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  #11  
Alt 16.08.2012, 09:19
melie225 melie225 ist offline
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liebe christina,

an deiner stelle würde ich jetzt noch nicht an die arbeit denken wäre auch noch viel zu früh. du hast ja bestimmt auch verlängerten mutterschutz bekommen.

ich hatte mir auch die selben gedanken gemacht. oh nein ich will nicht ins alte leben zurück. ich hatte mich doch verabschiedet. aber jetzt sehe ich es so und das hilft mir sehr. ja ich gehe in mein altes leben hinein aber als neue melie. als melie die jetzt mama von einer wunderbaren tochter geworden ist und als melie die ihre kleine hat ziehen lassen müssen. also gibt es die alte melie nicht mehr. und mir haben auch die gespräche mit meiner chefin geholfen ich habe ganz offen mit ihr geredet ihr meine ängste, gedanken und gefühle gesagt. ich habe ihr auch gesagt wenn ich merke es tut mir nicht gut das ich es wieder lassen werde.
und die neue melie stellt jetzt auch ein paar kleine ansprüche was die alte nie gemacht hat.
die neue melie muss auch nicht den ganzen tag mehr über beide ohren strahlen. NEIN wenn ich traurig bin dann ist das so die wissen alle was passiert ist da kann man nicht mehr nur lachend durchs leben gehen.

auch was marina gesagt hat, es sind oft die kleinen momente wo man an den verlust so stark erinnert wird und man ihn fühlt als wäre es gestern gewesen. aber ich muss ihr genauso zustimmen es gibt auch momente wo man sich freuen kann. und mir hilft es auch wenn ich einen totalen heulkrampf habe dann sage ich mir die sherly sitzt jetzt auf einer wolke und schimpft mit mir, denn ich habe ihr versprochen am grab das wir das zusammen schaffen und das wir versuchen wieder glücklich zu sein.
und ich weiss sie hätte nie gewollt das ich nur weine, denn mit ihr hätte ich viel gelacht.
aber es hat sehr lange gedauert bis ich das so sehen konnte und es gelingt auch nicht immer. oft ist es einfach so unfassbar und ich kann es auch oft nicht begreifen.

melie mit sternchen sherly *22.05.12(still geboren in der 36.SSW)
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  #12  
Alt 16.08.2012, 18:10
Benutzerbild von anjakun
anjakun anjakun ist offline
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Liebe Christina,
es tut mir sehr Leid, dass Du nun auch eine Sternenmama bist. Ich kann mich den Worten von Marina nur anschließen. Letztes Jahr wußte ich auch nicht wie mein Leben weitergehen soll. Ich habe so viel Liebe in mir und ich liebe meine Kinder genauso stark als ob Sie bei mir wären. Leider sind sie es nicht und das tut weh. Mit der Zeit wird es wirklich besser aber diese Liebe vergeht nie. Aber wie Marina schon schreibt können wir loslassen. Ich wußte damals nie was damit gemeint war. Heute weiß ich es...
Nimm Dir alle Zeit. Die wirst Du brauchen.
Ich wünsche Dir und deinem Mann ganz viel Kraft
Liebe Grüße
Anja

Anja mit zwei wunderbaren Töchtern im Herzen
Finja Sofie ( geboren am 28.10.11/gestorben am 30.10.11) und Finya Marie ( geboren am 28.10.11/gestorben am 02.11.11) 23+6SSW
sowie einen Ministern im Juli 2012 (6.SSW)
seit dem 16.4.13 Kiara fest in unseren Armen
Jedes Leben hinterläßt Spuren in unseren Herzen, sei es noch so kurz und zerbrechlich
http://www.lokalkompass.de/dortmund-...n-d201407.html
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  #13  
Alt 16.08.2012, 20:42
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Christina12 Christina12 ist offline
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Liebe Melie, liebe Anja,

danke für eure Antworten. Sie geben mir Hoffnung und Kraft in dieser schweren Zeit...

Anja, auch euer Auftritt bei SternTV macht wieder Mut, weil ihr so offen mit eurem Schmerz umgeht. Man fühlt sich einfach weniger alleine...

Stille Grüße,
Christina und Valentina (08.08.2012)
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  #14  
Alt 16.08.2012, 21:11
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irishi irishi ist offline
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Liebe Christina,

ein stilles Willkommen hier...und viel Kraft, um den Tod deiner Tochter in dein Leben integrieren zu können. Immer wieder geschieht es, dass ein Herz einfach zu schlagen aufhört, das ist traurig und wir können nicht viel daran tun. Dennoch bist du jetzt Mutter von Valentina - sie war schon viele Monate bei dir.

Ich finde es gut, dass du die Situation 'anpackst' und versuchst, Gutes für dich zu tun. Es wird dir helfen, weiter zu leben. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass es komisch ist: man geht auf eine Weise in das 'alte' Leben zurück, das ohne Kinder, und man ist nicht darauf eingestellt. Auf eine andere Weise ist es eben gerade nicht mehr das alte Leben - es gibt ein Davor und ein Danach, geteilt durch Valentinas Geburt und Tod. Und letztlich ist es trotzdem immer das gleiche Leben - deines nämlich.

Mir hat es geholfen, mir zu sagen, dass man durch das Erlebnis 'Geburt' ja nicht verschwindet, man ist immer noch da, genau wie vorher! Auch wenn sicherlich vieles im Moment durch die Trauer überdeckt ist, du bist noch da und mit der Zeit wird vieles aus deinem 'alten' Leben auch wieder auftauchen und sich gut anfühlen. Ich habe daraus auch etwas für mich für die Zukunft gelernt. Ob man Sternenkinder hat oder Kinder, ja, das Leben verändert sich sicher. Aber dein Kern wird immer da sein - deine Vorlieben, Hobbies, Eigenarten, Bedürfnisse verschwinden nicht. Du hast dich auf das Mutter-Sein im Hier und Jetzt gefreut, jetzt bist du Sternenmama. Aber egal, welche Form Mutter wir sind, wir sind daneben immer auch noch so vieles andere - wir bestehen nicht nur aus dem Eltern sein. Nimm dir jetzt die Zeit, mit der neuen Situation zurecht zu kommen, kein Druck, es dauert so lange wie es eben dauert. Dein Leben ist dennoch nicht weg und es wird auch wieder weitergehen...auch wenn es sich manchmal jetzt so anfühlt als wäre es weg oder würde still stehen.

Mehr von der praktischen Seite: Jeder findet seine Art, etwas für sich und sein Sternenkind zu tun. Ich habe mir auch Rückbildung bei einer Physiotherapeutin verschreiben lassen. Es war nicht schlecht und ein gutes Gefühl, etwas für mich zu tun - aber ob es mir körperlich wirklich was gebracht hat, habe ich nicht so richtig feststellen können. Ich hatte einige Kilo über nach der SS, die nicht so recht verschwinden wollten und habe auch bewusst abgenommen. Etwa 3 Monate nach der Geburt habe ich mit Fitness-Studio angefangen, um meine Kondition wieder aufzubauen. Außerdem habe ich in meiner Mutterschutz-Zeit für die Schmetterlingskinder-Aktion genäht, das war eine Möglichkeit mich dort zu bedanken und irgendwie hat mir diese Tätigkeit auch geholfen. Man muss probieren, was geht und sehen, was zu einem passt.

Stille Grüße und eine Kerze für deine Valentina,

Iris


Hoffnung ist eben nicht Optimismus, ist nicht die Überzeugung, daß etwas gut ausgeht,
sondern die Gewißheit, daß etwas Sinn hat - ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.
(Vaclav Havel)

Stern Manon Caroline (*02.11.2010 still nach 29 Wochen) und die kleine Sternschnuppe (08/2012, 9. Woche), die ihr hinterher fliegt
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  #15  
Alt 20.08.2012, 20:48
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Christina12 Christina12 ist offline
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Liebe Iris,

danke für deine Antwort... sie hat mir sehr viel Kraft gegeben und mich dazu gebracht, mal in eine andere Richtung zu denken. Du hast mir damit gezeigt, dass mein Leben immer noch mein Leben ist und Valentina einfach zu mir gehört. Es gibt nicht das Leben vor ihr und das Leben nach ihr... so banal das klingt, aber so habe ich das noch nie gesehen. Diese Erkenntnis tut wirklich gut und schenkt mir gerade in diesem Moment viel Energie.

Stille Grüße,
Christina und Valentina (08.08.2012)
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  #16  
Alt 29.08.2012, 20:11
Kristin170812 Kristin170812 ist offline
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Liebe Iris, das hast du sehr schön geschrieben.
So habe ich das noch nicht gesehen aber du hast völlig recht.
Danke für diese Worte. Es tut sehr gut, wie manche Leute hier denken. Auf manche Denkweisen kommt man eben nicht alleine.
Ich habe vollstes Mitgefühl mit euch!
Liebe Grüße
Kristin
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Stichworte
schmetterlingskind, trauer

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