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Alt 20.02.2017, 14:47
Salome05 Salome05 ist offline
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Standard ein langer Bericht zum Loslassen einer großen Liebe

Liebe Frauen,

durch die liebe Christina nun also ein Bericht ein wenig weg vom Körper und doch ganz eng damit verbunden.

Ich weiß gerade gar nicht recht, wo ich anfangen soll, was für andere hilfreich oder relevant sein könnte.

Ich fang einfach an. Das, was nun zuletzt sehr wichtig war, dass ich mich von meinem Pferd endgültig verabschiede. Das mag sich für viele banal und vielleicht auch übertrieben anhören. Für mich ist es aber enorm wichtig gewesen. Ich bin mit Salomé aufgewachsen. Ich war der erste Mensch, den sie sah und wir waren so gut wie nie wirklich getrennt. Ich brachte ihr alles bei und sie mir noch viel mehr. Sie hat mich 21 Jahre begleitet, meine erste Liebe, mein erster Leibeskummer, Abi, Ausbildung, Studium, meine vielen Frösche, die ich küsste, bis ich den Prinzen fand, meine Umzüge und noch so viel mehr. Sie war immer da und wir unzertrennlich ohne dass ich eine typische Pferdenärrin war. Ich habe schon immer sehr enge Bindungen zu meinen Tieren und kann mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen.
Und so habe ich schon immer meinen Tieren das Versprechen gegeben, sie gehen zu lassen, wenn es soweit ist. Und bei Salomé war es im Februar 2016 soweit. Ich hatte für sie den schönsten Abschied, den ich mir für sie habe vorstellen können, denn meine ganze Familie war da um den Übergang zu begleiten. Ich muss dazu sagen, dass sie auf Menschen immer eine besondere Wirkung hatte. Da ich am frühen Mittag ihre schwere Verletzung entdeckte, konnte ich alles in die Wege leiten. Sie bekam Schmerzmittel und am Abend kam der Tierarzt. Ich habe den Tag mit ihr noch einmal voll und ganz ausgekostet. Und am Abend wurde sie von einem wunderschönen Vollmond mit der unglaublichsten Corona in die nächste Welt begleitet.

Ich weinte den ganzen nächsten Tag und dann nur noch wenig. Immer mal wieder auf heftig, aber doch wenig. Mein Mann ahnte, dass das nicht ausreichen würde. Aber ich dachte, dass es schon ok sein würde. Ich weinte ja immer mal wieder. Reiten wollte und will ich zur Zeit nicht. Ich kümmere mich aber um ein Pferd.

Und dann ging ich ja am letzten Samstag zu meiner Hp um meine Faszien lockern zu lassen. Während sie meine Gebärmutter lockerte unterhielten wir uns. Sie erzählte mir, dass in der Gebärmutter Traumata und Trauer lokalisiert seien, wenn so etwas vorhanden ist. Und dann sprachen wir wieder über ihr Pferd (wir kennen uns von früher aus dem Stall. Sie kannte daher auch Salomé) Als wir auf Salomé zu sprechen kamen, schien sich tatsächlich etwas in meiner Gebärmutter fest zu machen, denn meine HP merkte direkt auf, dass sich nun etwas verändert, verfestigt hätte. Ob ich mich wirklich von Salomé gelöst hätte. Und natürlich kannte sie die Antwort bereits. Nein, hatte ich nicht. Sie erklärte mir, dass es sein könne, dass sich nun nochmal etwas verändern könne, da sie das Trauma nun körperlich bearbeitet habe und ich könne weinerlich sein.
Und wie recht sie damit hatte: ich heulte den ganzen Heimweg "Rotz und Wasser". Und es tat sehr gut, aber mir wurde auch klar, dass ich da nochmal ran müsste. Ich wusste schon zu Salomés Tod, dass sie Platz machte. Aber ich hatte es noch nicht zugelassen. Ich hatte es mir nur vorgespielt.

Ich redete lange mit meinem Mann und auch mit meiner Schwester. Meine Schwester lud mich ein, zu ihr zu kommen um auf dem Familienstellungsbrett die Situation zu betrachten und vielleicht sogar Salomé besser gehen lassen zu können. Vielleicht zu erkennen, was ich noch brauche um sie gehen lassen zu können. Das ist für spirituell Unerfahrene sicher sehr seltsam zu lesen und wahrscheinlich nur schwer nachvollziehbar. Hier mal ein link zum Familienstellen, auch auf dem Brett:
http://www.systembrett.at/systembrett-aufstellung.html

Ich fuhr also drei Tage später zu meiner Schwester. Nachdem es erst sehr zäh war (alles in mir machte dicht, da ich Salomé ja nicht gehen lassen wollte) wurde es durch geschickte Fragen und Äußerungen seitens meiner Schwester besser. Am Ende konnte ich Salomé tatsächlich ziehen lassen. Es kostete mich viel Kraft und auch noch einige Tränen, aber das Gefühl war und ist nun ein anderes. Eine Ruhe bei mir, die pure Freude bei ihr.

Ihr Todestag war am zurückliegenden Samstag und bis dahin stellte ich mir auch immer wieder vor, dass sie nun gehen könne, dass das ok ist und ich nicht alleine bin. Ich durchtrennte jede einzelne silberne Perlenschnur, die ich in meiner Seele noch zu ihr fand. Das war nicht so einfach, aber richtig und gut.
Sie war und ist meine große Liebe, meine Beschützerin und Begleiterin, das war sie als ich Kind war und blieb es auch im Erwachsensein. Und das Gefühl kann nun bleiben. Ich hatte Angst es zu verlieren, wenn ich sie ziehen lasse. Es ist aber nicht so.
Und während dieser Tage arbeitete meine Gebärmutter fleißig vor sich hin. Das tat sie vorher noch nie so intensiv. Ich sehe es als positives Zeichen. Ich bin nun noch immer traurig und sie fehlt mir, aber es ist eben nun ein anderes Gefühl. Es fühlt sich richtig an. Ich glaube, da ist nun Platz. Vielleicht muss noch ein wenig geputzt werden.

Wenn ich mir vor meinem inneren Auge meine Organe vorstelle, ist meine Gebärmutter gerade etwas durcheinander, aber sie sortiert sich. Es ist neu.

Ich denke, dass dies ein weiterer sehr wichtiger Schritt war auf meinem Weg. Er musste getan werden und ich bin wieder gereift und gewachsen.

Ich hoffe, ich habe niemanden mit meiner langen und auch esoterischen Beschreibung verschreckt. Ich bin sehr froh, dass ich all diese Möglichkeiten habe und mir all das hilft noch näher zu mir zu kommen, Verantwortung für mich zu übernehmen und darauf zu vertrauen, dass das gut ist, was ich tue.

Ich wünsche euch einen schönen Tag und eine wundervolle Nachricht: die Schneeglöckchen schauen schon aus der Erde hervor! Der Frühling kommt unaufhaltsam näher!!!

Liebe Grüße,

Katrin
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