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Auseinandersetzen mit dem Schmerzhaftesten

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    Liebe Kinderwunschfrauen,

    ich war lange nicht hier - und erkenne einiges nicht wieder. Das Forum hat ein neues Design. Das freut mich, denn so war es sicherlich schon lange geplant.

    Unvermittelt habe ich das Bedürfnis, noch einmal ein Thema einzubringen, das die meisten hier (meiner eigenen Erfahrung nach) vermutlich lieber meiden möchten: die Auseinandersetzung mit dem Schmerzhaftesten - der ungewollten, definitiven Kinderlosigkeit. Wenn man lange Jahre gehofft, gebangt, geduldig gewartet und alles getan hat, was einem körperlich und seelisch möglich war, um das geliebte und ersehnte Wunschkind zu empfangen (Wunder Nr. 1) und dann auch noch gesund zur Welt zu bringen (Wunder Nr. 2).

    Es gibt Frauen, denen diese Wunder nicht wiederfahren. Oder nur eines von beiden. Und das möglicherweise mehrmals. Das ist so unglaublich schmerzlich und wird - so empfinde ich persönlich es jedenfalls - auch niemals wirklich "gut". Ja, man kann lernen, damit umzugehen, es hinzunehmen (was bleibt auch anderes übrig, wenn der Wunsch irgendwann utopisch wird, auch wenn die Hormone und Eierstöcke noch bestens arbeiten und das gefühlte Alter garnicht zum tatsächlichen passt). Man kann demütig werden und dankbar und die Erkenntnis verinnerlichen, dass das Leben uns nichts schuldig ist - denn wir haben unser Leben - und das ist und bleibt das größte Geschenk überhaupt. Alles andere ist Zugabe, Wunder, Zauber, Glitzerstaub - und doch sooo essentiell, wenn es sich um das Kind/die Kinder handelt, die wir uns so sehr wünschen, deren Nähe wir doch schon spüren, wenn wir die Silberschnurmeditation machen, unser Herz öffnen und Monat für Monat vertrauensvoll hoffen... Oder wenn sie sogar schon in unseren Bauch eingezogen sind, die kleinen Herzen schon schlagen - sie dann jedoch aus welchem Grund auch immer nicht bleiben können...

    Ich bin eine dieser Frauen. Und ich rate Euch: setzt Euch früh mit dieser Möglichkeit auseinander, auch wenn die Vorstellung wütend macht, Ihr denkt "mir passiert das nicht - bei mir wird es am Ende doch noch gut werden...!". Wenn dann doch noch alles so kommt wie erhofft, ist es umso schöner. Doch wenn nicht, habt Ihr zumindest ein wenig "vorgebaut" - die Seele geschützt, das Herz gewappnet. Das ist etwas, was mir bei aller berechtigten Hoffnung hier zu kurz kommt. Aber vielleicht ist das auch nicht der Kern-Sinne und -Zweck eines Kinderwunschforums. Biggi schrieb mir einmal (DANKE dafür!!!), dass sie IMMER hofft. Das ist ihre Mission. Und das kann sie so gut und hat damit schon sooo vielen Kinderwunschfrauen geholfen.

    Doch es gibt sie auch, die am Ende trotz so viel Hoffnung doch hoffnungslosen Fälle - und ich bin einer davon. Und da ist eine große Sehnsucht nach Trost. Denn da stellt sich immer mal wieder der kleine nagende Zweifel ein, der fragt "Habe ich denn alles richtig gemacht? Hätte ich vielleicht doch nur eine Steckverbindung an der universellen Schalttafel anders zusammenstecken oder nochmal überprüfen müssen?...". Es ist müßig. Und es macht müde. Und ich versuche dann, liebevoll und gnädig mit mir selbst zu sein. Es ist wie es ist. Und es wird schon irgendwie seine Berechtigung haben und gut für mich, meinen Mann, unsere nicht geborenen Kinder sein. Auch wenn ich es nicht verstehe und mein Herz davon immer schwer bleiben wird.

    Für diejenigen, die es geschafft haben, das bis hierher zu lesen: Danke! Und: Habt keine Angst. Am Ende wird alles gut. Wie auch immer. Es hilft darauf zu vertrauen. Dass es einen Plan gibt. Und ein anderes Leben (im Paralleluniversum oder beim nächsten Mal) - mit Kindern an der Hand. Und bis dahin heißt es: leben - lieben - lachen - glücklich sein. Auch so!

    Von Herzen alles Liebe und Gute auf Eurem Weg
    Anne111 (die mit dem Maikäfer)

    P.S. Die Vorschau sagt mir "Ein Gast erstellt ein Thema". Ist sicher nur meiner technischen Unkenntnis geschuldet (bin ein bekennendes Kind des 20. Jahrhunderts). Aber schmerzt auch irgendwie, denn ich hab mich vorhin angemeldet und fühl(t)e mich auch noch als Teil des Forums. Vielleicht aber auch ein Zeichen dafür, dass es Zeit für den Abschied ist...
    Auf den Spuren des Maikäfers - den Sternchen entgegen...

  • #2
    Liebe Anne,

    willkommen zurück und wie immer freue ich mich von Dir zu lesen!
    Ich hoffe, Du stupst mit Deiner wunderbaren Art zu schreiben hier nochmal die Eine oder Andere an, aus ihrem virtullen Schneckenhaus zu kommen. ES ist ruhig geworden hier im Forum. Gut oder schlecht? Auf jeden
    Fall anders.

    Ich hoffe es geht Dir und Deinen LIeben gut- wir haben auch wieder vierbeinigen Zuwachs! Das ist so gut für die Seele.
    Lass doch gerne nochmal was hören!

    Ich grüße Dich jedenfalls herzlich!

    K

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    • #3
      Liebe Katharina,

      ich hab mich sehr über Deine Nachricht gefreut - Danke!!!
      Das Anstupsen hat offenbar nicht funktioniert, denn außer der Deinen gab es ja keine weitere Antwort.
      Ich denke, das war somit dann auch mein Abschied aus dem Forum. Fühle mich einfach nicht mehr zugehörig und auch nicht mehr verstanden. Alles hat seine Zeit, und ich bin unheimlich dankbar für die wunderbaren Begegnungen im Forum und im echten Leben, z.B. mit Dir :-)

      Ich hoffe, es geht Dir und Deiner Familie gut. Fein, dass Du einen neuen Hundi hast. Ich erinnere mich gut an seinen Vorgänger - z.B. wie er sich 100x im Kreis drehte vor dem Hinlegen. Und ich bin sicher: ich möchte nie mehr ohne Hund sein in diesem Leben. Schade, dass die Feinen nicht so alt werden wie Schildkröten - denn ich bin treu und würde am liebsten auch mit meinem Hund zusammenbleiben, bis wir beide 90+ sind.

      Von Herzen alles Gute - Dir und allen Frauen die so sehr hoffen und lieben
      Anne
      Auf den Spuren des Maikäfers - den Sternchen entgegen...

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      • #4
        Liebe Anne,

        auch meine Zeit im Forum ist lange her, dennoch schaue ich ab und an, was sich so tut. Und ich teile Deine Meinung, dass die ganz intensive Zeit des Austauschs vorüber ist, sowohl für einzelne Frauen als auch im gesamten Forum. Mittlerweile gibt es so viele andere Kommunikationskanäle, die einen echten, tiefen Austausch kaum ermöglichen, die aber offensichtlich mehr dem Geist der Zeit entsprechen.

        Ich habe mich sehr gefreut, von Dir zu lesen, denn ich erinnere, dass ich einiges von Dir hier im Forum gelesen hatte. Deshalb will ich mich auch gerne melden, denn ich kann Dich gut verstehen. Auch wenn ich das Glück habe, ein Kind zu haben, habe ich sehr damit gehadert, kein zweites Kind bekommen zu haben. Es hat viele Jahre gedauert, bis ich es akzeptieren konnte, dass mein Körper nicht mehr in der Lage war, fruchtbar zu sein. Und dennoch habe ich nicht abgeschlossen, es gibt immer wieder Situationen, die mich sofort mitten ins Herz treffen, dass ich "nur" ein Kind habe. Damals habt Ihr Frauen mir klarzumachen versucht, dass ich ja ein Kind habe und dass es schwer nachvollziehbar sei, warum ich so leide. Das stimmte auch und ich war auch dankbar für diesen Anstoß, aber dennoch war es damals für mich so schwer zu ertragen, nicht mehr schwanger werden zu können, dass ich mich praktisch wie kinderlos fühlte. Und auch dieser Gedanke kommt immer mal wieder durch und ich versuche genau wie Du, mich zu verstehen, mir zu verzeihen, liebevoll zu mir zu sein.

        Ich denke, dass mich der unerfüllte zweite Kinderwunsch noch lange begleiten wird. Ich möchte ihn auch nicht negieren, ich hatte ihn ja und ich habe ihn noch immer, auch wenn ich jetzt meine Unfruchtbarkeit akzeptieren kann. Komischerweise hat mich die Diskussion der letzten Jahre über Genderthemen mit meinem Körper versöhnt.

        Liebe Anne und liebe Katharina, ich wünsche Euch alles Gute. Ich freue mich, dass ich Euch heute abend getroffen habe.

        LG Jantje

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