weil die Bedürfnisse zugelassen werden. Wie weit sie dann umgesetzt werden steht ja noch mal auf einem anderen Blatt, aber erstmal wahrzunehmen, dass da überhaupt etwas ist. Das ist gerade mein Experiment mit mir selber.

Und als ich eure Beiträge gelesen habe, musste ich echt grinsen: Auf meinem Schreibtisch stehen auch Seifenblasen griffbereit und in unserem Garten haben wir einen Platz zum intuitiven Bogenschießen. Mich beschleicht das Gefühl, ganz gut in dieses Forum reinzupassen .

Viele Grüße
Zora
~~~~~~~~~ *** ~~~~~~~~~
already in my heart
someday
in my arms
~~~~~~~~~~~*** ** ***~~~~~~~~~~~
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  #10  
Alt 03.02.2018, 09:44
Benutzerbild von irishi
irishi irishi ist offline
Leben mit dem, was kommt.
 
Registriert seit: 08.11.2010
Ort: Eifel oder an der Weser, je nach dem
Beiträge: 605
Standard Die wilde Seite heißt bei mir "innerer, harter Kern"

Nach langer Zeit mal wieder hier vorbeigeschaut und festgestellt, dass mir die wilde Seite als Thema gefällt. Denn die wilde Seite, das ist, was einem bleibt, wenn sonst alles weg geht. Das ist ein Kern, tief in uns, egal, was uns im Leben so alles geschehen ist. Auf diesen Kern muss man sich berufen, aus ihm kommt die Antwort, was alles so wichtig ist im Leben - und dass Kinder, egal, wo sie sind, nur ein Unterkapitel davon sind. Eines von vielen. Da ich dieses Unterkapitel im Buch meines Lebens nicht so schreiben durfte, wie ich es mir gewünscht hätte, sondern es statt dessen in einem Psychothriller-Drama-Kriminalroman-Endzeitfilm mündete, der sich auch noch auf die Unterkapitel Beziehung und Beruf ausbreitete, ist mir heute wichtig, dass ich die anderen Unterkapitel auch noch habe und dass sie mit Geschichten aus anderen Genres füllen kann.

Es gibt Menschen, die sich wundern, wie ich mit diesen krassen Unterkapiteln einfach so umgehe und wie ich einfach so weiterlebe und dann eben halt was anderes mache oder andere Schwerpunkte setze (denn Beruf muss ich ja nach wie vor machen, ich muss ja von irgendwas leben). Aber das hat viel mit meinem inneren Kern - oder wenn ihr wollt, mit meiner "wilden Seite" zu tun, die ich immer schon gepflegt habe (ein bißchen Pippi Langstrumpf - ich war immer sehr gut darin, mir Dinge sagen zu lassen, aber das heißt noch lange nicht, dass ich die Dinge von anderen auch annehme ). Ich höre eher auf meine wilde Seite oder meinen inneren Kern und lasse mich treiben, bis er mich wieder irgendwo hinzieht. Dabei sind in den letzten 2-3 Jahren sehr krasse Sachen herausgekommen und ich finde die jetzt völlig ok und bin froh, dass es sie gibt: Stoff für neue, andere Unterkapitel im Buch meines Lebens.

Ich werde hier mal wieder öfter reinschauen, denn ihr habt großen Anteil daran, dass ich heute bin, wo ich bin und da zufrieden bin, auch wenn ich nicht alles bekommen habe, was ich wollte, sondern im Gegenteil, sogar noch mehr abgegeben habe, als ich mir jemals vorstellen wollte. Aber jetzt ist dann eben Platz für völlig andere Dinge.

LG, Iris

Hoffnung ist eben nicht Optimismus, ist nicht die Überzeugung, daß etwas gut ausgeht,
sondern die Gewißheit, daß etwas Sinn hat - ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.
(Vaclav Havel)

Stern Manon Caroline (*02.11.2010 still nach 29 Wochen) und die kleine Sternschnuppe (08/2012, 9. Woche), die ihr hinterher fliegt
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