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Darf ich bei Abort in 5. SSW nicht trauern?

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  • Darf ich bei Abort in 5. SSW nicht trauern?

    Hallo zusammen. Ich hatte in den letzten Tagen einen Frühabort in der 5. SSW. Mittlerweile bin ich total verunsichert, ob ich überhaupt so trauern sollte wie ich es tue, denn für mein Umfeld scheine ich gar nicht wirklich schwanger gewesen zu sein...ich war es ja auch nur wenige Tage...
    Vielleicht sollte ich euch kurz erzählen wie es abgelaufen ist: Ich hatte am 7.1. eine Bauchspiegelung, bei der Endometriose aus dem Douglasraum und ein Myom aus der Gebärmutter entfernt wurden. Die Ärzte sagten mir, ich solle 2 Monate nicht schwanger werden. Da wir seit einem Jahr versuchen ein Kind zu bekommen, fand ich diese Ansage recht "lächerlich", ich dachte schließlich, es würde ohnehin nicht klappen. Deshalb haben wir auch nicht verhütet. Ich war dann beruflich in Wien und fühlte mich gut. Eine leise Stimme in meinem Inneren sagte mir allerdings, dass irgendwas anders ist. Also machte ich 4 Tage vor dem normalerweise Einsetzen meiner Periode einen Frühtest, der negativ war. Ich bekam dann auch wieder die mir so vertrauten Unterleibsschmerzen, die sonst immer 5 Tage vor der Periode einsetzen. Alles wie immer also. Doch die Periode kam nicht...Am Samstag machte ich einen Test, der schwach positiv war. Am Sonntag der nächste, der klar in Worten "Schwanger" zeigte. Aufgrund der OP an der Gebärmutter hatte ich aber total Panik, schließlich hatten die Ärzte gesagt ich solle nicht so schnell schwanger werden. Ich fühlte mich aber total schwanger. Ich musste alle 2 Stunden eine Kleinigkeit essen, hatte Abneigungen gegen Lebensmittel, war totmüde, die Brüste spannten...Schwanger eben. Trotzdem traute ich mich nicht, mich zu freuen. Am Dienstag dann der erste Besuch bei meiner FA. Am Morgen hatte ich eine leichte Schmierblutung. Im Ultraschall konnte sie nichts erkennen, es war ja auch noch nicht mal eine Woche nach Ausbleiben der Periode. Die Schmierblutung beunruhigte sie allerdings. Auch meine konstanten leichten Schmerzen im Unterleib deuteten nichts gutes an. Am Donnerstag sollte ich zur Kontrolle wiederkommen. Als ich morgens aufstand hatte ich starke Blutungen. Ich fühlte mich auch schon nicht mehr schwanger. Ich wusste was los war und fuhr zur FA. Sie meinte, der Bluttest von Dienstag habe auch schon gezeigt, dass der HCG Wert niedrig war. Aufgrund meiner Blutungen ging sie von einem Abgang aus. Ein weiterer Bluttest bestätigte dies. Ich war also nur sehr wenige Tage schwanger, und doch war ich es. Und ich war völlig fertig. Argumente wie "Das Kind wäre nicht lebensfähig gewesen, die Natur hatte schon einen Grund dafür, das passiert vielen Frauen...." wollte ich alles nicht hören. Meine Schwester, der ich mich anvertraut hatte, brachte aber genau diese Argumente vor und meinte auch, die Eizelle habe sich bestimmt gar nicht richtig eingenistet - sprich, in ihren Augen war ich gar nicht erst schwanger. Ähnlich reagierte meine Mutter, die noch dazu zweifelnd vorbrachte, dass ich in meinem Beruf doch gar kein Kind gebrauchen könnte. Ich war und bin noch immer fassungslos über so viel Unverständnis. Mit meiner Mutter, die im selben Haus wohnt wie wir, spreche ich seit Tagen kaum ein Wort. Meine Schwester hat vor 1,5 Jahren ein Kind bekommen und das ist die kleine Prinzessin, das erste und bisher einzige Enkelkind halt. Ich bin zutiefst getroffen, dass meine Mutter mich gar nicht als potenzielle Mama sieht. Dass ich total trauere und nicht weiß, wie ich gerade mit dieser Leere umgehen soll, kann keiner verstehen. Mein Partner gibt sich große Mühe und ist für mich da, immerhin etwas. Und doch frage ich mich mittlerweile selbst, ob es albern ist, dass ich so trauere, obwohl ich gar nicht lange schwanger war und den Embryo nie im Ultraschall gesehen habe? Ich wünsche mir so lange ein Kind zu bekommen, und die Endometriose hat monatelang für höllische Schmerzen gesorgt. Trotzdem habe ich nicht wieder Hormone genommen, die ja die Schmerzen gelindert hätten. Der Kinderwunsch war eben stärker. Jede Periode war wieder ein Schlag in die Magengrube. Und dann war da dieser kurze Hoffnungsschimmer...und so schnell war er wieder weg. Ich versuche das Positive zu sehen, denn immerhin kann sich eine befruchtete Eizelle in meiner Gebärmutter einnisten. "Da sind wir ja schon mal viel weiter als vor der OP" sagte auch meine FA. Trotzdem fühle ich mich gerade leer und trauere um ein Kind, dass ja noch gar nicht wirklich da war.
    Was meint ihr? Übertreibe ich, dass ich um das Baby trauere? War ich in der 5.SSW überhaupt schon richtig schwanger oder sollte ich es einfach als verspätete Monatsblutung betrachten, so wie es meine Familie tut?

  • #2
    Liebe Heike,

    du warst schwanger, egal wie lange, das Baby war da. Du hast genauso recht zu trauern, und zwar so lange wie du eben brauchst. Auch ich habe mein erstes Kind bereits sehr früh verloren und habe rund 1,5 Jahre gebraucht um dies zu verarbeiten. Man trauert ja nicht nur um das Baby, sondern auch um die Träume, Wünsche, um die verlorene Chance.
    Da ich selber Endometriose und eine ähnliche Geschichte habe, möchte ich dir noch einen Tipp mit auf den Weg geben. Bei Endometriose besteht häufig ein Mangel an Progesteron. Und dieser Mangel verursacht, dass man entweder gar nicht erst schwanger wird oder eben dann das Baby verliert. Ich habe mit Hilfe von bioidentem Progesteron dann schließlich endlich ein Baby im Arm halten dürfen.
    Außerdem wirkt das bioidente Progesteron schmerzlindernd bei Endometriose.
    Fühl dich gedrückt!
    Lg Nina
    Nina mit ihrer Kleinen im Herzen (10/2014)
    Klara, 30.01.2017, überraschend schnell und geradewegs ins

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    • #3
      Liebe Heike,

      nur ein kurzer Gruß im Vorbeigehen, bin leider etwas unter Zeitdruck, mag aber kurz schon einmal etwas dazu sagen.: ja, natürlich darfst Du trauern! Es macht mich traurig und wütend, von den Reaktionen Deines Umfelds zu hören, auch wenn sie leider nicht ungewöhnlich sind. Du warst schwanger, da war ein kleines Seelchen. Und es ist traurig, das es nicht bleiben konnte. Da gibt es überhaupt nichts dran zu diskutieren. Nimm Dir Zeit und Ruhe, diesen Verlust zu verarbeiten und lass Dir nicht einreden, das es anormal ist, traurig zu sein. Das ist es nicht. Ich habe dreimal Kinder verloren aus sehr unterschiedelichen Gründen; auch ein früher Verlust war dabei und der hat mich auch sehr mitgenommen. Ich versuche mich in den nächsten Tagen noch einmal zu melden, fühle Dich bis dahin gedrückt, Lg, K

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      • #4
        Hallo ihr Lieben, das tut wirklich gut eure Worte zu lesen. Mein HCG Wert ist mittlerweile wieder auf 0 und meine Frauenärztin sagt, es spräche nichts dagegen, es direkt wieder zu versuchen. Habe sie auch auf den eventuellen Progesteron Mangel angesprochen und sie bietet an, im nächsten Zyklus das Ganze zu testen. Leider bin ich ab Ende März wieder sehr viel beruflich unterwegs und kann wegen der Tests nicht immer heim reisen... Und auch der neue Versuch ein Kind zu zeugen erschwert sich dadurch nun etwas. Es hätte eben alles so gut gepasst wenn das Kleine es geschafft hätte. Jetzt habe ich keine Begründung um beruflich kürzer zu treten. Kann ja nicht mal eben quer durchs ganze Land fahren sobald mein Eisprung naht...
        Ich habe auch noch bioidentes Progesteron zu Hause weil wir damit noch versucht hatten das kleine Leben zu retten. Überlege schon die ganze Zeit ob ich es jetzt nehmen sollte, zumal ich nach deinen Worten liebe Nina ein wenig weiter recherchiert habe und es ja wirklich sein könnte, dass meine ganzen Probleme mit Progesteron Mangel zusammen hängen. Meine Frauenärztin meinte, sie hält nicht für nötig, dass ich das jetzt nehme aber wenn es mir ein gutes Gefühl gäbe in der 2. Zyklushälfte aktiv etwas tun zu können, dann sollte ich das ruhig tun. Nina, hast du denn erst einen Hormontest machen lassen oder hat dein Arzt dir das direkt verschrieben? Ich hab ein wenig Angst, dass ich wenn ich das jetzt nehme und es mir gut tun, von meiner FA nichts neues verschrieben kriege und dann erst einen Hormontest machen muss.
        Ich habe die Frühgeburt mittlerweile auch gut verarbeitet. Sobald die Blutungen aufgehört hatten, konnte ich nach vorn blicken. Ich weine noch immer bei traurigen Dingen sehr schnell und stelle mir manchmal vor, in welcher Woche ich nun wäre, ob mein Bauch schon dicker wäre.... Aber an sich kann ich wieder lachen. Wir hatten sogar schon wieder Sex - es war toll und ich hatte keine Schmerzen. Am liebsten wäre ich sofort wieder schwanger, auch wenn die Angst natürlich da ist, dass ich es wieder verliere. Trotzdem bestimmt dieses Denken meinen Tag, und ich denke tatsächlich darüber nach beim nächsten Eisprung hunderte Kilometer von meinem Arbeitsplatz nach Hause zu reisen nur für 2 Tage um zu versuchen ein Kind zu zeugen...völlig verrückt aber ich habe Angst dass die Endometriose in wenigen Monaten wieder alles dicht macht und ich wieder nicht mehr schwanger werden kann. Deshalb möchte ich keinen Monat verlieren um es zu versuchen. Ich versuche also meinen Körper gerade bestmöglich darauf vorzubereiten, wieder schwanger zu werden. Ich mache eine Kur mit Nestreiniger-Tee, nehme außerdem Mönchspfeffer und werde im nächsten Zyklus anfangen in der 1. Hälfte Himbeerblätter und in der 2. Hälfte Frauenmantelkraut als Tee zu trinken. Heute soll auch Yamswurzel ankommen, die ja zumindest halbwegs so wirken soll wie Progesteron und vielleicht wenigstens hilft das ganze zu regulieren oder zumindest die Schmerzen der PMS zu lindern. Ich mache Yoga und gehe walken. Viel mehr denke ich kann ich nicht machen, außer mir weniger Druck zu machen, aber das ist leichter gesagt als getan wenn der Kinderwunsch das Leben bestimmt...aber das muss ich euch ja nicht sagen

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