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    Hallo Zusammen,

    ich war für den 5.02.2021 ausgezählt, leider hatte ich einen Schwangerschaftsabbruch am 25.07.2020, gerade 13 SSW.
    Alles fing freitags Abends an, Krämpfe die ganze Nacht. Am nächsten Morgen habe ich es nicht mehr ausgehalten und bin mit meinem Partner ins Krankenhaus zu Corona Zeiten. Warten musste ich alleine am Hebammenkreissaal. Die Ärztin machte einen Ultraschall und sagte nur sie würde noch gerne die Oberärztin drüber gucken lassen, da war mir schon alles klar. Keine Herztöne mehr und viel zu klein. Für mich brach eine Welt zusammen, die noch vor wenigen Minuten in Ordnung war. Die Ärzte sagten nur es tue ihnen leid und ich könnte Montag zu einer Ausschabung kommen. Mein Partner stand auf der Straße nichts böse ahnend. Seine Welt brach in dem Moment, wo er mich sah, zusammen.
    Einen Tag vorher haben wir noch allen die Frohe Nachricht übermittelt.
    Total überfordert mit der Situation wie es weiter geht fuhren wir nach Hause. Ich will es jetzt kurz halten, es ging in der Nacht alleine zu Hause auf der Toilette ab. Leider hatte uns keiner gesagt was uns erwartet.
    Ich weiß wenn alle sagen es war ja nur ein Zellklumpen oder ich kann froh sein, dass mein Körper es alleine regelt, bla bla, aber für uns ist unsere Vorstellung gestorben.
    Wir versuchen es wieder, aber es hat bis jetzt noch nicht geklappt. Beim ersten mal hatte es sofort geklappt. Das lässt mich jetzt ein wenig verzweifeln.
    Jedes ziehen jeder Druck alles interpretiere ich in eine vielleicht Schwangerschaft und dann die große Enttäuschung wenn es wieder nicht geklappt hat...
    Ich möchte mich selber nicht so unter Druck setzen und wieder auf andere Gedanken kommen.
    Könnt ihr mir vielleicht helfen wie ich am besten mit der Situation umgehen kann?
    Vielen lieben Dank

    Britta


  • #2
    Liebe Britta,

    es tut mir furchtbar leid, dass ihr euer kleines Glück ziehen lassen musstet. Leider wissen wir hier alle, wie sich das anfühlt. Diese Hilflosigkeit, die Schuldgefühle, die Frage nach dem Warum. Eine tolle Frau hier im Forum hat mir einmal einen schönen Spruch mitgegeben, der mir unheimlich geholfen hat. Vielleicht kannst auch du damit etwas anfangen: Sterneneltern werden die, die ihr Kind genauso lieben, als wäre es gesund gewesen. Denn das ist das, was ihr eurem Kind auf jeden Fall mitgegeben habt. Eure ganze Liebe. Und mehr hat es nicht gebraucht.

    Zum Thema Folgekind: Es gibt viele Frauen, die den riesengroßen Drang haben, direkt nach dem Verlust wieder schwanger zu werden. Du bist damit also nicht allein Ich persönlich habe lange gebraucht, bevor ich mein erstes Kind loslassen konnte. Mit einer erneuten Schwangerschaft wäre ich so schnell gar nicht klar gekommen. Dafür habe ich aber durch diesen unglaublichen Schmerz und die Trauer andere Dinge entdecken können. Zum Beispiel habe ich gemerkt, mit wie viel kräftezehrenden Dingen ich mich tagtäglich beschäftige, die mir gar nicht wichtig sind. Dadurch konnte ich in meinem Leben Einiges zum Positiven verändern. Ich weiß nicht, inwiefern du dich mit so etwas beschäftigen möchtest. Aber ne Idee wäre es

    Ansonsten kann ich dir nur den Rat geben, gut zu dir zu sein. Frag dich, was dir wirklich gut tut und mache das. Wenn der Gedanke an eine Schwangerschaft dir noch so viele negative Gedanken und Gefühle bereitet, dann brauchst du vielleicht noch ein bisschen mehr Zeit, um dich von deinem ersten Kind zu verabschieden. Hattet ihr denn schon einen Namen dafür? Es kann ja auch nur ein Kosename gewesen sein. Wenn du magst, kannst du hier gern ein bisschen von ihm erzählen

    Alles Liebe und ganz viel Kraft,
    Mareike

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    • #3
      Hallo Mareike,

      vielen Dank für deine wirklich schönen Worte.
      Das mit der Liebe stimmt auf jeden Fall, mir war gar nicht bewusst, dass ich so starke Gefühle entwickeln kann in so einer kurzen Zeit.
      Es fällt auch so schwer, weil man es als eigenes Versagen sieht und Wut verspürt gegenüber der Welt. Dieses Warum. Warum gerade mir. Dann bekommt man wieder Geschichten erzählt wo alles viel schlimmer ist und wir wirklich glücklich sein können so wie es bei uns gelaufen ist.
      Ich will das nicht hören, für jeden ist doch die Situation an sich am schlimmsten.
      In Selbstmitleid möchte ich hier aber nicht versinken

      Danke für den Tipp vielleicht mein Leben etwas aufzuräumen und schöner zu gestalten. Damit hatte ich letzte Woche schon einmal angefangen.
      Und ja vielleicht brauche ich noch etwas Zeit, aber darüber zu reden hilft mir sehr. Das kann man aber leider von der Außenwelt nicht mehr erwarten, weil ja nach so langer Zeit auch mal gut ist. Also so ist meine Auffassung.

      Darf ich fragen in welcher Woche du dein Kind verloren hast und ob du jetzt wieder schwanger warst oder vielleicht schon glückliche Mutter bist?
      Wir hatten unseren Schatz Fossino genannt und ich hatte immer das Gefühl, es wird ein Junge.
      Ich hoffe einfach dadurch, dass ich mir hier etwas Hilfe suche, auch mein Partner nicht mehr alleine meine Wut und Trauer ertragen muss. Aber auch, dass ich wieder mehr ins Reine mit mir komme.

      Liebe Grüße
      Britta

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      • #4
        Hallo Britta,

        ich schließe mich Mareike an.

        Sei nicht so hart mit dir, es ist erst 3 Monate her. Du darfst traurig sein, du hast deinen kleinen Schatz verloren.
        Gib dir Zeit!

        Hinzufügen möchte ich noch eine Sichtweise...
        ...versuche die Zeit zu Zweit ganz bewusst zu genießen. Warum ich das so sage...

        Ich hatte im Februar 2016 eine Fehlgeburt, wurde im Februar 2017 dann Mama. Mein größter Traum ging in Erfüllung.
        Doch die ersten zwei Jahre, waren hart. Meine Kleine hat die ersten 9Monate extrem geschrien, bis zu 4Std.am Stück. Nichts hat geholfen. Ich hab sie fast nur in der Trage gehabt und maximal 2Std.am Stück geschlafen. Erst seit meine Tochter 2,5J.ist schläft sie besser und ich bin zwar immer noch oft Nachts wach,aber nicvt lange.

        Ich will dir keine Angst machen, wahrscheinlich bekommst du ein ganz wunderbares,viel schlafendes Kind. Dennoch schadet es nicht noch mal paar Dinge vorher ganz bewusst zu unternehmen. Zu zweit Essen gehen, ins Kino, Urlaub ( soweit es grad möglich ist) usw.
        Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass sich dein Wunsch bald erfüllt!!!

        LG Esther

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        • #5
          Hallo Esther,

          du hast vollkommen Recht. Man verliert es aus den Augen, aber es ist erst 3 Monate her. Vielen Dank für deinen wirklich tollen Beitrag und ich werde deinen Tipp beherzigen.
          Es tut mir leider für dich leid, dass dein großer Wunsch so schwer gestartet ist.
          Aber wer weiß, vielleicht ist ja dein kleiner Schatz in der Pubertät ein Engel und macht dir nicht zu viele Sorgen

          Viele Grüße
          Britta

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          • #6
            Liebe Britta,

            also ehrlich mal, ein Kind zu verlieren ist das schlimmste, was einem passieren kann! Ganz egal, wie! Solche Kommentare sind echt nicht hilfreich! Und ich erinnere mich, ich hatte auch das Gefühl, als hätte mein Körper versagt. Ich wollte ja nicht, dass mein Kind stirbt. Nur konnte ich nichts dagegen tun. Diese Hilflosigkeit ist ganz schwer zu akzeptieren. Und auch heute noch, über zwei Jahre nachdem unser Zwerg seinen Weg in die Sternenwelt angetreten hat, habe ich Phasen, wo ich sehr traurig werde und der ganze Schmerz wieder hochkommt. Das ist ganz normal.

            Ich kann mich übrigens auch noch erinnern, dass ich furchtbar wütend auf jede Schwangere war, die ich gesehen habe. Warum durften die auch glücklich sein und ich nicht? Wut auf sein Schicksal gehört auch mit zur Verarbeitung.

            Wenn du das Gefühl hast, in der Außenwelt nicht mehr über deine Gefühle sprechen zu können oder du es nicht mehr willst, dann schreib dich hier im Forum aus. Meiner Erfahrung nach haben Menschen, die kein Kind verloren haben, Schwierigkeiten damit, unseren Schmerz auszuhalten. Es gibt ja nichts, was einen wirklich trösten kann. Hier im Forum kennen alle diesen Schmerz. Und hier wird dir auch niemand vorschreiben, wie du zu trauern hast oder ob es nicht langsam mal genug ist. Wir trauern alle auf unterschiedliche Art und Weise. Und das ist gut so

            Fossino klingt ja süß! Wie seid ihr denn darauf gekommen?

            Unser heißt Zwerg. Wir haben ihn in der 17. SSW verloren. Da wussten wir noch nicht, was es wird. Deswegen heißt er nach wie vor Zwerg. Und irgendwie hatte ich immer das Gefühl, dass er so ein richtiger kleiner Haudegen war Also, wenn du glaubst, dass Fossino ein Junge war, dann war er es bestimmt

            Mittlerweile bin ich tatsächlich glückliche Mama. Auch wenn es lange gedauert hat, bis ich das glauben konnte. Und die Schwangerschaft war auch nicht leicht. Wenn du mal lesen möchtest, wie sehr man in einer Folgeschwangerschaft gefühlstechnisch Amok laufen kann, dann schau mal in die Kategorie Folgekinder. Mein Post heißt „Angst in Folgeschwangerschaft“. Ohne die lieben Frauen hier hätte ich mich für komplett verrückt gehalten Das heißt natürlich nicht, dass es bei dir mal genauso sein wird. Aber vielleicht hilft es dir, das ganze Gefühlswirrwarr leichter anzunehmen

            Ich drücke dich ganz fest,
            lg, Mareike

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