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Alt 21.01.2014, 14:03
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Stina79 Stina79 ist offline
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Standard Mein innerer Kampf mit mir als zukünftige Mutter

Mir ging es wie wahrscheinlich vielen von euch. Ich wusste schon immer dass ich Mutter werden will, am liebsten von 2 oder 3 Kindern. Aber ich wollte nie früh Mutter werden. Für mich war schon immer klar dass es in den 30gern passieren sollte. Ich wollte studieren und mir einen Partner suchen mit dem ich mich wohl fühle. Vor meinem jetzigen Mann hatte ich nicht besonders viel Glück mit den Männern und bevor ich nicht den Mann gefunden hatte dem ich vertraue, wollte ich keine Kinder. Ich bin nie ein Mensch gewesen der etwas überstürzt hat und bin auch oft Umwege im Leben gegangen um an mein Ziel zu kommen, da auch immer der Weg dahin für mich wichtig war. Ich musste mich auch beim "Gehen/Laufen" wohlfühlen.

Nun ist die Gesellschaft nicht unbedingt so gestrickt dass sie dies toleriert. Sowohl auf meinem Werdegang beruflich, als auch privat musste ich mir vieles anhören. Mein Mann ist 6 Jahre jünger und alle in meinem Freundeskreis waren abwertend mir gegenüber als ich ihnen erzählt hatte dass er 20 ist und ich war damals 26. Nun ja sie lagen falsch es hat funktioniert. Ich habe nie mehr gehasst als dass mir ständig jemand erzählt hat wie ich mein Leben zu leben habe. Ob das nun Freunde waren oder die eigene Familie. Je mehr auf mich eingeredet wurde, desto eher habe ich mich gegen ihre Vorstellungen und Ratschläge gewehrt, auch wenn ich manche genauso gesehen habe.
Tja und hier ist es genau auch das Problem bei meinem Kinderwunsch.
Meine Mutter hat seit ich denken kann mich versucht "klischeehaft" zu erziehen. Also mädchenhaft. Röckchen, Rüschensöckhen, Lockige Haare zur Kommunion etd. ICH HABE ES GEHASST. Es gibt daher wenig Bilder auf denen ich lache. Zur Einschulung habe ich geheult. In den Kindergarten wollte ich nicht gehen und habe rebeliert. Bei der Kommunion bin ich nachmittags gar nicht mehr zum zweiten Teil der Feier gegangen sondern bin abgehauen und habe mit meinem besten Freund gespielt. Ich habe es GEHASST dass meine Mutter immer so viel TRAMM TRAMM um mich herum gemacht hat. Es ging nicht darum WAS ICH WOLLTE. Es ging immer nur darum WAS SIE WOLLTE. Das hat sich so durch meine ganze Kindheit und Jungend durchgezogen. Als es dann darum ging dass ich nach meiner mittleren Reise das ABI machen und danach studieren wollte, gab es von meiner Mutter keinen Rückhalt (von meinem Vater glücklicher Weise schon). Sie war immer der Meinung ich sollte eine Ausbildung machen und früh heiraten. Meinem damaligen Freund (wir waren gerade mal 18) hat sie bereits wegen Hochzeit etc. ins Gewissen geredet. Der war so genervt davon dass er mich richtig angemotzt hat und ich war dann natürlich sauer auf meiner Mutter. Ich muss dazu sagen dass meine Mutter 1937 geboren wurde. Das waren noch andere Zeiten. Sie hat mich demnach auch spät bekommen mit 41, aber das nur am Rande.
Je älter ich wurde, desto mehr wuchs von ihr der Druck danach dass ich mich binden solle und Mutter werden sollte. Auch wenn sie letzt endlich stolz auf mich war dass ich studiert hatte (Mathe und Informatik) und einen überdurchschnittlich gut bezahlten Job habe, war für sie immer meine einzige Daseinsberechtigung eine Familie zu gründen und diese zu versorgen. Meine Mutter selbst hat aber auch immer Vollzeit gearbeitet. Also daher kommt es nicht. Meine Mutter war auch mit sich und dem Familiendasein nie wirklich glücklich. Sie ist nie mit Freundinnen weg oder sowas. Ihr ganzer Fokus war immer auf uns. Das würde aber jetzt zu weit führen.
Nun is meine Mutter 2010 plötzlich an einem Herzinfarkt verstorben. Kurz darauf haben wir geheiratet und ein Jahr später uns dazu entschlossen nicht mehr zu verhüten. Wir wollten ja beide immer Kinder. Das erste Jahr verlief eigentlich ganz entspannt. Nur gab es auf einmal beim Hibbeln Probleme. Mein Mann kam nicht mehr in mir. Es war wie verhext. Ich hatte ihn aber NIE darauf angesprochen. Ich wollte keinen Druck auf ihn ausüben. Ich habe ihn dann sehr verwöhnt und nach einem halben Jahr ungefair ging es wieder ganz normal. Doch dann wurde das Zusammenkommen schwerer. Weder er noch ich hatten wirklich Lust. Es war wie verhext. Ich wusste dass mein Mann Kinder wollte, aber er hätte gern noch 2-3 Jahre gewartet. Ich dagegen typisch Frau hatte Panik dass ich je älter ich werde weniger Changes auf eine Schwangerschaft haben werden. Summa summarum war es dann so dass wir 9 Monate Flaute im Bett hatten. Ich dachte mir nur: Super. So kann das ja nix werden.
Wir wurden immer enspannter und dann war eigentlich alles ganz normal. Es verging ein weiteres Jahr, aber keine Schwangerschaft stellte sich ein. Also ging ich zum Frauenartzt und der legte mir nahe meine Temperatur 3 Monate lang zu messen und dann wieder zu kommen. Und ab da ging es mit mir Berg ab. Mein Zyklus der immer konstant 32 Tage lang war begann zu spinnen. Er schwankte zwischen 32 und 60 Tagen. Und ich bekam Panik nach einigen Monaten. Angefangen von der Angst PCO zu haben, keinen Eisprung zu haben, diesen nie zu treffen etc. Die Liste ist lang. Also wieder zum Artzt, der hat Hormonwerte gemessen, zu hohen Testosteorngehalt gemessen und mich zum Endokrinologen geschickt. Der hat mich komplett durchgecheckt und gesagt alles sein in Orndung, die WErte seinen normal udn auch normal dass sie schwanken. Hat mir den Prozess im Körper erklärt. Fand ich super. Er hat mir nur nahegelegt ich sollte mich mehr bewegen und ein wenig abnehmen da wenn es 10 Kilo mehr werden würden meine SChilddrüse anfangen könnte zu spinnen.
So. Irgendann war dann natürlich auch mein Mann an der Reihe. Und das Ergebnis war vernichtend. Nullspermiogramm. Nach 3 Wochen oder so wurde noch einmal bei Urologen eins gemacht. Wieder selbes Ergebnis. Mein Mann hatte als Kind Hodenhochstand am rechten Hoden der leider erst mit 6 Jahren behoben wurde (war halt damals so). Aber laut Urologen sind die Hoden ok, nur TSH Wert war etwas erhöht. Testosteron super etc. Auf jeden Fall waren wir dann in der KIWU KLinik wurden da nochmal komplett auf den Kopf gestellt. Ansonsten also alles ok. Empfehlung: TESE und ICIS und Fremdsperma. Nach dem 3. Termin (wir wollten es ja nicht gleich ablehen, hatten auch viel dazu gelesen, Studien etc.) haben wir uns in ein Cafe gesetzt und darüber geredet. UNSER beider GEFÜHL sagte NEIN. Das ist nicht unser Weg und wir wollen beide kein Kind um jeden Preis. Aber wir wollen unser eigenes, kein Adoptivkind. Das war auch von vorne rein klar. Gefühlsmäßig.
Je mehr Zeit vergangen ist und keine Schwangerschaft eingetreten ist bin ich mir gegenüber wie selbstverletzten und habe einfach keine innere positive Einstellung zur Mutterschaft. Zur Schwangerschaft hatte ich das auch und konnte es auflösen. Aber zur Mutterschaft hakt es. Ich rede mir immer ein: das will ich nicht.. ich will nicht dieses spießige Leben: Häusle bauen, Kinder und Mann versogen und das war's dann. Obwohl ich genau weiß dass das ja nicht so laufen muss ich habe es ja in der Hand. Was aber nicht damit zusammen passt dass ich sehr gerne Mutter sein will. Für mein Kind da sein. Nächte durchmachen. Windeln wechseln, Fläschen machen, Hausaufgaben, trösten etc. Und ich freue mich auf ein Jahr mit meinem Baby wo ich mich nur für dieses Kind da sein kann und sehen kann wie es wächst und immer mehr lernt.
Sowohl auch Bekannte die bereits Eltern sind als auch Tanten etc. haben mehr das Bild geschürt wie blöd es ist eine Familie zu gründen als das positive. Dies und mein Konflikt mit meiner eigenen Mutter machen es mir soooo scher Hoffnung zu haben und Freude darauf Mutter zu werden. Es auch einfach auf mich zukommen zu lassen und nicht um mich zu schlagen wenn es nicht geklappt hat und mir einzureden dass es doch eh blöd ist.
Daher habe ich mich jetzt zur eine EKT entschlossen und eine Therapeuting in meiner Nähe gesucht bei der ich bald einen Termin habe. Und ich hoffe ich kann diesen inneren Konflikt mit positiven Bildern überspielen. Er macht mich so verrückt. Er bestimmt mein ganzes Denken.
Daher glaube ich ganz fest daran, dass dies UNSER Problem ist. Das wir zu sehr Angst davor haben Eltern zu werden. Auch wenn wir eigentlich denken wir sind es nicht.. aber unser Unterbewusstsein hat Angst davor.
Ich bin von euch auch für alle Tipps dankbar.


Egal wie steinig mein Weg ist, ich werde ihn gehen mit erhobenen Hauptes.
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